Schmerzmittel ohne gefährliche Nebenwirkungen

Foto: Charité, FU Berlin
Foto: Charité, FU Berlin

04.07.2017: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin am Campus Benjamin Franklin haben eine neue Klasse von Schmerzmedikamenten entwickelt. Mittels neuartiger chemischer Synthesemethoden wurde das konventionelle Schmerzmedikament Morphin an Trägermoleküle, sogenannte Nanocarrier, gekoppelt. Diese Bindung wird nur im Zielgewebe gelöst, im entzündeten Milieu bei Verletzungen, so dass Morphin keine Nebenwirkungen in gesunden Geweben wie im Gehirn oder in der Darmwand nach sich ziehen kann. Die Forschungsergebnisse wurden in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins eLife veröffentlicht.

Opioide sind starke schmerzstillende Substanzen. Sie werden insbesondere bei Schmerzen durch Gewebeverletzungen und Entzündungen eingesetzt, beispielsweise nach Operationen, bei Arthritis oder bei Tumorerkrankungen. Häufige, zum Teil gefährliche Nebenwirkungen sind Benommenheit, Übelkeit, Verstopfung oder sogar Atemstillstand. Durch innovative chemische Synthesemethoden, die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Rainer Haag am Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität erarbeitet wurden, konnte das Forscherteam eine neue Klasse von Molekülen entwickeln. In der Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Christoph Stein am Institut für Anästhesie und Intensivmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin konnte für das neuentwickelte Polymerkonjugat „Polyglycerol-Morphin“ eine Schmerzstillung ausschließlich im entzündeten Gewebe nachgewiesen und damit das Risiko bedrohlicher Nebenwirkungen ausgeschaltet werden.

Das Forschungsprojekt wurde über die Fokus Area Nanoscale der Freien Universität und das Helmholtz virtuelle Institut für multifunktionale Biomaterialien gefördert.

Die Firma DendroPharm, einer Ausgründung aus der Freien Universität, plant die Entwicklung von Medikamenten für die Human- und Tiermedizin, die auf der neuen Technik basieren.

Weitere Informationen

Publikation

https://doi.org/10.7554/eLife.27081

Kontakt

Prof. Dr. Christoph Stein, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Telefon: 030 450-551522, E-Mail: Christoph.Stein@charite.de

Prof. Dr. Rainer Haag, Institut für Chemie und Biochemie, Freie Universität Berlin, Telefon: 030 838-61958 (Sekr.), E-Mail: haag@chemie.fu-berlin.de

Dr. Sam Dylan Moré, Geschäftsführer, Geschäftsführer von DendroPharm, Telefon: 030 40528866, E-Mail: sam.more@dendropharm.de

Quelle: http://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2017/fup_17_182-schmerztherapie-medizin-medikation-nanocarrier/index.html



Das „Regionalmanagement Berlin SÜDWEST“ (RMSW) ist im Rahmen des Wirtschaftsförderprogramms Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln sowie einem entsprechenden Anteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin finanziert.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie  Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung  Berlin Steglitz-Zehlendorf

Regionalmanagement Berlin SÜDWEST
Schloßstraße 48
Gutshaus Steglitz
12165 Berlin

T +49 (0)30-707 600 84
F +49 (0)30-707 600 26
info@rm-berlin-sw.de