Erfolgsgeschichten aus der Startup-Villa der Freien Universität Berlin: Nia Health

Die Gründer der Nia Health GmbH: (v.l.n.r.) Tobias Seidl, Dr. Reem Alneebari und Oliver Welter | Foto: © Nia Health GmbH
Die Gründer der Nia Health GmbH: (v.l.n.r.) Tobias Seidl, Dr. Reem Alneebari und Oliver Welter | Foto: © Nia Health GmbH

03. November 2020: Auf dem Campus der Freien Universität Berlin ist die Startup-Villa der Freien Universität Berlin in der Altensteinstraße 40 ein besonderer Anlaufpunkt für Einzelpersonen und Teams in der Startphase einer Unternehmensgründung. In direkter Nachbarschaft zum sich im Bau befindenden Technologie-und Gründungszentrum FUBIC erstellen junge Gründerinnen und Gründer in der FU-Villa ihr Geschäftsmodell und den konkreten Businessplan. Begleitet und unterstützt werden sie dabei vom Profund Innovation-Team der FU Berlin. In dem über 100 Jahre alten Gebäude stehen ihnen innovative Technik, Büro- und Konferenzräume sowie ein Coworking-Space zur Verfügung.

Da die Startup-Zentren der namhaften großen Berliner Universitäten sich zunehmend vernetzen, steigt auch ihre Attraktivität für potentielle Gründerinnen und Gründer.

Das Regionalmanagement Berlin SÜDWEST stellt hier drei erfolgsversprechende Startups vor, die als Finalisten aus dem diesjährigen, in Kooperation von Berliner Sparkasse und  Freier Universität Berlin ausgeschriebenen und mit 4.000 Euro dotierten Gründerpreis 2020 hervorgegangen sind:

Die Startup-Villa der Freien Universität Berlin | Foto: © Lorenz
Die Startup-Villa der Freien Universität Berlin | Foto: © Lorenz

Startup Nia Health GmbH, Platz 1 des Gründerpreises 2020
- Mit Neurodermitis-Informations-App zum individuellen Behandlungsplan

Das von der Freien Universität Berlin und der Charité-Universitätsmedizin geförderte Startup Nia Health startet aus Berlin-Dahlem in den digitalen Gesundheitsmarkt und bringt den rund 4,5 Millionen an Neurodermitis Erkrankten in Deutschland - davon etwa die Hälfte Kinder - Hoffnung auf eine schnellere individuelle Behandlung.

Durch die vom dreiköpfigen Gründungsteam entworfene digitale „Helferin“ App Nia rücken Medizin und Technologie enger zusammen. – Und das zum Nutzen jüngster Patienten und ihrer Familien. Denn mithilfe der künstlichen Intelligenz und dieses neu entwickelten Medizinproduktes kann ein meist langer und beschwerlicher Behandlungs- und Leidensweg nun verkürzt werden. Den großen Nutzen der App wissen inzwischen auch die Krankenkassen zu schätzen, so dass bereits als erste Kooperationspartner die DAK-Gesundheit und die KKH Kaufmännische Krankenkasse für ihr Gesundheitsprogramm Interesse an der App des jungen Unternehmens bekundet haben.- Ebenso wie bekannte Pharmaunternehmen und Derma-Kosmetikhersteller

Das Team der Nia Health GmbH | Foto: © Nia Health
Das Team der Nia Health GmbH | Foto: © Nia Health

Spitzenteam mit genauer Aufgabenverteilung

An der Spitze von Nia Health stehen die Gründer Tobias Seidl, Oliver Welter und Dr. Reem Alneebari, Dermatologin und Mutter einer Neurodermitis-erkrankten Tochter. Tobias Seidl bringt wertvolle Startup-Erfahrung u.a. aus der Geschäftsleitung der Plattform Biodirekt mit. Er trägt die operative und kaufmännische Verantwortung.

Co-Gründer Oliver Welter, der an der Humboldt-Universität zu Berlin Informatik mit dem Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik studiert hat, nützt dem Startup mit umfassendem Know-how  aus seiner Tätigkeit in der digitalen Gesundheitsbranche (zuletzt als CTO für das Unternehmen caresyntax). Er hat nun bei Nia Health die Aufgaben als Chief Technical Officer übernommen.

Beide Gründer kündigten ihre erfolgreichen Jobs, um ihre Vision von der vielversprechenden neuen Unternehmung zu realisieren.

An ihrer Seite die Dermatologin Dr. Reem Alneebari, die ein umfassendes medizinisches Wissen über Neurodermitis, persönliche Erfahrung sowie internationale berufliche Kontakte aus diesem Medizin-Bereich mitbringt.

So hat man sich aus Technologie und Medizin kommend in der Mitte getroffen und mit dem Wissen beider Gebiete die Nia-App entwickelt.

Im Dezember 2019 erfolgte schließlich die Gründung des Startup Nia Health, gefördert durch ein EXIST-Gründungsstipendium und unter Mentoring des Professors für Betriebswirtschaftslehre, Dr. Martin Gersch, und des Medizin-Bioinformatikers Prof. Dr. Tim Conrad, beide von der Freien Universität Berlin, sowie der Oberärztin, Privatdozentin und Kinderärztin Dr. Doris Staab von der Charité.

Tobias Seidl erklärt: „Wir sind unfassbar dankbar für die erfolgreiche Förderung aus diesen Reihen, die uns ein super Netzwerk beschert hat.“

Nia-App Dashboard | Foto: © Nia Health
Nia-App Dashboard | Foto: © Nia Health

Individuelle Behandlung via App

Neurodermitis ist eine vielschichtige, in Schüben auftretende Erkrankung, für die es kein Patentrezept, sondern nur individuelle Lösungen  gibt. Um die zeitsparend und passend finden zu können, wurde die Nia-App entwickelt, die tagebuchähnlich Verlaufsformen der Krankheit in Wort und Bild aufzuzeichnen und zu dokumentieren hilft.

Tobias Seidl spricht für das gesamte Gründer-Team, wenn er sagt: „Wir wollen damit nicht den Arzt ersetzen, sondern auf der Basis von erfassten Daten ganz individuelle  Handlungsempfehlungen und Übersichten des Krankheitsverlaufs als Grundlage für Arztgespräch, Behandlungsweg und Schulungen liefern. Über tele-dermatologische Funktionen kann aber auch ein Facharzt aus unserem Expertenpool hinzugezogen werden und - basierend auf den abgeleiteten Daten - eine persönliche Patientenberatung durchführen. Bei unserer Nia-App handelt es sich um ein zugelassenes Medizinprodukt.“

Das inhaltliche Fundament der Nia App ist an das renommierte AGNES Curriculum angelehnt. Mentorin PD Dr. Doris Staab wies die Wirksamkeit der Maßnahmen für dieses Curriculum in klinischen Studien nach.

Mit Nia können nun auch Patienten Schulungen erhalten, die zuvor keine Möglichkeit hatten, die Offline-Schulungen an einem der ca. 100 Schulungszentren in Anspruch zu nehmen.

Aktuell nutzen über 6.000 Neurodermitis-Erkrankte die App. Das Feedback der Nutzer erlaubt dem Gründerteam wichtige Rückschlüsse für die Weiterentwicklung der Nia-App. Sie technisch für große Datenmengen zu wappnen und allen Betroffenen weltweit zugänglich zu machen, ist eine wichtige Herausforderung, der sich das Startup engagiert stellt.

Bereits heute arbeiten die App-Ideenschmieder aus Berlin-Dahlem, die zeitnah unternehmerisch auf eigenen Füßen stehen wollen,  daran, die künstliche Intelligenz via App auch auf andere Krankheitsbilder auszuweiten.

Das Team weiß: „Der Gesundheitsmarkt ist spannend und besitzt für uns großes Potential – verlangt aber auch ein hohes Maß an Geduld.“

Text: Jacqueline Lorenz

Kontakt und weitere Informationen:

Nia Health GmbH
Altensteinstraße 40
14195 Berlin

T +49 (0)30 509 304 15
support@nia-health.de

www.nia-health.de



Das Regionalmanagement Berlin SÜDWEST wurde im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mit Bundesmitteln und Mitteln des Landes Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe gefördert und durch die Senatsverwaltung für Finanzen kofinanziert.

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