Prof. Dr. Bernd Rech und Prof. Dr. Jan Lüning, wissenschaftliche Geschäftsführer am Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie

Die wissenschaftlichen Geschäftsführer des HZB Prof. Dr. Bernd Rech (r.) und Prof. Dr. Jan Lüning | Foto: © Lorenz
Die wissenschaftlichen Geschäftsführer des HZB Prof. Dr. Bernd Rech (r.) und Prof. Dr. Jan Lüning | Foto: © Lorenz

22.10.2019: Experten-Duo mit klarem Blick auf zukunftsweisende Energietechnologien: „Die Saat setzt man selbst“.
Seit 1. Juni 2019 hat das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) zwei international anerkannte Experten für die Dauer von fünf Jahren an seine wissenschaftliche Spitze berufen.

Prof. Dr. Bernd Rech gilt als Spitzen-Wissenschaftler für „Erneuerbare Energien“, der auf den Gebieten der Photovoltaik und Dünnschichttechnik, aber auch im Technologietransfer vielfache Erfolge verzeichnet.

Er verantwortet am HZB die Bereiche „Energie“ und „Information“ und ist in den ersten zwei Jahren Sprecher der wissenschaftlichen Geschäftsführung.

Prof. Dr. Jan Lüning, experimenteller Festkörperphysiker und Fachmann für die Forschung mit Synchrotronstrahlung, erlangte hohes Ansehen mit der Entwicklung von neuen experimentellen Techniken und dazugehöriger Instrumentierung zur optimalen Ausnutzung modernster Röntgenstrahlungsquellen. Er baute enge Beziehungen zu Großforschungseinrichtungen in aller Welt auf.

Am HZB ist Prof. Lüning für den Bereich „Materie“ verantwortlich. Er übernimmt nach zwei Jahren die Sprecherrolle von Prof. Rech, die zukünftig in diesem Rhythmus wechselt.

Gemeinsam stellen sich die beiden renommierten Wissenschaftler den spannenden Herausforderungen, welche die beiden gleichberechtigten Standorte des HZB in Berlin-Wannsee und Berlin-Adlershof mit ihrem starken und innovativen Forschungsumfeld in der Energie- und Materialforschung bieten: Anspruch des Experten-Duos ist es, das materialwissenschaftliche Verständnis mit dem Blick auf zukünftige Anwendungen von Energietechnologien zu verbinden.

Arbeit im Helmholtz Zentrum Berlin | Foto: © HZB
Arbeit im Helmholtz Zentrum Berlin | Foto: © HZB

Wege zum HZB…
Beide Experten wurden im selben Jahr (1967) geboren,  wuchsen aber an unterschiedlichen Orten auf.

Während Bernd Rech in München, am Tegernsee- und Schliersee die Liebe zu den Bergen, zum Wandern und zum Skifahren entdeckte, wuchs Jan Lüning in Köln auf, schätzt aber ebenso wie sein Kollege den alpinen Skisport und den Waldlauf, darüber hinaus aber auch die Ambivalenz von Bergen und Meer.

PLD-Labor | Foto: © HZB
PLD-Labor | Foto: © HZB

Jan Lüning…
Zur Wissenschaft fand Jan Lüning über die Frage „Wie funktionieren die Dinge?“ Die Antwort suchte er während seines Physikstudiums an der Universität zu Köln und bei seinem Auslandsstudium an der Universität Joseph Fourier in Grenoble, Frankreich. Als Diplomand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Festkörperforschung des Forschungszentrums Jülich und ebenso bei seiner Dissertation beschäftigte ihn das Thema der Spektroskopie mit weichen Röntgenstrahlen. Er forschte in den USA und in Frankreich, hat seit 2006 eine Professur an der Pariser Université Pierre et Marie Curie, und strebt nun eine Anbindung an die Humboldt-Universität Berlin an. Prof. Lüning trieb sowohl in Frankreich als auch in den USA die Entwicklung neuer Experimentiermethoden an Synchrotronquellen maßgeblich voran. Damit bringt der experimentelle Physiker beste Voraussetzungen für seine Aufgaben am HZB mit. Prof. Lüning sagt dazu: „Ich freue mich darauf, am HZB die herausragende Nutzerquelle BESSY II weiterentwickeln zu können. Zugleich wollen wir unsere Pläne für das Nachfolge-Synchrotron BESSY III  in Berlin  voranbringen.“

Quantum-Material-Labor | Foto: © HZB
Quantum-Material-Labor | Foto: © HZB

… Bernd Rech
Nach seinem Physikstudium in Heidelberg und Aachen machte auch er im Forschungszentrum Jülich Station und arbeitete dort als Gruppenleiter auf dem Gebiet der Solarzellentechnologie. Am HZB leitete er anschließend das Institut Silizium-Photovoltaik. Seit 2007 ist er an der Technischen Universität Berlin als Professor für Elektrotechnik und Informatik tätig. Er war Gastprofessor an der University Ljubljana in Slowenien und sammelte über die Jahre umfangreiche Erfahrungen im Bereich des Technologietransfers.

Prof. Rech ist Mitinitiator des „PVcomB - Kompetenzzentrum Dünnschicht- und Nanotechnologie für Photovoltaik Berlin“, das – gemeinsam mit dem HZB – eine wichtige Anlaufstelle für Forschungs- und Entwicklungsprojekte darstellt.

An der Photonenquelle BESSY II  am HZB hat er den Aufbau des Energielabors EMIL mit initiiert.

Prof. Rech übernahm 2017 kommissarisch die wissenschaftliche Geschäftsführung des HZB als die damalige Leiterin, Frau Prof. Anke Kaysser-Pyzalla, an der Technischen Universität Braunschweig zur Präsidentin ernannt wurde.

Perowskisolarzelle | Foto: © HZB
Perowskisolarzelle | Foto: © HZB

HZB – Berliner Forschungszentrum an internationaler Spitze
Das HZB ging 2009 aus dem Zusammenschluss des Hahn-Meitner-Instituts mit der BESSY GmbH hervor. Seine zwei gleichberechtigten Standorte liegen in der wachsenden Hauptstadt in Berlin-Zehlendorf (Wannsee), dem ehemaligen Sitz des Hahn-Meitner-Institutes, und in Berlin-Adlershof, wo BESSY II seit 1998 angesiedelt ist. Seinen Mitarbeitern und Nutzern bietet das HZB einen zeitsparenden Shuttle-Service, der beide Standorte auch verkehrstechnisch verbindet.

Das Gesicht beider Standorte wird bis heute von den Großgeräten geprägt, die sich dort befinden. In Wannsee ist es der Forschungsreaktor BER II, der seit 1973 Neutronen für die Forschung liefert. Im Dezember 2019 endet diese Ära, aktuell bereitet das HZB seinen Rückbau vor. In Adlershof sorgt der Elektronenspeicherring BESSY II für anhaltend hohe Nutzerzahlen (zirka 3200 Besuche externer Nutzer pro Jahr). Diese starke Nachfrage interner und externer Nutzer führt dazu, dass die Pläne für ein Nachfolgegerät BESSY III reifen. Damit steht dem HZB eine spannende Zukunft bevor als modernes Energieforschungszentrum, das zugleich eine nationale Photonenquelle betreibt.

Dazu wird auch das Angebot des HZB an CoreLabs für die Forschung an Energiematerialien erweitert. Der Standort Wannsee bietet mit seiner kleinteiligen Bebauung ideale Bedingungen und Wachstumsmöglichkeiten für Forschungsgruppen mit renommierten Wissenschaftlern: So konnte vor Kurzem ein CoreLab für Quantenmaterialien auf dem Wannseer Gelände eingerichtet werden, das von einem HZB – Forscherteam für Quantenphänomene in neuen Materialienum der Professorin Bella Lake betreut wird und zugleich Messgästen anderer Forschungseinrichtungen offensteht. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die künstliche Photosynthese. Professor Roel van de Krol leitet diesen Bereich. Gemeinsam mit der FU Berlin wurde die Professorin Catherine Dubourdieu aus Frankreich nach Berlin berufen. Sie arbeitet in ihrem Institut an funktionalen Oxiden für energie-effiziente Informationstechnologien.

So entwickeln sich neben dem Rückbau des Reaktors BER II am Standort Wannsee viele zukunftsweisende Projekte, die sich nachhaltigen Energietechnologien widmen.

Hysprint | Foto: © HZB
Hysprint | Foto: © HZB

Moderne Wirtschaft braucht moderne Wissenschaft
Ein wichtiges Thema für  Prof. Rech ist von jeher die Vernetzung der Energieforschung in Deutschland und der Wissenstransfer in Gesellschaft und Politik.

Mit Prof. Lüning ist er sich einig: „Internationale Vernetzung ist notwendig, um das HZB erfolgreich in die Zukunft zu führen. Wir sehen darin ein hohes Entwicklungspotential.“ Dabei will das HZB auch zunehmend Ausgründungen unterstützen.

Zu den hochrangigen Kooperations- und Vernetzungspartnern im Berliner Umfeld des HZB zählen die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) und Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM), das Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft und weitere Max-Planck-Institute, die Freie Universität Berlin, Technische Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Universität Potsdam sowie   das Zuse-Institut Berlin ZIB, .

Wissenschaftler aus aller Welt finden an den HZB-Standorten die Möglichkeit, Spitzenforschung auf höchstem Niveau zu betreiben. Nutzer kommen aus Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, aber auch aus der Industrie, um mit Hilfe der HZB-Großgeräte zu forschen, – im unverzichtbaren Austausch mit anderen Zukunftsorten.

Die beiden wissenschaftlichen Geschäftsführer Prof. Rech und Prof. Lüning sowie Dr. Reinhard Baumgarten, Leiter des Regionalmanagement Berlin SÜDWEST, wissen um die Bedeutung des HZB: „Denn moderne Wirtschaft braucht moderne Wissenschaft.“

Text: Jacqueline Lorenz



Das „Regionalmanagement Berlin SÜDWEST“ (RMSW) ist im Rahmen des Wirtschaftsförderprogramms Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln sowie einem entsprechenden Anteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin finanziert.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie  Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung  Berlin Steglitz-Zehlendorf

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