Stand-up-Paddling in Berlin: die besten Reviere, Verleihstationen und Regeln auf der Spree

18 0

Berlin ist im Sommer eine Wasserstadt, und Stand-up-Paddling gehört zu ihren beliebtesten Freizeitsportarten. Dieser Ratgeber zeigt die schönsten Reviere, nennt Verleihstationen mit Adresse und erklärt die wichtigsten Regeln, allen voran die gesperrte Innenstadt-Spree.

Berlin und Brandenburg bilden eines der größten zusammenhängenden Binnengewässer Europas. Auf Spree, Havel, Dahme, den Kanälen und zahlreichen Seen lässt sich fast überall paddeln. Fast, denn ein prominenter Abschnitt mitten in der Stadt ist für Paddler tabu, und einige Seen stehen unter Schutz. Wer das weiß, findet trotzdem genug ruhiges Wasser, oft mit Blick auf die Skyline. Wie die Spree die Stadt durchzieht, zeigt der Beitrag dazu, welcher Fluss durch Berlin fließt.


Die besten SUP-Reviere in Berlin: von der Rummelsburger Bucht bis zum Schlachtensee

Für den Einstieg eignen sich ruhige, windgeschützte Gewässer. Die Rummelsburger Bucht im Osten gilt vielen noch als Geheimtipp: geschütztes Wasser, Uferpromenaden, Hausboote und von dort aus die östliche Spree mit Blick auf den Molecule Man, den Fernsehturm und die Oberbaumbrücke. Der Schlachtensee in Zehlendorf punktet mit klarem, meist windstillem Wasser mitten im Grunewald. Wer mehr Weite sucht, findet sie auf dem Großen Wannsee im Südwesten, dem Tegeler See im Norden und dem Müggelsee im Osten, dem größten See der Stadt.

Revier Lage Geeignet für Hinweis
Rummelsburger Bucht und östliche Spree Lichtenberg / Treptow Einsteiger, Sightseeing geschützt, Skyline-Blick bis zur Oberbaumbrücke
Schlachtensee Zehlendorf Einsteiger klar und windgeschützt, Badesee
Großer Wannsee Steglitz-Zehlendorf Fortgeschrittene weitläufig, viel Motorboot- und Segelverkehr
Müggelsee Treptow-Köpenick alle Niveaus größter See Berlins, im Osten
Havel und Kanäle Spandau Tourenpaddler viele Seitenarme und Buchten

Ein besonderes Revier sind die verwinkelten Wasserwege rund um Klein-Venedig in Berlin. Wer lieber ohne eigenes Paddel unterwegs ist, findet Alternativen im Beitrag zur Bootstour durch Berlin.


Wo Stand-up-Paddling in Berlin verboten ist: die gesperrte Innenstadt-Spree und geschützte Seen

Die wichtigste Regel betrifft die Stadtmitte. Die Spree ist zwischen dem Kanzleramtssteg (Flusskilometer 14,10) und der Oberbaumbrücke (Flusskilometer 20,70) einschließlich des Spreekanals ganzjährig für muskelbetriebene Kleinfahrzeuge gesperrt. Grundlage ist Paragraf 21.24 der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung. Damit sind das Regierungsviertel, die Museumsinsel und die historische Mitte für Stand-up-Paddler tabu. Der Grund ist der enge, kurvige Flussverlauf mit vielen Brücken, Anlegestellen und dichtem Verkehr der Berufsschifffahrt. Wer die Innenstadt-Kulisse dennoch vom Wasser aus sehen möchte, paddelt legal von Osten bis zur Oberbaumbrücke und kehrt dort um.

Auch nicht jeder See ist frei. Auf der Krumme Lanke im Grunewald gilt ein ganzjähriges Paddel- und SUP-Verbot, da sie im Naturschutzgebiet liegt. Generell sind Naturschutzgebiete, Schilfzonen und Vogelschutzbereiche zu meiden. Der beliebte Landwehrkanal in Kreuzberg wiederum darf wegen Schäden an der Uferbefestigung nur in einer Richtung befahren werden, zu Tal von der Oberschleuse in Richtung Unterschleuse.


Die wichtigsten Regeln auf der Spree und den Wasserstraßen

Die meisten Berliner Gewässer sind Bundeswasserstraßen und unterliegen der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung. Für das muskelbetriebene SUP ist kein Sportbootführerschein nötig. Es gelten aber klare Verkehrsregeln:

  • Die Berufsschifffahrt hat immer Vorfahrt. Fahrgastschiffe, Frachter und Fähren können nicht schnell ausweichen oder stoppen, deshalb weichen Paddler frühzeitig aus und zeigen ihren Kurs deutlich an.
  • Die Fahrrinne bleibt frei; Querungen erfolgen zügig und möglichst im rechten Winkel. Ansonsten gilt, sich am rechten Ufer zu halten.
  • Zu Anlegestellen der Fahrgastschiffe ist Abstand zu halten, damit diese sicher manövrieren können.
  • Eine Schwimm- oder Auftriebshilfe und eine Leash gehören zur Grundausstattung, dazu ein Blick auf Wind und Wetter. Alkohol und offenes Wasser vertragen sich nicht.
  • Bei Dämmerung oder Dunkelheit ist für Sichtbarkeit zu sorgen. Schleusenzeiten und Sperrungen lassen sich vorab prüfen.

Aktuelle Schleusensperrungen und Hinweise zu den Bundeswasserstraßen führt der offizielle Wasserstraßen-Informationsservice ELWIS.


SUP-Verleih in Berlin: Stationen nach Revier

Wer kein eigenes Board hat, findet an fast jedem Revier einen Verleih. Viele Stationen öffnen nur in der Saison, meist ab dem Frühjahr und abhängig vom Wetter. Preise beginnen je nach Anbieter bei rund 15 Euro (Stand: 2026); Öffnungszeiten und Verfügbarkeit sollten vorab geprüft werden.

Anbieter Revier / Adresse Hinweis
Stehpaddler SUP Verleih Schlachtensee, Fischerhüttenstraße 136, Zehlendorf Kurse und Touren, öffnet bei warmem Wetter
StandUp Wannsee Großer Wannsee 58B, Wannsee Verleih und geführte Touren
Kanuliebe Insel der Jugend, Alt-Treptow 6, Treptow SUP, Kajak und Tretboot am Treptower Park
Pura Vida Segelschule Hauptstraße 6T, Rummelsburg (Lichtenberg) Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene
Heiuki (Automat) Rummelsburger Bucht Selbstbedienung, online buchbar
SUP Center Insel Eiswerder, Spandau Havel, auch SUP-Yoga
Nalani Surfing Friedrichshagen, Müggelsee Verleih am größten See der Stadt

Häufige Fragen zum Stand-up-Paddling in Berlin

Braucht man für SUP in Berlin einen Führerschein?

Nein. Für muskelbetriebenes Stand-up-Paddling ist kein Sportbootführerschein erforderlich. Eine Führerscheinpflicht greift erst bei Motorbooten über 15 PS.

Darf man auf der Spree in der Innenstadt SUP fahren?

Nein. Der Abschnitt zwischen Kanzleramtssteg (km 14,10) und Oberbaumbrücke (km 20,70) einschließlich Spreekanal ist ganzjährig für muskelbetriebene Kleinfahrzeuge gesperrt. Das Regierungsviertel und die historische Mitte sind damit tabu.

Wo ist SUP für Anfänger in Berlin am besten?

Gut geeignet sind ruhige, windgeschützte Gewässer wie die Rummelsburger Bucht und der Schlachtensee. Beide bieten geschütztes Wasser und einfache Einstiege.

Wo ist Stand-up-Paddling in Berlin verboten?

Neben der Innenstadt-Spree gilt auf der Krumme Lanke ein ganzjähriges Verbot, da sie im Naturschutzgebiet liegt. Auch Schilfzonen und weitere Schutzgebiete sind zu meiden.

Was kostet ein SUP-Verleih in Berlin?

Als grobe Orientierung beginnen die Preise je nach Anbieter bei rund 15 Euro (Stand: 2026). Verbindlich sind die Angaben der jeweiligen Verleihstation, viele öffnen nur in der Sommersaison.

Regional Magazin Berlin

Das Autorenteam von "Regional Magazin Berlin Südwest" besteht aus leidenschaftlichen Journalisten und lokalen Experten, die sich darauf spezialisiert haben, authentische und relevante Geschichten aus dem südwestlichen Berlin zu erzählen. Mit einem tiefen Verständnis für die Kultur, Geschichte und den Lebensstil der Region verbinden sie die Gemeinschaft mit informativen, inspirierenden und fesselnden Artikeln. Ihr Engagement für hervorragenden Journalismus und ihre Liebe zu Berlin Südwest machen sie zu einer unverzichtbaren Informationsquelle für Einheimische und Besucher gleichermaßen.

Related Post

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert