Vegetarisch und vegan essen in Berlin: von der Imbiss-Institution bis zur Sterneküche

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Berlin gehört zu den veganfreundlichsten Städten der Welt. Das Spektrum reicht vom günstigen Seitan-Döner bei Vöner über vegane Bäckereien bis zur vegetarischen Sterneküche. Dieser Überblick sortiert die Szene nach Anlass und Preis und nennt konkrete Adressen, Kieze und Datenstände.

Im HappyCow-Ranking 2025 belegt Berlin nach London Platz zwei weltweit, gemessen unter anderem an rund 100 komplett veganen Restaurants und einem Zuwachs von rund sieben Prozent bei veganfreundlichen Lokalen. In der Praxis bedeutet das: pflanzliche Optionen sind in Berlin kein Nischenthema, sondern in fast jedem Kiez selbstverständlich. Das Angebot verteilt sich vom Fünf-Euro-Snack bis zum mehrgängigen Sternemenü, und genau diese Spannweite macht die Stadt für Einsteiger wie für Fortgeschrittene interessant.

Ein Hinweis vorweg, der in der veganen Gastronomie besonders zählt: Die Szene ist schnelllebig, Läden eröffnen und schließen häufig. Das lange gefeierte Zero-Waste-Restaurant FREA etwa hat im Juni 2025 nach sechs Jahren geschlossen. Öffnungszeiten und Bestand sollten deshalb vor einem gezielten Besuch kurz gegengeprüft werden.


Vöner und die vegane Imbiss-Tradition: wo der pflanzliche Döner in Berlin herkommt

Der Einstieg in Berlins vegane Küche führt fast zwangsläufig über den Döner. In der Boxhagener Straße 56 in Friedrichshain steht mit dem Vöner der erste vegane Döner Deutschlands. Was als mobiler Stand auf Festivals begann, hat 2006 seinen festen Imbiss bezogen. Der Spieß besteht aus Weizeneiweiß, Gemüse, Hülsenfrüchten und Gewürzen, wird am Grill gedreht und im Fladenbrot, als Dürüm oder auf dem Teller mit Bio-Pommes serviert. Alles auf der Karte ist vegan, die Preise bewegen sich im klassischen Imbiss-Rahmen. Details führt die Betreiberseite von Vöner.

Vöner hat eine ganze Nische angestoßen. Inzwischen ist der vegane Döner ein eigenes kleines Genre, etwa mit dem Zerö Kebap am Rosenthaler Platz. Dass pflanzliches Street Food in Berlin so nah an der türkischen Imbisskultur entstanden ist, hat einen Grund: Die Stadt hat eine der dichtesten Döner-Landschaften Europas. Wie tief diese Tradition reicht, zeigt die Szene der türkischen Restaurants in Berlin.


Vegane Bäckereien, Donuts und Cafés: der süße Teil der Stadt

Der wohl bekannteste vegane Süßwaren-Export der Stadt sind die Donuts von Brammibal’s. Was am Maybachufer 8 in Neukölln begann, ist zu mehreren Filialen gewachsen, arbeitet bargeldlos und wechselt das Donut-Sortiment täglich, ergänzt um Kaffee und pflanzliches Softeis. Für herzhafte Klassiker sorgt Das Försters in der Dunckerstraße 2A in Prenzlauer Berg, wo Rouladen, Königsberger Klopse und Matjes in veganer Fassung auf den Teller kommen. Ebenfalls in Prenzlauer Berg bietet das Froindlichst in der Immanuelkirchstraße 31 vom Frühstück bis zum Burger fast alles pflanzlich an, mit dem Ableger Kjeks für Desserts.

Prenzlauer Berg ist damit einer der Kieze, in denen sich veganes Frühstück und Kaffeekultur besonders leicht verbinden lassen. Passende Anlaufstellen bündelt die Übersicht der gemütlichen Cafés in Prenzlauer Berg.


Rein pflanzliche Restaurants zum Sattessen: von Neuköllner Tapas bis zum veganen Brauhaus

Wer sich richtig hinsetzen möchte, findet über die halbe Stadt verteilt reine Pflanzenküche. Im Alaska in der Reuterstraße 85 in Neukölln kochen drei spanische Freunde zu hundert Prozent vegane Tapas, bekannt ist das Haus für seinen Lachs auf Karottenbasis. In Kreuzberg steht das Happa in der Schlesischen Straße 35a für die kreative Linie der Szene, geführt von Sophia Hoffmann, einer der prägenden Figuren der veganen Bewegung in Berlin. Bodenständiger geht es im Vaust in der Kienitzer Straße 95 in Neukölln zu, einem veganen Brauhaus mit selbst gebrautem Bier und herzhafter Küche.

Die Adressen liegen schwerpunktmäßig in Neukölln, Kreuzberg und Friedrichshain. Wer die Stadt entlang ihrer Kieze erkunden will, findet eine Orientierung in der Übersicht der Berliner Bezirke. Weil in der veganen Gastronomie viel Bewegung herrscht, lohnt sich vor dem Besuch ein Blick auf die aktuelle Öffnungslage, gerade bei kleineren, inhabergeführten Läden.


Vegetarische und vegane Sterneküche in Berlin: Cookies Cream, Bonvivant und die Rolle des Gemüses

Das obere Ende des Spektrums zeigt, dass fleischlose Küche in Berlin längst in der Spitzengastronomie angekommen ist. Das Cookies Cream in der Behrenstraße 55 hinter Unter den Linden kocht rein vegetarisch und hält seit 2017 einen Michelin-Stern. Der Eingang liegt versteckt in einem Hinterhof, hinein kommt nur, wer klingelt. Seit Mai 2026 verantwortet Patrick Ziegert die Küche. Das Bonvivant in der Goltzstraße 32 in Schöneberg trägt ebenfalls einen Stern, versteht sich als Cocktail-Bistro, stellt Gemüse in den Mittelpunkt und bietet vegane Menüs.

Zur Einordnung gehört eine Präzisierung: Das mit zwei Sternen ausgezeichnete Horváth am Paul-Lincke-Ufer 44A in Kreuzberg rückt Gemüse zwar konsequent in den Mittelpunkt, ist aber kein rein vegetarisches Haus. Wer gezielt vegetarische oder vegane Sterneküche sucht, ist im Cookies Cream und im Bonvivant am klarsten aufgehoben.


Wo die vegane Szene sitzt: Neukölln, Friedrichshain und die pflanzlichen Kieze

Die vegane Dichte verteilt sich nicht gleichmäßig über die Stadt, sondern konzentriert sich auf wenige Kieze. Die folgende Übersicht ordnet, wo welcher Schwerpunkt liegt (Stand: 2026).

Kiez / Bezirk Schwerpunkt Beispiele
Friedrichshain veganes Street Food, Imbiss, Eis Vöner (Boxhagener Str. 56), veganes Eis am Boxhagener Platz
Neukölln Restaurants, Cafés, Brauhaus Alaska (Reuterstraße 85), Vaust (Kienitzer Str. 95), Brammibal’s (Maybachufer 8)
Kreuzberg kreative Pflanzenküche Happa (Schlesische Str. 35a)
Prenzlauer Berg Frühstück, Backwaren, Hausmannskost Das Försters (Dunckerstraße 2A), Froindlichst (Immanuelkirchstraße 31)
Mitte / Schöneberg vegetarische und vegane Sterneküche Cookies Cream (Behrenstraße 55), Bonvivant (Goltzstraße 32)

Für die Planung eines pflanzlichen Tages lohnt es sich, den Imbiss-Snack, das Restaurant und das Café geografisch zu bündeln, statt quer durch die Stadt zu fahren. Wer veganes Essen mit einem größeren Food-Erlebnis verbinden möchte, wird auch bei den Streetfood-Festivals in Berlin fündig, auf denen pflanzliche Stände fester Bestandteil sind. Eine offizielle Einordnung der Berliner Restaurantlandschaft bietet ergänzend das Hauptstadtportal berlin.de.


Häufige Fragen zu veganem und vegetarischem Essen in Berlin

Ist Berlin eine gute Stadt für Veganer?

Im HappyCow-Ranking 2025 belegt Berlin nach London Platz zwei weltweit. Die Stadt zählt rund 100 komplett vegane Restaurants, dazu zahlreiche veganfreundliche Lokale in nahezu jedem Kiez.

Wo gibt es in Berlin veganen Döner?

Der erste vegane Döner Deutschlands stammt vom Vöner in der Boxhagener Straße 56 in Friedrichshain. Inzwischen haben weitere Läden nachgezogen, etwa das Zerö Kebap am Rosenthaler Platz.

Gibt es in Berlin vegetarische oder vegane Sterne-Restaurants?

Ja. Das Cookies Cream Unter den Linden kocht rein vegetarisch und hält seit 2017 einen Michelin-Stern, das Bonvivant in Schöneberg trägt ebenfalls einen Stern und bietet vegane Menüs. Das mit zwei Sternen ausgezeichnete Horváth stellt Gemüse in den Mittelpunkt, ist aber nicht rein vegetarisch.

Wo gibt es in Berlin vegane Donuts und Süßes?

Bekannt sind die veganen Donuts von Brammibal’s mit Ursprung am Maybachufer und mehreren Filialen. Vegane Backwaren und Kuchen finden sich außerdem in zahlreichen Cafés, viele davon in Prenzlauer Berg und Neukölln.

In welchen Bezirken ist die vegane Auswahl am größten?

Die höchste Dichte liegt in Neukölln, Friedrichshain, Kreuzberg und Prenzlauer Berg. Die vegetarische und vegane Sterneküche konzentriert sich dagegen auf Mitte und Schöneberg.

Regional Magazin Berlin

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