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made in Berlin SÜDWEST: "beeskin" - nachhaltige Verpackungsalternative

Christina und Christian Sauer, Gründer der beeskin GmbH | Foto: © beeskin
Christina und Christian Sauer, Gründer der beeskin GmbH | Foto: © beeskin

02.04.2020: Christina und Christian Sauer setzen auf Bienenwachshaut statt Plastikverpackung

Entwickelt, erprobt, produziert und verpackt im Berliner Südwesten.
Die aktuell sich weltweit exponentiell ausbreitende Influenzapandemie, ausgelöst durch das Coronavirus Covid 19, lässt die Menschheit um ihre Gesundheit, Wohlstand und Arbeit bangen. Doch das Gründer-Ehepaar von „beeskin“, Tina und Christian Sauer, lässt sich davon nicht entmutigen. Die Beiden arbeiten vom gerade neu eingerichteten Firmensitz in Berlin-Zehlendorf aus weiter an ihrem Erfolgsmodell, der umweltbewussten und ressourcenschonenden Verpackung von Lebensmitteln nach dem Motto „rein ökologisch, nachhaltig und plastikmüllfrei“.

Längst ist der Grafikdesignerin und dem Betriebswirt / Digital-Experten der Sprung auf den Europäischen Markt gelungen. Auf dem heimischen Markt reißen sich Verkaufsketten um die zertifizierten und qualitativ hochwertigen Bienenwachstücher zum Frischhalten.

Umweltschonende Erfolgsstory

Im Jahr 2018 startete das junge Unternehmen im Berliner Ortsteil Nikolassee am heimischen Herd und Bügelbrett von Tina Sauer, die in den USA studiert und mit dem Bachelor in Fine Arts abgeschlossen hatte. Nachdem die zweifache Mutter drei Großeltern durch Krebs verloren hatte, stand für sie fest: „Ich möchte meinen Kindern eine möglichst gesunde Lebensgrundlage mitgeben und versuche, ihnen eine gewisse Balance für ihr weiteres Leben zu vermitteln.“

Sie suchte für ihren Haushalt in Berlin nach einer gesunden Alternative zu Plastik und fand im Handel Bienenwachstücher aus den USA – mit vielen Transportkilometern hinter sich und wenig positiver CO2-Ökobilanz. Um dies zu ändern, fertigte sie als „Selfmadefrau“ quasi am Küchentisch den Prototypen ihrer nachhaltigen Bienenwachstücher aus geschmolzenem Wachs, den sie auf Baumwollstoff aufbügelte und dann im Backofen trocknete Die Nachfrage war überwältigend, sie hatte ein latent vorhandenes Bedürfnis geweckt. Schon bei dieser „Heimarbeit“ wurde sie von der Polin Marta unterstützt, die heute als Leiterin für Qualitätssicherung und Konfektionierung fester Bestandteil des jungen Unternehmens und des 18-köpfigen internationalen Teams ist. Alle Mitarbeiter der Beeskin GmbH kommen aus der Umgebung des Produktionsortes.

Beeskin Wachsverpackungen | Foto: © beeskin
Beeskin Wachsverpackungen | Foto: © beeskin

Vor  kurzem hat das Unternehmen neue Räume (ca. 400 Quadratmeter)  in der Potsdamer Chaussee 80 in Berlin-Zehlendorf bezogen. Produktion und Vertrieb der gefragten Bienenwachstücher laufen dort Hand in Hand. Die Beeskin GmbH arbeitet so effizient  an einer plastikmüllärmeren Zukunft  – mit nur drei kleinen Bienenwachstüchern lassen sich rund 100 Meter Plastikfolie einsparen.

Am neuen Standort steht auch die von Tinas Mann Christian mit viel technischem und wirtschaftlichem Know-how ertüftelte Maschine, die dabei hilft, größere Mengen Tücher in einer Art Produktionsstraße zu fertigen. Ihre Aufgabe ist es, die geschmolzene Wachsmasse effektiv auf Baumwolltuchrollen aufzutragen und zu trocknen.

Bis wachstumsbedingt eine zweite Maschine dazukommt, feilt Perfektionist Christian Sauer weiter an der Optimierung seiner Entwicklung.

Als Gegenmaßnahme zur Coronavirus-Kontaktsperre  sind derzeit Produktionsschritte wie Tuchkontrolle, Falten und Einkartonieren zu den Mitarbeitern nach Hause verlegt und werden in Heimarbeit erledigt. – Denn an Großaufträgen, die erfüllt werden wollen, mangelt es auch in diesen Tagen nicht.  Doch Firmen- und Grenzschließungen erschweren die Zulieferung der Rohstoffe und Materialien weltweit und bereiten auch den Sauers Kopfzerbrechen:

Da der zertifizierte Stofflieferant in der Türkei die Produktion aktuell vorübergehend eingestellt hat, verzögert sich die Erfüllung von Nachfragen und Aufträgen. Dazu erklärt Christian Sauer: „Wir können nicht einfach auf einen anderen Tuchfabrikanten ausweichen, da der Stoff von der Zertifikationsstelle erst wieder neu zertifiziert werden müsste.“ Die augenblickliche Krise habe klargemacht, dass man sich zukünftig verstärkt nach Alternativmöglichkeiten für Rohstoffe und Materialien umsehen müsse. Noch sei die Beeskin GmbH gut ausgestattet mit den Produktions-Materialien Harz, Bienenwachs und Jojobaöl. Welche mittelfristigen Auswirkungen die Coronavirus-Problematik allerdings auf das Start-up seiner Frau mit sich bringen wird, kann Christian Sauer heute noch nicht sagen.

Bienenwachskügelchen - antibakterielle Grundlage der beschichteten Frischhaltetücher | Foto: © beeskin
Bienenwachskügelchen - antibakterielle Grundlage der beschichteten Frischhaltetücher | Foto: © beeskin

Ökologisch verantwortungsbewusst in jeder Hinsicht

Die natürlichen Frischhaltetücher von beeskin sind regional erhältlich in Drogerie- und Verbrauchermarktketten wie Rossmann, Edeka, Bio Company, Kaufland sowie im firmeneigenen Online-Shop.

Europäische Großkunden sitzen in den Niederlanden, in Belgien, Schweden, Italien, Österreich und in der Schweiz, wo sie vor Ort von Country-Managern betreut werden.

Die Gebrauchsanweisung auf den Packungen sind in der Sprache des Landes verfasst, in die sie exportiert werden – ein selbstverständlicher Kundendienst für beeskin; ebenso wie das Jahr Gebrauchsgarantie, welches das Unternehmen auf seine Produkte gibt. „Doch wir bekommen kaum Garantie-Nachfragen“, erklärt Tina Sauer, was für die Qualität ihrer Tücher spricht. Über 90 Prozent positive Kundenrückmeldungen und die hohe Wiederbestellquote bestätigen das.

 „Wir wollen auf dem regionalen und europäischen Markt  unterwegs sein“, betont Christian Sauer, der inzwischen im Start-up seiner Frau mit in erster Reihe steht.

Der amerikanische oder asiatische Markt, der bereits Interesse zeigte, ist für die beiden Unternehmer wenig interessant, widerspricht er doch in vielen Bereichen ihrer Unternehmensphilosophie und persönlichen Überzeugung, die CO2-Neutralität und Rohstofftransparenz anstrebt. – Außerdem kommen für die Berliner Firmeninhaber weite Transportwege per Flugzeug oder Schiff nicht in Frage. In den von der Beeskin („Bienenhaut“) GmbH belieferten Ländern hält vielmehr ein gut organisiertes Managernetz Kontakt zum Berliner Stammsitz. Telefon- und Videokonferenzen ersetzen kilometer- und energiefressende Dienstreisen, überschaubar gesundes  Wachstum sichert gleichbleibend hohe Qualität der Produkte.

Auch bei den zur Herstellung notwendigen Grundmaterialien und Rohstoffe verlieren Tina und Christian Sauer nie Ökobilanz und Nachhaltigkeit aus den Augen: Sie beziehen Baumharz aus Österreich, auf Pestizide getestetes Bienenwachs aus Deutschland und Bio-Baumwolle aus der Türkei – alles streng überwacht zertifiziert und aus Europa. Die Verpackungskartons kommen aus Schweden und stammen aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Nur das kaltgepresste Bio-Jojobaöl, das aus den vom Jojobastrauch geernteten Beeren gewonnen wird, stammt aus Israel. „Aber ebenfalls streng überwacht und ohne Kinderarbeit“, garantieren die Firmeninhaber. Diese Überwachung gilt genauso streng für ihre gesamte Berliner Fertigung und die Endprodukte – sei es bei verwendeten Reinigungsmitteln, Verpackungen oder  schwermetallfreien Farben, mit denen bestimmte Tuchmodelle bedruckt sind.

Nach Durchlaufen der Produktionsstraße werden die atmungsaktiven und antibakteriellen Bienenwachstücher  in Handarbeit geschnitten, gefaltet, kontrolliert und verpackt. Erhältlich sind sie in den Größen S, M, L und XL, mit oder ohne Muster sowie als Kids-Variante fürs Pausenbrot  mit freundlichen Bienchen bedruckt und in minimalistischer Verpackung.

Beeskin Sandwichverpackungen | Foto: © beeskin
Beeskin Sandwichverpackungen | Foto: © beeskin

Die Bienenwachshaut trägt zur längeren Haltbarkeit von darin Eingewickeltem oder Abgedecktem wie Gemüse, Brot, Kuchen, Käse und Aufschnitt bei und bewahrt es vorm Austrocknen. Stark öl- oder alkoholhaltige Lebensmittel sowie Ananas, Fisch und rohes Fleisch  sollten aufgrund ihrer Inhaltsstoffe allerdings nicht in beeskin-Bienenwachstücher eingewickelt werden. Waschen sollte man die Tücher nur mit kaltem Wasser und ggf. Bio-Reiniger, um die Wachsbeschichtung nicht zu beschädigen.

Made in Berlin SÜDWEST

Zukünftig möchte das naturbewusste Unternehmerpaar noch intensiver mit regionalen Imkern zusammenarbeiten und überlegt, im heimischen Garten selbst Bienenstöcke aufzustellen. „Denn den Bienen haben wir schließlich die Grundlage unseres Produktes, das Wachs, zu verdanken“, betont Tina Sauer, die im steigenden Bedarf an dem Naturprodukt für ihre Produktion auch eine Chance und einen Anreiz für die Imker sieht, vermehrt in Bienenhaltung zu investieren.

Ebenso verantwortungsbewusst wie bei den Produkten wird mit den internationalen Mitarbeitern umgegangen, sei es bei der Bezahlung oder im Arbeitsalltag, der verstärkt auf die Gesunderhaltung der Mitarbeiter ausgerichtet ist.

Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität auch außerhalb der Produktion werden von Tina und Christan Sauer stets im Auge behalten.

Beeskin Obstüte | Foto: © beeskin
Beeskin Obstüte | Foto: © beeskin

Während im Erdgeschoss im Supermarkt Lebensmittel verkauft werden, entwickeln Tina Sauer & Co eine Etage tiefer ihre beeskin-Bienenwachstücher weiter als natürliche Alternative zur Lebensmittel-Frischhaltefolie.

Dem Standort im Berliner Südwesten fühlen sich die Gründer auch in Hinsicht Firmenwachstum fest verbunden.

- Mit ihrem Unternehmen machen sie in diesen Tagen nicht nur der Umwelt Mut, sondern geben auch „Made in Berlin SÜDWEST“  in Sachen Qualität und Präzision einmal mehr Bestätigung.

Das Regionalmanagement Berlin SÜDWEST ist hocherfreut, dass ein solch nachhaltig und ökologisch ausgerichtetes Unternehmen seinen Sitz im Berliner Südwesten hat und wünscht dem jungen Unternehmen trotz Krisenzeit ein nachhaltiges Wachstum.

Text: Jacqueline Lorenz

Kontakt und weitere Informationen:

beeskin GmbH
Potsdamer Chaussee 80 in
14129 Berlin

Tel. 030 / 81 05 44 200
E-Mail: kontakt(at)beeskin.de

www.beeskin.com



Das „Regionalmanagement Berlin SÜDWEST“ (RMSW) ist im Rahmen des Wirtschaftsförderprogramms Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln sowie einem entsprechenden Anteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin finanziert.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie  Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung  Berlin Steglitz-Zehlendorf

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