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Startup GHOST- feel it. GmbH – Finalist im Gründerpreis der Berliner Sparkasse 2020

Frauenpower bei GhOST-feel it.: Isabella Hillmer, Laura Bücheler und Wie-Qing Tan (v.l.n.r.) | Foto: © ghost-feel.it
Frauenpower bei GhOST-feel it.: Isabella Hillmer, Laura Bücheler und Wie-Qing Tan (v.l.n.r.) | Foto: © ghost-feel.it

10. November 2020: Intelligente Vibrationsmuster als Geschäftsgrundlage

„Mit unseren Entwicklungen wollen wir toten Maschinen Seele einhauchen und darüber die Distanz zwischen Mensch und Maschine verringern“, erklärt Medizintechnik-Ingenieurin Laura Bücheler den „Namen GHOST – feel it“. Gemeinsam mit Isabella Hillmer, die Psychologie und Industriedesign studiert hat, und mit viel Frauenpower wurde 2019 das Startup unter diesem vielversprechenden Namen von den beiden Frauen gegründet.  Neurowissenschaft mit hohem Nutzwert kommt hier zur Anwendung, indem über intelligente Vibrationssignale Werkzeuge zur Kommunikation zwischen Mensch und Maschine entwickelt werden, - mit dem Ziel, über den Tastsinn Informationen zu übertragen.

In der PROFUND- Gründervilla an der Altensteinstraße tüftelt das fünfköpfige Software- und Projekt-Entwicklerteam an innovativen Lösungen und Prototypen, um anderen Unternehmen die Vorteile der Technologie auch ohne eigene Entwicklungsarbeit nutz- und fühlbar zu machen.

Den aussichtsreichen Marktwert dieser Entwicklungen erkannten die Juroren des Deutschen Gründerpreises 2020 der Berliner Sparkasse und wählten das Startup GHOST – feel it. daher auf einen der drei Finalisten-Plätze.

Mit Algorithmus und Vibration gegen den Bleifuß

Geschäftsführerin Laura Bücheler und Isabella Hillmer kennen sich bereits seit der Schulzeit am Gymnasium im Oberschwäbischen Biberach an der Riß. Nach dem Abitur schlugen sie zunächst unterschiedliche akademische Wege ein, studierten jedoch beide an der Technischen Universität  München. Eine gute Idee und viel schöpferische Neugier führte die beiden jungen Frauen mit den sich bestens ergänzenden Studiengängen Ingenieurwissenschaft und Neurowissenschaft schließlich wieder zusammen: Sie suchten gemeinsam die Antwort auf die Frage: Wie kann eine Prothese für den Prothesenträger fühlbar und haptisch wahrnehmbar gemacht werden?

Zur Beantwortung dieser Frage leisteten die Forschungsfabrik Mikroelektronik und dabei das Fraunhofer Institut HHI in Goslar, das Fraunhofer IZM in Berlin sowie Wei-Qing Tan, die Laura Bücheler über einen Professor kennengelernt hatte, wichtige Unterstützung.

Seitdem steckt das GHOST-Team sein Wissen in leistungsstarke Entwicklungswerkzeuge für Designer und Produktentwickler - und erschließt so noch ungenutztes Potential der Vibrationstechnologie für die Interaktion zwischen Mensch und Maschine verschiedenster Bereiche.

Foto: © ghost-feel.it
Foto: © ghost-feel.it
Foto: © ghost-feel.it
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GHOST entwickelte bereits einen smarten Handschuh für Amputierte, die darüber trotz Nervenschädigung mit der Prothese wieder zu fühlen lernen. Außerdem integrierte das Entwicklerteam im Rahmen des Porsche Next Open Innovation Competition 2019 seine Technologie mithilfe von Datenquellen in einen prototypischen Autositz - und gewann damit gegen mehr als 150 eingereichte Projekte. Dieser Sitz vermittelt haptisch dem Fahrer sein Fahrverhalten mit Vibrationen über den Rücken - je nach Fahrverhalten wird dem Fahrer so die optimale Fahrweise widergespiegelt. Ermöglicht wird dies durch einen die Fahrzeugdaten auslesenden, interpretierenden und in die jeweilige Vibration umsetzenden  Algorithmus. Unterbewusst lernt das Gehirn über einen gezielten Informationsfluss, diese Vibrationsmuster zu verstehen, darauf zu reagieren bzw. sie zu vermeiden.

Mit intelligenten Vibrationsmustern von Berlin-Dahlem auf den Weltmarkt

„Es besteht ein hoher Bedarf an der Perfektionierung der Vibrationstechnologie “, weiß Laura Bücheler, „denn Unternehmen geben inzwischen mehr Geld für eine gute Haptik aus.“ Sie selbst hatte eigentlich keine Unternehmerin werden wollen.

Nun aber ist die Mitgründerin im jungen Unternehmen und zuständig für Produktmanagement und Vertrieb. Ihre Weggefährtin Isabella Hillmer hat ihren Platz im Bereich Geschäftsentwicklung und Kundenbetreuung gefunden. Ingenieurin und Neurowissenschaftlerin ergänzen sich bestens.

Die beiden Wahlberlinerinnen haben mit ihrem Team in der Gründervilla der Freien Universität Berlin eines der größten Büros bezogen. Über ein Exit-Gründungsstipendium hatten sie Kontakt zur Charité-Universitätsmedizin  und Freien Universität Berlin bekommen, und damit auch zur PROFUND-Gründervilla in Dahlem. „Dabei basierte vieles auf Zufall und Netzwerkarbeit“, erklärt Laura.  Von ihrem Mentor Prof. Dr. Tim Conrad, Bioinformatiker am Zuse Institute Berlin (ZIB), lernten sie, künstliche Intelligenz erfolgreich voranzubringen. Mit viel Aufwand arbeitete das Team an Vibrationstechnik-verbessernder Hard- und Software. Inzwischen lassen sich mithilfe des GHOST – feel it.-Studios in kurzer Zeit intelligente Vibrationsmuster erstellen und Prototypen bauen. Interessenten finden sich besonders im Universitäts- und Automobil-Unternehmensbereich.

Ihre Produkte immer weiter zu optimieren und die Technologie zu validieren, steht für die Entwicklerinnen von GHOST-feel it. an erster Stelle. Erste erfolgsversprechende Umsätze sind da, gerade wartet das Team auf seine erste Patentierung und hat den Business Case für eine sichere Anschlussfinanzierung überarbeitet, für die es bereits Investoren gibt. Kunden-Akquise, stete Netzwerkerweiterung und Kundenprojekte garantieren den begeisterten Macherinnen einen erfüllenden Fulltime-Job. In fünf Jahren sehen sie sich fest am Markt. Und sie wissen: „Was unsere Software kann, ist einzigartig. Alles aus einem Pool, schnell und anpassungsfähig.“ – Bei so viel Frauenpower kaum verwunderlich.


Text: Jacqueline Lorenz

Kontakt und weitere Informationen unter:

GHOST- feel it. GmbH
Altensteinstr. 40
GHOST - feel it. GmbH C/O Profund Innovation
14195 Berlin

Telefon: +491622414355
E-Mail: hello(at)ghost-feel.it

www.ghost-feel.it



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