Die Berliner Currywurst im Vergleich: Curry 36, Konnopke und die Klassiker der Stadt

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Rund 70 Millionen Currywürste gehen jedes Jahr allein in Berlin über die Theke. Zwischen dem Kreuzberger Curry 36 und dem Prenzlauer Konnopke tobt dabei die älteste Imbissdebatte der Stadt: mit oder ohne Darm. Dieser Vergleich ordnet die wichtigsten Klassiker nach Geschichte, Standort und Besonderheit.

Die Currywurst ist Berlins bekanntester Beitrag zur deutschen Imbisskultur, und kaum ein Gericht wird so leidenschaftlich diskutiert. Zwei Fragen bestimmen fast jedes Gespräch: Wer hat sie erfunden, und gehört sie mit oder ohne Darm serviert. Beide Fragen führen tief in die Berliner Stadtgeschichte, und beide haben ihre festen Lager. Wer die Stadt über ihren Kult-Snack kennenlernen will, kommt an den folgenden Adressen nicht vorbei.


Wie Herta Heuwer 1949 in Charlottenburg die Currywurst erfand

Berlin führt seinen Anspruch auf die Currywurst auf eine Person zurück: Herta Heuwer. Am 4. September 1949 mischte sie an ihrem Imbissstand an der Kantstraße Ecke Kaiser-Friedrich-Straße in Charlottenburg eine Soße aus Tomatenmark, Currypulver und weiteren Gewürzen und goss sie über gebratene Brühwurst. Die Soße ließ sie später unter dem Fantasienamen „Chillup“, einer Mischung aus Chili und Ketchup, als Marke schützen; die Eintragung erfolgte 1959. Das genaue Rezept blieb geheim, Heuwer vernichtete ihre Aufzeichnungen und nahm die Rezeptur 1999 mit ins Grab. Seit 2003 erinnert eine Gedenktafel am Haus Kantstraße 101 an sie.

Unumstritten ist die Berliner Urheberschaft nicht. Hamburg und das Ruhrgebiet erheben eigene Ansprüche, und der Schriftsteller Uwe Timm siedelte die Erfindung in seiner Novelle mit der fiktiven Figur Lena Brücker in der Hansestadt an. Amtlich abgesichert ist immerhin die geografische Herkunft: „Berliner Currywurst ohne Darm“ ist als geschützte geografische Angabe eingetragen. Wer nach dem kulinarischen Charlottenburg von heute sucht, findet weitere Adressen in der Übersicht der besten Restaurants in Charlottenburg.


Konnopke’s Imbiß in Prenzlauer Berg: das Original des Ostens seit 1930

Der älteste noch bestehende Currywurst-Klassiker der Stadt ist Konnopke’s Imbiß. Max Konnopke gründete den Betrieb am 4. Oktober 1930 zunächst als Bauchladen an der Schönhauser Allee Ecke Danziger Straße, wo der Stand bis heute unter der Hochbahn-Brücke der U2 steht, unmittelbar am U-Bahnhof Eberswalder Straße. Ab 1960 gab es hier die erste Currywurst Ost-Berlins, nach einem Familienrezept und traditionell ohne Darm. Der Imbiss ist bis heute in Familienhand der Ziervogels und bietet die Wurst inzwischen auch in vegetarischer und veganer Variante. Die Adresse lautet Schönhauser Allee 44B, erreichbar mit der U2 sowie den Tramlinien M1 und 12. Wissenswertes führt die Betreiberseite von Konnopke.

Wer die Familientradition in neuer Form probieren möchte, wird wenige Stationen entfernt fündig: Mario Ziervogel, ein Enkel von Max Konnopke, betreibt seit 2012 das Ziervogel’s Kult-Curry am Senefelderplatz. Für einen Kaffee oder ein Frühstück rund um Konnopke lohnt außerdem der Blick in die gemütlichen Cafés in Prenzlauer Berg.


Curry 36 am Mehringdamm: der Kreuzberger Klassiker für die späte Stunde

Das westliche Gegenstück heißt Curry 36 und steht am Mehringdamm 36 in Kreuzberg, direkt neben dem berühmten Gemüse-Kebap von Mustafa’s. Der Imbiss ist laut, zentral und vor allem eines: lange geöffnet. Wenn andere Buden längst geschlossen haben, bildet sich hier bis in die frühen Morgenstunden die Schlange, was Curry 36 zur klassischen Anlaufstelle nach dem Club macht. Inzwischen gibt es weitere Standorte am Zoo, am Hauptbahnhof und an der Warschauer Straße. Wo Konnopke für die ostberliner Variante ohne Darm steht, gilt Curry 36 vielen als Vertreter der Variante mit Darm, was die beiden Häuser zu den natürlichen Polen der Berliner Currywurst-Debatte macht.


Witty’s, Krasselt’s und die weiteren Currywurst-Adressen im Vergleich

Neben den beiden großen Namen hat Berlin eine ganze Reihe von Adressen mit eigenem Profil. Das Witty’s am Wittenbergplatz gegenüber dem KaDeWe verkauft seit 1984 Currywurst und war 2003 der erste zertifizierte Bio-Imbiss Deutschlands. Die Wurst gibt es hier auch in veganer Variante, weitere Standorte liegen in der Friedrichstraße und am Flughafen BER. Im Südwesten der Stadt hält das Krasselt’s in Steglitz die Tradition hoch und eignet sich für den direkten Vergleich von Wurst mit und ohne Darm. Als starker lokaler Tipp abseits der Touristenpfade gilt das Curry Baude am Gesundbrunnen.

Die folgende Übersicht bündelt die Klassiker. Preise und Öffnungszeiten ändern sich in der Imbiss-Gastronomie schnell und sollten vor dem Besuch gegengeprüft werden. Als grobe Orientierung liegt eine Currywurst 2026 meist im Bereich von rund drei bis sechs Euro.

Imbiss Kiez / Adresse Profil Besonderheit
Konnopke’s Imbiß Prenzlauer Berg, Schönhauser Allee 44B Original seit 1930, ohne Darm erste Currywurst Ost-Berlins, unter der U2-Hochbahn
Curry 36 Kreuzberg, Mehringdamm 36 Klassiker, tendenziell mit Darm bis in die frühen Morgenstunden geöffnet, mehrere Filialen
Witty’s Organic Food Schöneberg, Wittenbergplatz Bio, auch vegan erster zertifizierter Bio-Imbiss Deutschlands
Krasselt’s Steglitz Traditionsimbiss im Südwesten Vergleich mit und ohne Darm möglich
Curry Baude Gesundbrunnen lokaler Geheimtipp gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wenig touristisch

Ein Hinweis für Nostalgiker: Das frühere Deutsche Currywurst-Museum in Mitte ist seit Ende 2018 geschlossen. Wer die Currywurst erleben will, ist an den Imbissen selbst also ohnehin besser aufgehoben. Wie sich die Klassiker über die Stadt verteilen, von Kreuzberg über Prenzlauer Berg bis in den Südwesten, lässt sich anhand der Berliner Bezirke nachvollziehen. Eine offizielle Einordnung der Berliner Gastronomie bietet ergänzend das Hauptstadtportal berlin.de.


Häufige Fragen zur Berliner Currywurst

Wer hat die Currywurst erfunden?

Berlin schreibt die Erfindung Herta Heuwer zu, die am 4. September 1949 an ihrem Imbissstand in Charlottenburg die passende Soße kreierte. Andere Städte wie Hamburg erheben eigene Ansprüche, ein eindeutiger Beweis existiert nicht.

Was ist der Unterschied zwischen mit Darm und ohne Darm?

Mit Darm hat die Wurst eine Pelle, die beim Braten knackt, ohne Darm ist sie pellenlos. Konnopke’s serviert traditionell ohne Darm, und „Berliner Currywurst ohne Darm“ ist als geschützte geografische Angabe eingetragen.

Wo gibt es die bekannteste Currywurst in Berlin?

Am bekanntesten sind Curry 36 am Mehringdamm in Kreuzberg und Konnopke’s Imbiß an der Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg. Beide gelten als Pflichtstationen, stehen aber für unterschiedliche Traditionen.

Gibt es vegane oder vegetarische Currywurst in Berlin?

Ja. Witty’s am Wittenbergplatz bietet eine vegane Variante, ebenso Konnopke’s und Ziervogel’s Kult-Curry. Die pflanzliche Currywurst gehört inzwischen an vielen Ständen zum festen Angebot.

Gibt es in Berlin ein Currywurst-Museum?

Nein, nicht mehr. Das Deutsche Currywurst-Museum in Mitte hat Ende 2018 geschlossen. Die Currywurst lässt sich heute nur noch an den Imbissen selbst erleben.

Was kostet eine Currywurst in Berlin?

Als grobe Orientierung liegt eine Currywurst 2026 meist zwischen rund drei und sechs Euro, je nach Imbiss und Beilage. Verbindlich sind die Preise vor Ort.

Regional Magazin Berlin

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