News & Termine


Univ.-Prof. Dr. Martin Gersch, Initiator des „Digital Entrepreneurship Hub (DEH)“ an der Freien Universität Berlin

Prof. Dr. Martin Gersch. Foto: profund/FU Berlin
Prof. Dr. Martin Gersch. Foto: profund/FU Berlin

20.06.2018: Wirtschaftsinformatik mit der Lizenz zum Netzwerken: Beruf und Hobby zugleich
Kurz könnte man ihn als einen der erfolgreichsten Netzwerker zugunsten der jungen digitalen Gründerszene beschreiben: Prof. Dr. Martin Gersch, Wirtschaftsinformatiker durch und durch, der gemeinsam mit Juniorprofessor Dr. H. Rothe und Dr. Janina Sundermeier das neue „Digital Entrepreneurship Hub (DEH)“, ein Dach für die Gründungslehre und -forschung an der Freien Universität Berlin, geschaffen hat. In der „Langen Nacht der Wissenschaften“ am 9. Juni 2018 wurde  diese einzigartige, Disziplinen-übergreifende Plattform offiziell eröffnet: de-hub.org
 
Schwerpunkte der Arbeit von Prof. Gersch liegen u.a. in den Bereichen Service Engineering, Digitale Transformation (u.a. Mobilität und Gesundheit), E-Business, E-Commerce, ökonomische Theorien und Entrepreneurship.

In dieser Ausrichtung begleitet der Wirtschaftsinformatiker bereits im zehnten Jahr Studierende aller Fachbereiche beim zweimal jährlich stattfindenden „Funpreneur-Wettbewerb“ der Freien Universität Berlin. Hier kreieren Studierende als  Unternehmer auf Zeit neue Geschäftsideen, gründen eine Firma und lernen neue Märkte zu erobern. Der Wettbewerb ist offen für Studierende aller Fachbereiche und aller Berliner Hochschulen.

Der Weg
Martin Gersch, gebürtig in Wattenscheid, wächst als Sohn einer Einzelhandelskauffrau und eines Zimmermanns in Nordrhein-Westfalen auf. Nach der Schule studiert er an der Ruhr-Universität Bochum das Fach Wirtschaftswissenschaften und promoviert 1996 zum Thema „Vernetzte Geschäftsbeziehungen“;  als Promotions-Auszeichnung erhält er den Ernst-Zander- sowie den Gebrüder-Deschauer-Preis. 1997 bis 1999 übernimmt Gersch leitende Aufgaben in der internationalen Unternehmensentwicklung der Tengelmann-Gruppe,  u.a. in Mühlheim/Ruhr und in Ungarn. Er erklärt heute: „In dieser Zeit habe ich viele nützliche Erfahrungen für meinen Lebensweg gewonnen, die ich nicht missen möchte.“

Aktiv will er den Internet-Umbruch begleiten und ist von seiner Rückkehr an die Universität 2000 bis 2006 maßgeblich am Aufbau des „Competence Center E-Commerce“ an der Ruhr-Universität Bochum beteiligt. Dort habilitiert er sich zum Thema „Flexibilitätsfallen“ und erhält die Lehrbefugnis für die Fächer „Betriebswirtschaftslehre“ und „Wirtschaftsinformatik“. Nach der Berufung an die Freie Universität Berlin im Jahr 2007 wird Martin Gersch unter anderem Geschäftsführender Direktor des Instituts für Betriebswirtschaftslehre und Mitbegründer des „Departments Wirtschaftsinformatik“. Mit dem Projekt „Disease in Human Aging (DynAge)“ als Dach interdisziplinärer Forschung erreicht die Kooperation von Freier Universität Berlin und Charité Universitätsmedizin Berlin unter tatkräftiger Mithilfe von Martin Gersch einen großen Vernetzungserfolg. Parallel ist er als Teil der Projektleitung im fünf Jahre geförderten BMWi-Projekt „Entrepreneurial Network University (ENU)“ (2013-2018) verantwortlich für die „Entrepreneurship Education“. Auch begleitet er ab dem Jahr 2014 erfolgreich die Einwerbung der Nachwuchsforschergruppe „Health-IT and Business Model Innovation“ sowie 2016 den Aufbau des neu entwickelten „Einstein Center Digital Future (ECDF)“ der Einstein Stiftung Berlin. Hierbei gelingt ihm unter anderem die Einwerbung zweier Stiftungs-Professuren im Bereich „Digital Transformation“.

Foto: funpreneur wettbewerb/ profund/ FU Berlin
Foto: funpreneur wettbewerb/ profund/ FU Berlin

Funpreneur-Wettbewerb
Als disziplinübergreifenden „Schnupperkurs“ in die Gründerszene und praktische Berufsvorbereitung für Studierende aller Fachbereiche, die sich unternehmerisch testen möchten, bezeichnet Prof. Gersch den einmal pro Semester stattfindenden achtwöchigen Funpreneur-Wettbewerb. Er liefert die solide Basis für etliche Aufbaukurse. Unterstützt wird er dabei u.a. von Profund Innovation-Gründungsförderung der Freien Universität, der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, der Ernst-Reuter-Gesellschaft, der Berliner Sparkasse und den Wirtschaftsjunioren Berlin.

24  Wettbewerbe hat es bereits gegeben; jährlich nehmen regelmäßig über 100 Studierende in ca. 30 Teams teil. Die „Keimzelle“ der Gründungslehre an der FU Berlin geht auf den ehemaligen Hochschulprofessor und Gründer der „Teekampagne“, Prof. Dr. Günter Faltin, zurück. Prof. Gersch  leitet inzwischen den Funpreneur-Wettbewerb als Teil und Einstieg in die „Entrepreneurship Education“ und hat ihn gemeinsam mit Profund Innovation zu einem Markenzeichen für Unternehmerisches Denken von Anfang an entwickelt. „Dabei lernen die Studierenden in kurzer Zeit alle Herausforderungen eines Startups, von der ersten Idee über die Konzept- und Produktentwicklung bis zur Vermarktung mit Partnern in Netzwerken“, betont er.

23. Abschlussveranstaltung Funpreneur-Wettbewerb. Foto: Bernd Wannenmacher
23. Abschlussveranstaltung Funpreneur-Wettbewerb. Foto: Bernd Wannenmacher

Wettbewerbs-Ziel ist die Gründung einer Studentenfirma mit einem symbolischen Startkapital von 5 Euro, begleitet durch erfahrene Wirtschaftspaten. Im Rahmen der Veranstaltung findet ein Workshop zur Ideenfindung statt, dem die praktische Ausgestaltung mit einer fünfwöchigen Praxisphase folgt. Im Pitch konkurrieren schließlich ausgewählte Teams um die gestifteten Preisgelder in Höhe von insgesamt 2.500 Euro, die im Rahmen einer abschließenden Präsentations-Veranstaltung von einer Jury aus Wirtschaftsvertretern vergeben werden. Aus dem Funpreneur-Wettbewerb haben sich  einige sehr erfolgversprechende Startups entwickelt, die über das „PROFUND-INNOVATION“-Netzwerk der Freien Universität z.B. durch ein Berliner Startup-Stipendium oder im Rahmen des sog. EXIST-Programms weiter unterstützt werden können. Hier bildet die gegenseitige Vernetzung an der Freien Universität Berlin, aber auch mit allen anderen Berliner Universitäten und der Charité Universitätsmedizin, die Grundlage für den späteren Erfolg.

Foto: Foto: profund/FU Berlin
Foto: Foto: profund/FU Berlin

Digital Entrepreneurship Hub
Mit dieser einzigartigen digitalen Plattform für alle Disziplinen der Berliner Universitäten öffnen die Freie Universität Berlin und das Team um Prof. Gersch am Department Wirtschaftsinformatik eine zentrale Anlaufstelle für Gründungslehre und –forschung im digitalen Zeitalter.

„Zentrales Ziel ist die Verstetigung und Weiterentwicklung der im Projekt ENU (Entrepreneurial Network University) entstandenen Lehr- und Forschungsstrukturen in einem interdisziplinären Netzwerk“, erklärt Gersch. Er hebt dabei die Relevanz der Verzahnung von Gründungslehre und Gründungsforschung, die Bedeutung digitaler Potenziale, eine Sensibilität für Diversität sowie die zielgruppenorientierte Differenzierung hervor; Bachelor- und Masterstudierende, Doktoranden und Postdoktoranden erhalten auf ihre Bedarfe abgestimmte Angebote zur Sensibilisierung und Qualifizierung.  Damit wird unternehmerisches Denken und Handeln befördert und durch digitale, auch forschungsbasierte Methoden unterstützt. Die verschiedenen Zielgruppen werden darauf vorbereitet, Verantwortung in zunehmend digitalisierten Kontexten zu übernehmen.

Aussichten
Prof. Gersch als dynamische Persönlichkeit ist mit seinen vielfältigen Aktivitäten in Forschung, Lehre und Wirtschaft für das Gründungsgeschehen im Berliner Südwesten unverzichtbar, gerade auch für das  entstehende Innovationszentrum FUBIC an der FU Berlin in Dahlem. Er vermag der Gründerszene im digitalen morgen viele Impulse geben.

Als seine Vorbilder benennt er den Gründungsvater des Dienstleistungs- und Investitionsgütermarketings Prof. Dr. Dr. h.c. Werner H. Engelhardt (Ruhr-Universität Bochum) und den 2017 verstorbenen Ökonom und Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot (LMU München), der für die Zukunft die notwendige Verbindung von Ökonomie und Informationstechnologie in den Mittelpunkt rückte: hin zu einem besseren Verständnis für relevante Mechanismen, die den Verlauf und die Geschwindigkeit der Digitalen Transformation bestimmen. Diese besser zu verstehen befähigt, digitale Chancen und Risiken realistischer einschätzen zu können. In diesem Sinne versteht sich Prof. Gersch als „reflektierter Gründungsaktivist“ und „digitaler Türöffner“ im Berliner Südwesten.


Text: Jacqueline Lorenz

Freie Universität Berlin
Fachbereich Wirtschaftswissenschaft
Competence Center E-Commerce, Einstein Center Digital Future, Digital Entrepreneurship Hub
Garystr. 21
14195 Berlin

Tel.: +49 (0)30 838 53300 / 53690
Mail: martin.gersch(at)fu-berlin.de

www.wiwiss.fu-berlin.de



Das „Regionalmanagement Berlin SÜDWEST“ (RMSW) ist im Rahmen des Wirtschaftsförderprogramms Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln sowie einem entsprechenden Anteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin finanziert.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie  Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung  Berlin Steglitz-Zehlendorf

Regionalmanagement Berlin SÜDWEST
Schloßstraße 48
Gutshaus Steglitz
12165 Berlin

T +49 (0)30-707 600 84
F +49 (0)30-707 600 26
info@rm-berlin-sw.de