Rehe im Wald beobachten, Ziegen streicheln oder Mufflons rufen hören: Neben Zoo und Tierpark hält Berlin eine Reihe von Wildgehegen und Streichelzoos bereit, deren Besuch nichts kostet. Dieser Überblick nennt die schönsten kostenlosen Tiergehege mit Adressen, Tieren und Öffnungszeiten, mit Stand Juli 2026.
Wer Tiere sehen möchte, muss in Berlin nicht zwingend Eintritt zahlen. Über die ganze Stadt verteilt liegen frei zugängliche Wildgehege in den Wäldern und kleine Tiergehege in Parks, in denen der Besuch kostenlos ist und lediglich um Spenden gebeten wird. Welcher Ort in welchem Stadtteil liegt, lässt sich mit dem Beitrag zu den Berliner Bezirken einordnen. Der folgende Überblick sortiert die Ziele nach Himmelsrichtung, vom größten Wildgehege im Westen bis zu den bedrohten Nutztierrassen im Osten.
Wildgehege oder Streichelzoo: der Unterschied und was frei ist
Zwei Arten von Tierorten sind zu unterscheiden. In einem Wildgehege leben heimische Wildtiere wie Rehe, Dam- und Rotwild, Wildschweine oder Mufflons auf großer Fläche hinter einem Zaun. Beobachten steht hier im Vordergrund, und oft braucht es etwas Glück oder Geduld, bis sich die Tiere zeigen. In einem Streichelzoo oder kleinen Tiergehege dagegen lassen sich Ziegen, Schafe oder Ponys aus der Nähe erleben und teils anfassen.
Gemeinsam ist fast allen Berliner Angeboten dieser Art, dass der Eintritt frei ist und die meist ehrenamtlich oder gemeinnützig betriebenen Einrichtungen von Spenden leben. Beim Füttern gilt Zurückhaltung: Erlaubt ist in der Regel nur Futter, das vor Ort ausgegeben oder ausdrücklich freigegeben wird, mitgebrachtes Futter kann den Tieren schaden. In den Waldgebieten gelten zudem Leinenpflicht für Hunde sowie ein striktes Grill- und Feuerverbot, da es sich um Naturschutzgebiete mit Waldbrandgefahr handelt.
Im Westen: das größte Wildgehege im Spandauer Forst
Das Wildgehege im Spandauer Forst an der Schönwalder Allee ist das größte auf Berliner Stadtgebiet. Auf rund 13 Hektar, eingebettet in ein etwa 1.370 Hektar großes Waldgebiet, leben Rot-, Dam- und Rehwild, Wildschweine sowie Mufflons. Nahe der Revierförsterei erlaubt ein Aussichtsturm den Blick über die Anlage. Die Tiere sind wenig scheu, gegen einen kleinen Zuschuss lässt sich vor Ort erworbenes Futter reichen. Das Gehege ist ganzjährig frei zugänglich.
Erreichbar ist der Standort mit dem Bus M45 ab Bahnhof Zoologischer Garten bis zur Haltestelle Johannesstift, ergänzend halten die Linien 137 und 237 in der Nähe. Familien verbinden den Besuch gern mit dem nahen Waldspielplatz und einem Spaziergang durch die angrenzenden Naturschutzgebiete. Weitere Hintergründe zum Wald bietet die Übersicht auf visitBerlin.
Im Norden: Damwild und Mufflons im Volkspark Rehberge
Im Westteil des rund 78 Hektar großen Volksparks Rehberge in Wedding liegt ein weiteres frei zugängliches Wildgehege. Hier leben Mufflons, ein Damhirsch, Kamerunschafe und Fasane, dazu sind nach einer Pause wieder Wildschweine eingezogen. Der Fortbestand des Geheges, das lange von vielen Kita- und Schulgruppen besucht wird, wurde vom Bezirk per Beschluss gesichert und eine feste Tierpflege eingerichtet.
Der Park ist jederzeit betretbar, der Besuch kostet nichts. Wie überall bei Wildtieren braucht es mitunter etwas Geduld, bis sich die Tiere blicken lassen. Erreichbar ist der Volkspark mit der U6 bis zur Station Rehberge, mit den Tramlinien 50 und M13 bis Seestraße oder Amrumer Straße sowie mit dem Bus 221. Es gelten Leinenpflicht und ein Grillverbot. Details führt das offizielle Porträt auf berlin.de.
Im Süden und Westen: Streichelzoos in Neukölln und Charlottenburg
Tierpark Neukölln in der Hasenheide
Am Rand des Volksparks Hasenheide, an der Adresse Hasenheide 82, liegt der Tierpark Neukölln mit angeschlossenem Naturhaus. In der kleinen Anlage leben Schafe, Kaschmir- und Angoraziegen, Hühner, Damwild, Weißstörche, Esel, Lamas, Minischweine, Emus und Puten, ein Teil davon im Streichelbereich. Am Wochenende wird Ponyreiten für kleine Gäste angeboten. Betrieben wird der Tierpark vom sozialen Unternehmen USE gGmbH, der Eintritt ist kostenlos, um Spenden wird gebeten. Geöffnet ist von April bis Oktober täglich von 9 bis 19:30 Uhr, von November bis März täglich von 9 bis 15:30 Uhr. Der nächste Zugang liegt am U-Bahnhof Hermannplatz.
Ziegenhof in der Danckelmannstraße
Im Charlottenburger Klausenerplatz-Kiez, an der Danckelmannstraße 16, dreht sich auf einem kleinen ehrenamtlich betriebenen Hof alles um Ziegen. Der Ziegenhof ist täglich und ganztägig frei zugänglich und lebt vom Engagement der Helferinnen und Helfer, die sich über Unterstützung und Spenden freuen. Für einen kurzen Abstecher zwischen Sophie-Charlotte-Platz und Westend ist das grüne Fleckchen ein ruhiger Kontrast zum Kiez ringsum.
Im Osten: bedrohte Nutztierrassen auf dem Tierhof Alt-Marzahn
Im historischen Dorfkern von Marzahn, an der Adresse Alt-Marzahn 63, hält der Tierhof gezielt vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen wie Rote Mangalitza-Wollschweine, Thüringer Waldziegen und Braune Bergschafe. Neben der Begegnung mit den Tieren gibt es Lernprogramme zur Nutztierhaltung und zum Getreideanbau. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist werktags meist von 8 bis 12 und von 13 bis 15:45 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 11 bis 15 Uhr. Erreichbar ist der Hof über den Bahnhof Marzahn. Gerade in den Schulferien lohnt sich der Ausflug, deren Termine der Beitrag zu den Schulferien in Berlin listet.
Zur Einordnung: Wer nicht nur schauen, sondern intensiv mithelfen möchte, findet dies eher auf den pädagogisch betreuten Kinderbauernhöfen, die einen eigenen Angebotstyp bilden. Und nicht jede Tiereinrichtung ist gratis. Das Haus Natur und Umwelt An der Wuhlheide 169 etwa verlangt Eintritt, mit rund 5 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder, und bildet damit eine kostenpflichtige Ausnahme unter den hier genannten Zielen.
Adressen, Bezirke und Tiere im Überblick
Die folgenden Angaben haben den Stand Juli 2026. Da mehrere Gehege ehrenamtlich betrieben werden und Zeiten saisonal wechseln, empfiehlt sich vor dem Besuch ein kurzer Blick auf die Seite des jeweiligen Anbieters.
| Ort | Bezirk | Adresse | Tiere (Auswahl) | Öffnung | Eintritt |
|---|---|---|---|---|---|
| Wildgehege Spandauer Forst | Spandau | Schönwalder Allee, 13587 Berlin | Rot-, Dam-, Rehwild, Wildschweine, Mufflons | ganzjährig frei zugänglich | frei (Spende) |
| Wildgehege Volkspark Rehberge | Wedding | Volkspark Rehberge (Westteil) | Mufflons, Damhirsch, Kamerunschafe, Wildschweine | Park jederzeit betretbar | frei |
| Tierpark Neukölln | Neukölln | Hasenheide 82, 10967 Berlin | Schafe, Ziegen, Damwild, Störche, Lamas, Esel | Apr-Okt 9-19:30, Nov-Mär 9-15:30 | frei (Spende) |
| Ziegenhof Danckelmannstraße | Charlottenburg | Danckelmannstraße 16, 14059 Berlin | Ziegen | täglich ganztägig | frei (Spende) |
| Tierhof Alt-Marzahn | Marzahn | Alt-Marzahn 63, 12685 Berlin | Wollschweine, Waldziegen, Bergschafe | Mo-Fr 8-12 & 13-15:45, Sa/So 11-15 | frei |
Häufige Fragen zu Streichelzoos und Wildgehegen in Berlin
Sind Streichelzoos und Wildgehege in Berlin kostenlos?
Die meisten frei zugänglichen Tiergehege und Wildgehege kosten keinen Eintritt. Da sie überwiegend ehrenamtlich oder gemeinnützig betrieben werden, sind Spenden willkommen. Kostenpflichtige Ausnahmen wie das Haus Natur und Umwelt sind entsprechend gekennzeichnet.
Welche Tiere leben in den Berliner Wildgehegen?
Typisch sind heimische Wildtiere wie Rehe, Dam- und Rotwild, Wildschweine sowie Mufflons. Im Spandauer Forst und im Volkspark Rehberge lassen sich diese Arten in weitläufigen Gehegen beobachten.
Darf man die Tiere füttern?
Im Wildgehege ist das Füttern nur mit vor Ort erhältlichem oder ausdrücklich freigegebenem Futter gestattet, mitgebrachtes Futter kann den Tieren schaden. In Streichelzoos gelten die jeweiligen Hausregeln, häufig mit festen Fütterungszeiten.
Welches ist das größte Wildgehege Berlins?
Das größte Wildgehege auf Berliner Stadtgebiet liegt im Spandauer Forst an der Schönwalder Allee. Auf rund 13 Hektar leben dort mehrere Wildarten, ein Aussichtsturm erleichtert die Beobachtung.
Wo lassen sich bei Regen Tiere anschauen?
Für verregnete Tage bietet sich eine überdachte, allerdings kostenpflichtige Alternative an: das Sea Life Berlin mit seinen Unterwasserwelten. Die frei zugänglichen Wildgehege im Wald sind dagegen bei jedem Wetter geöffnet.