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Prof. Dr. Hannes Rothe, Juniorprofessor für Educational Service Engineering & IT-Entrepreneurship an der Freien Universität Berlin

Prof. Dr. Hannes Rothe | Foto: © Screenshot Lorenz, zoom
Prof. Dr. Hannes Rothe | Foto: © Screenshot Lorenz, zoom

3. März 2021: Berlin hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Startup-Hochburg von Europa entwickelt. Gleichzeitig ist die Hauptstadtregion ein führender Standort in der Lebenswissenschaft, Gesundheitswirtschaft und Gesundheitsversorgung.

Der Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Hannes Rothe ist vom Berliner Südwesten und der Freien Universität Berlin aus in zweierlei hervorragend kombinierbaren Aufgabenbereichen unterwegs: Einerseits gilt sein Forschungsinteresse dem digitalen Unternehmertum, digitalen Infrastrukturen und Ökosystemen sowie der Daten- und Wissensorganisation, andererseits setzt er sich für Startups und deren Gründungsideen ein und begleitet sie vom Vorlesungssaal bis zum marktreifen Produkt. – Ein Beweis für das erfolgreiche Zusammenwirken einer anwendungsnahen und theoretisch fundierten Wirtschaftsinformatik.

Darüber hinaus arbeitet der für seine Arbeiten über Informationssysteme mehrfach ausgezeichnete Juniorprofessor derzeit im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe mit der im Januar 2021 und voraussichtlich bis September dieses Jahres laufenden Studie der Freien Universität Berlin an der Untersuchung der Frage: Welche Gründe gibt es für die geringe Gründungsdynamik im Biotech-Sektor in der Region Berlin-Brandenburg?

Die Ergebnisse sollen in den sogenannten Masterplan Industriestadt Berlin einfließen, um gezielte Maßnahmen zur Förderung der Berliner Industrie daraus abzuleiten.

Damit sind die zu erwartenden Ergebnisse auch für Berlin Südwest besonders relevant. Das sich in Berlin-Dahlem im Aufbau befindende FUBIC (Business and Innovation Center next to Freie Universität Berlin Campus) soll u.a. mit zusätzlichen Laborflächen dabei helfen, das herausragende Potential aus Wirtschaft und Wissenschaft am Standort Berlin SÜDWEST noch gezielter auszuschöpfen. Dafür soll vor allem auch Startups und Spin-offs aus dem Biotech-Bereich der Weg in eine erfolgversprechende Zukunft geebnet werden.

Digital Entrepreneurship Hub (DEH) | Foto: © de-hub.org, FU Berlin
Digital Entrepreneurship Hub (DEH) | Foto: © de-hub.org, FU Berlin

Das Gelernte direkt umsetzen
Hannes Rothe verbrachte seine Jugendjahre auf der Insel Rügen. Sein Berufsweg begann mit der Ausbildung zum Verlagskaufmann, danach studierte der angehende  Wirtschaftswissenschaftler in Bochum und an der Freien Universität Berlin, war Gastforscher an der Universität Cambridge und der TU Graz. Schon früh war sein Leitmotiv: „Wie lösen wir mit faszinierender Forschung reale Probleme im Markt?“
Er promovierte 2015 an der Freien Universität Berlin bei Prof. Dr. Martin Gersch (siehe auch Porträt Prof. Gersch). Gemeinsam mit Juniorprofessorin  Dr. Janina Sundermeier (siehe auch News+Aktuelles vom 22.02.2021: „Mehr Frauen am Start“) und Prof. Gersch gründete Hannes Rothe den Digital Entrepreneurship Hub (DEH) im Juni 2018 auf der „Langen Nacht der Wissenschaften“. Der DEH spannt ein weites Dach über die Gründungslehre und –forschung der Freien Universität Berlin und anderer namhafter wissenschaftliche Einrichtungen.

Bereits seit 2013 ist Hannes Rothe an der Freien Universität Berlin für die Sensibilisierung und Qualifizierung unternehmerischen Handelns verantwortlich und gilt inzwischen als Motivator und Katalysator für Unternehmensgründungen im Berliner Südwesten.

Er arbeitete zuerst als Mitarbeiter von Prof. Gersch und später als Juniorprofessor im Entrepreneurship Education-Bereich. Seit 2017 liegt Prof. Rothes  Arbeitsschwerpunkt in der Begleitung von Doktoranden und Postdocs. Dabei arbeitet er größtenteils mit WissenschaftlerInnen aus den Lebenswissenschaften. Er weiß: „LebenswissenschaftlerInnen sind etwas Besonderes: Sie studieren, um zu promovieren.“ In seinen Workshops erhalten sie schließlich das Rüstzeug, um die im Studium erworbenen Kenntnisse nicht nur in der Forschung, sondern zukünftig auch erfolgreich marktbezogen einsetzen zu können, beispielsweise für die Entwicklung von Medizinprodukten.

Berlin Science Week | Foto: © Dirk Enters, FU Berlin
Berlin Science Week | Foto: © Dirk Enters, FU Berlin

„Wie lösen wir mit faszinierender Forschung reale Probleme im Markt?“ ist dabei auch hier wieder die Frage, die es zu beantworten gilt, wenn LebenswissenschaftlerInnen den Weg nach außen antreten.
Den geraden Weg vom Labor auf den Markt unterstützt auch die jährlich im Frühjahr stattfindende und von Prof. Rothe mit Profund Innovation begleitete „Research to Market Challenge“ an der Berlin University Alliance. Der Wettbewerb wurde 2014 von der Freien Universität und der Charité-Universitätsmedizin Berlin ins Leben gerufen, um WissenschaftlerInnen ihre Ideen für die Verwertung ihrer Forschungsergebnisse präsentieren zu lassen.

Rothe-Studie zu Biotech-Startups
 „Berlin muss sich nicht verstecken“, betont Prof. Hannes Rothe und denkt dabei an die im Startup-Bereich deutschlandweit führende Stellung der Hauptstadt. Dennoch bestehe europaweit gesehen für Berlin deutlicher Verbesserungsbedarf auf dem Weg von der Forschung zur Gründung.
Prof. Rothe erklärt: “Das sich in der Umsetzungsphase befindende FUBIC bietet da ideale Voraussetzungen, um erworbenes Wissen am Zukunftsort Berlin SÜDWEST direkt in die Praxis umzusetzen und zu vermarkten.“

Gemeinsam mit BerlinPartner stellt sich der Juniorprofessor die Frage, warum es in Berlin und Umgebung nur eine so überschaubare Zahl an Startups des Sektors Biotechnologie gibt. – Auch wenn die gerade angelaufene Studie dazu noch keine klaren Erkenntnisse zulässt: Ein Grund dafür dürften neben Engpässen in der privaten Finanzierung, bürokratischen Stolpersteinen und Nachwuchsproblemen für Gründer und Gründerinnen auch fehlende Laborkapazitäten sein. Ziel der Untersuchung ist es, Empfehlungen für ein auf die Besonderheiten der Berliner Biotechnologie abgestimmtes und optimiertes Transfersystem zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zu entwickeln.

FUBIC (Technologie- und Gründungszentrum) in Dahlem | Foto: © Heinle Wischer und Partner | Freie Architekten
FUBIC (Technologie- und Gründungszentrum) in Dahlem | Foto: © Heinle Wischer und Partner | Freie Architekten

Mit dem FUBIC zu neuen Büros und Laboren
Den Zustand fehlender Labore und Büros vom Berliner Südwesten aus zu ändern, hat sich das in Berlin-Dahlem in Umsetzung stehende FUBIC zum Ziel gesetzt. - Für Startups ein äußerst reizvoller Standort, glaubt auch Prof. Rothe. Mit der Freien Universität Berlin, der BAM, dem Konrad-Zuse-Institut, dem Campus Benjamin Franklin und der Start-up Villa der Freien Universität Berlin in direkter FUBIC-Nachbarschaft, bieten diese auch für Neugründungen attraktiven Institutionen zukünftig beste Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten für einen erfolgversprechenden Start ins Unternehmertum und eine sichere Positionierung.

Beruf und Hobby in Einem
Im Rahmen der Pandemie haben Unternehmen, die jahrelang unterbewertet wurden, nun bahnbrechende Vakzine entwickelt, eine Tatsache, die zukünftig auch im Investorenbereich manch Umdenken und damit erhöhtes Interesse für den Biotechnologie-Bereich mit sich bringen könnte, prognostiziert Prof. Rothe, der mit seiner Forschung Wissenstransfer fordert, aber ebenso voranstrebend und fokussiert unternehmerisches Denken fördert und den Weg des Studenten vom Vorlesungssaal bis zum Unternehmen und fertigen Marktprodukt mit viel Empathie und Begeisterung begleitet.

„Ich habe einen tollen Beruf“, so fasst Hannes Rothe überzeugend die spannende Vielfalt seiner Tätigkeitbereiche zusammenfassen, die – neben seiner Familie mit seinen zwei kleinen Töchtern – sein größtes Hobby sind.


Text: Jacqueline Lorenz

Kontakt und weitere Informationen unter:

Freie Universität Berlin
Juniorprofessor for Educational Service Engineering und IT-Entrepreneurship
Department of Information Systems
School of Business & Economics
Juniorprofessor
Prof. Dr. Hannes Rothe
Garystr. 21
14195 Berlin

Telefon: +49 30 838 51985
E-Mail: hannes.rothe(at)fu-berlin.de

www.wiwiss.fu-berlin.de



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