Berlin gilt als eine der Secondhand-Hauptstädte Europas: Allein Humana betreibt rund 19 Filialen, dazu kommen Resales, Oxfam, Kilo-Läden und unzählige inhabergeführte Boutiquen. Dieser Ratgeber sortiert die besten Vintage- und Secondhand-Läden nach Kiez, von der Kilo-Ware in Kreuzberg bis zum Designer-Secondhand in Mitte.
Anders als auf den Flohmärkten der Stadt lässt sich in den festen Läden das ganze Jahr über stöbern, meist von Montag bis Samstag. Der Charakter unterscheidet sich dabei stark nach Viertel: In Kreuzberg und Neukölln ist die Szene jung und günstig, in Friedrichshain steht das größte Secondhand-Kaufhaus, in Mitte reihen sich Kilo-Läden und Designer-Kommission aneinander, und im Westen geht es ruhiger und kuratierter zu. Wichtig vorab: Die Szene ist in Bewegung, Läden eröffnen, ziehen um oder schließen, weshalb sich vor einem gezielten Besuch ein Blick auf Adresse und Öffnungszeiten lohnt (Stand: 2026).
Kreuzberg: Kilo-Ware und Designerstücke rund um den Bergmannkiez
Kreuzberg bündelt viele Läden auf engem Raum. Beim Fajny Fajna in der Nostitzstraße 14 wird Secondhand nach Gewicht verkauft, ein Kilo-Konzept, das zum ausgiebigen Wühlen einlädt. Am Kottbusser Damm 7 verwandelt #HAHAYOURUGLY Gebrauchtes und Ausgefallenes in eigene Entwürfe. Wer hochwertigere Marken sucht, wird im Hardt Store fündig, spezialisiert auf Designer-Secondhand von Labels wie YSL, Kenzo und Levi’s. Rund um die Bergmannstraße reihen sich weitere Läden und ein Oxfam-Shop aneinander.
Neukölln: junge Szene im Reuterkiez und am Hermannplatz
Neukölln ist das Herz der jungen Secondhand-Kultur. Let Them Eat Cake in der Weserstraße 164 hat sich auf ausgefallene Vintage-Stücke spezialisiert und kauft ausgewählte Kleidung an. Der Repeater in der Pannierstraße 45 ist vollgepackt mit alten Levi’s, Jeansjacken und Lederjacken im lässigen Berliner Stil. Direkt am Hermannplatz bietet Kryza glamouröse und hochwertig verarbeitete Einzelstücke, während In/Rotation mit kuratierter Auswahl und Fokus auf Größenvielfalt punktet.
Friedrichshain: vom größten Secondhand-Kaufhaus bis zur kuratierten Boutique
Am Frankfurter Tor 3 steht mit dem Humana-Kaufhaus nach Angaben des Betreibers das größte Secondhand-Kaufhaus Europas, mehrere Etagen voller Kleidung, Accessoires und Heimtextilien. Kleiner und kuratierter ist das SALT Berlin in der Grünberger Straße 87, wo hochwertige Secondhand-Ware und italienische Vintage-Teile warten. Wer die 80er und 90er liebt, wird im V Vintage Fashion in der Kopernikusstraße 18 fündig, ebenso bei Soul & Style in der Krossener Straße 24.
Prenzlauer Berg: Sneaker-Kult und feine Designerstücke
In der Oderberger Straße ist Paul’s Boutique eine Anlaufstelle für Sneaker- und Jeansfans, bekannt für eine Sammlung von über 1.000 Paar Turnschuhen von Adidas bis Reebok, dazu seltene Jeans und Lederjacken. Feiner wird es bei Dear in der Stargarder Straße 9, wo sich Designerstücke von YSL über Louis Vuitton bis Jil Sander finden. Kuratierte Mode aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bietet Lena’s Lovely Vintage. Wer den Bummel mit einer Pause verbinden möchte, findet Anregungen bei den gemütlichen Cafés in Prenzlauer Berg.
Mitte: Kilopreis am Rosenthaler Platz und Designer-Kommission
In Mitte trifft Kilo-Ware auf gehobene Kommissionsware. Pick’n’Weight, auch als Made in Berlin bekannt, verkauft in der Alten Schönhauser Straße 30 und in der Münzstraße Vintage nach Gewicht. In der Mulackstraße bietet Das Neue Schwarz hochwertige Designerkleidung in Kommission an. Farbenfrohe Vintage-Mode aus den 70er- bis 90er-Jahren gibt es bei Garments Vintage nahe dem Rosenthaler Platz. Wer den Einkauf mit einem Abend verbinden will, findet Ideen unter den besten Bars in Berlin-Mitte.
Charlottenburg und Schöneberg: der ruhige Westen mit Kommissionsläden
Im Klausenerplatz-Kiez in Charlottenburg, nahe dem Schloss, liegt mit no.5 ein sorgfältig sortierter Secondhand-Laden für Frauen, direkt nebenan no.4 für Männer, beide mit Kommissionsware, die für rund zwei Monate hereingenommen wird. Die Adresse lautet Nehringstraße 5. Die Kette Resales führt in der Pestalozzistraße 82 gepflegte Secondhand-Mode, und im Schöneberger Gewandhaus in der Belziger Straße 36 finden sich hochwertige Damen- und Herrenoberbekleidung sowie Einzelstücke. Weitere Adressen im alten Westen versammelt der Beitrag zu den Charlottenburger Highlights.
Ketten, Kilo-Läden und Charity: das Grundgerüst der Szene
Neben den inhabergeführten Boutiquen bilden einige Ketten das Rückgrat des Berliner Secondhand-Angebots. Humana ist mit rund 19 Filialen über die ganze Stadt verteilt, Resales betreibt rund zehn Läden, und Oxfam führt mehrere Shops, deren Erlös gemeinnützigen Zwecken zugutekommt. Drei Konzepte lohnen die Unterscheidung.
- Kilo-Läden wie Pick’n’Weight und Made in Berlin verkaufen nach Gewicht; der Preis richtet sich nicht nach Marke, sondern nach der Waage.
- Kommissionsläden wie Das Neue Schwarz oder no.5 nehmen Kleidung befristet herein, oft für rund zwei Monate, und teilen den Erlös mit den Einliefernden.
- Charity-Läden wie die Oxfam-Shops oder Rack’n’White führen gespendete Ware und finanzieren damit soziale Projekte.
Wie sich die Kieze über die Stadt verteilen, zeigt die Übersicht der Berliner Bezirke. Eine offizielle Auswahl an Läden führt zudem der Secondhand-Überblick von visitBerlin.
Häufige Fragen zum Secondhand-Shopping in Berlin
Wo gibt es die besten Secondhand-Läden in Berlin?
Die Szene verteilt sich über mehrere Kieze. Kreuzberg und Neukölln stehen für junge, günstige Mode, Friedrichshain für das große Humana-Kaufhaus, Mitte für Kilo- und Designerläden, Charlottenburg und Schöneberg für ruhige Kommissionsgeschäfte.
Was ist ein Kilo-Laden?
In einem Kilo-Laden wie Pick’n’Weight oder Made in Berlin wird die Kleidung gewogen und nach Gewicht bezahlt. Der Preis hängt also nicht von der Marke ab, sondern vom Gewicht des Einkaufs.
Welcher ist der größte Secondhand-Laden Berlins?
Als größtes Secondhand-Kaufhaus gilt das Humana am Frankfurter Tor in Friedrichshain, das sich über mehrere Etagen erstreckt.
Wo gibt es Designer-Secondhand in Berlin?
Hochwertige Designerstücke führen unter anderem Das Neue Schwarz in Mitte, Dear in Prenzlauer Berg und der Hardt Store in Kreuzberg.
Wann haben Secondhand-Läden in Berlin geöffnet?
Die meisten Läden öffnen von Montag bis Samstag, häufig zwischen etwa 12 und 20 Uhr. Sonntags sind sie in der Regel geschlossen, dann übernehmen die Flohmärkte. Öffnungszeiten wechseln jedoch, ein Blick auf die Ladenseite lohnt sich.