30.08.2016 // Prof. Dr. Christof Schütte - Präsident des Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB)

Prof. Dr. Christof Schütte. Foto: Lorenz

Der profilierte Wissenschaftler und Professor an der Freien Universität Berlin für 
„Scientific Computing" übernahm Ende 2015 die Leitung des renommierten 
Forschungsinstituts ZIB (Zuse Institut Berlin) in der Dahlemer Takustraße. Vorher, seit 2013, war er bereits Vizepräsident. Ihn fasziniert an der Forschung, dass man nie genau weiß, wo der Weg hingeht; symbolisch in Fotos über seinem 
Schreibtisch dargestellt mit der Hängebrücke, die im Nebel verschwindet. Forschung ist eben immer auch Risiko.

Professor für „Scientific Computing" an der Freien Universität Berlin
Sein gradliniger Weg als Wissenschaftler führte ihn nach dem Studium der Physik, Mathematik und Informatik in Bielefeld / Paderborn mit Abschluss in Physik 1991 
direkt nach Berlin in ein Forschungsprojekt des ZIB, das damals noch in 
Charlottenburg ansässig war und 1997 nach Dahlem in den Neubau umzog. 1994 
promovierte er an der Freien Universität Berlin in Mathematik und 1999 habilitierte er sich dort, ebenfalls in Mathematik. Zwischenzeitlich forschte er parallel in New York. Schon damals war er international breit aufgestellt und hatte diverse Angebote, kehrte jedoch immer wieder nach Berlin zurück, vor allem - wie er erläutert – „weil mit seiner Vielzahl an Forschungseinrichtungen Berlin auf dem Gebiet der Mathematik zur Weltspitze zählt". Entsprechend folgte Schütte im Jahr 2000 dem Ruf an die Freie Universität Berlin, wurde ordentlicher Professor und später Forschungs-Dekan der Fakultät Mathematik und Informatik.

Als Präsident des ZIB und Koordinator des Forschungscampus MODAL, der den Transfer aus der Grundlagenforschung in wirtschaftliche Innovationen ermöglicht, bleibt Schütte weiterhin hundertprozentig als „Professor für Scientific 
Computing" an der Freien Universität Berlin tätig.

FUBIC. Foto: Numrich Albrecht Klumpp

Das FUBIC-Gründerzentrum als Knotenpunkt Berlin Südwest
Das Regionalmanagement Berlin SÜDWEST weiß mit Prof. Schütte einen weiteren renommierten Wissenschaftler an seiner Seite, der den Standort mit seinem hohen Wissenschaftspotential für die Wirtschaft zu schätzen und mit dem Forschungscampus MODAL zu fördern weiß und sich für seinen Ausbau einsetzt: So bilde der Bereich Dahlem mit seiner Konzentration aus Freier Universität Berlin, Zuse-Institut Berlin, verschiedenen Max-Planck-Instituten und der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM)  einen wichtigen Knotenpunkt im Netzwerk der Digitalisierung, zu dem als weitere Knotenpunkte die Technische Universität Berlin mit den Fraunhofer Instituten und die Humboldt-Universität Berlin sowie die Charitè-Universitätsmedizin hinzuzuzählen seien.

Im zukünftigen FUBIC-Gründerzentrum an der Fabeckstraße 62 sieht Schütte eine große Chance, neu gegründete Firmen aus dem Forschungsbereich rund um den Campus Dahlem bis zur Marktreife zu begleiten. "Diese Firmen brauchen Zeit und müssen ein Umfeld finden, das sie weiter bringt und forschungsnahen Mehrwert bietet", erklärt der ZIB-Präsident auch mit Blick auf die Infrastruktur und rät, "rechtzeitig sicherzustellen, dass der Campus die bestehenden Interessen nicht am Bedarf vorbei vertritt." Einig ist er sich dabei mit dem Regionalmanagement SÜDWEST, dass eine zeitnahe und konsequente Förderung von Seiten der Politik hierfür überaus wichtig ist. Dadurch können Strukturen geschaffen werden, die dauerhaft halten, das Innovationsgebiet an der Goerzallee sinnvoll mit einbeziehen und in Berlins Südwesten deutschlandweit einen wichtigen Wirtschaftsraum schaffen. Auch am Standort SÜDWEST müsse man sich bewusst sein, dass die Digitalisierung schnell voranschreite und an mittelständischen Unternehmen nicht vorbeigehen wird.

Der HLRN-III Supercomputer Konrad - das Herz 
des ZIB. Foto: Jürgen Keiper/ Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin/ Quelle: de.wikipedia.org

ZIB-Aufgaben
Das „Herz“ des Zuse-Instituts Berlin ist der stetig mitwachsende Supercomputer, der im Rahmen des Norddeutschen Verbundes für Hoch- und Höchstleistungsrechner (HLRN) deutschlandweit zu den leistungsfähigsten Rechnern zählt. Seine Nutzer kommen u.a. aus dem Naturwissenschaftsbereich, aus dem astronomischem, dem Wetter- und Klimabereich oder aus dem Gesundheitsbereich. Für ihre Projekte werden die Nutzer zusätzlich beratend am ZIB über ein überregionales Kompetenznetzwerk unterstützt. "Dabei ist besonders die Datenverarbeitung und -sicherung wichtig", betont Prof. Schütte und denkt dabei an immense Datenmengen, die alleine bei Kunden wie der Charité und den Helios Kliniken im Gesundheitsbereich anfallen. Beispielsweise ist bei der Entwicklung neuer Medikamente oder innovativer Systeme zur Energieerzeugung die Verbindung moderner Modellierungs-Methoden mit effizienter Algorithmen-Entwicklung für Supercomputer erforderlich. - Eine weitere Aufgabe der ZIB- Mathematiker und -Informatiker, die mit ihrer Grundlagenforschung eine optimale Entscheidungsfindung unterstützen. Nur mit der begleitenden Forschung sei der Supercomputer ein Innovationsmotor, betont Schütte und macht deutlich, dass auch die schnellsten Computer der Welt ohne exzellente Forscher nichts Kreatives hervorbringen können.

Foto: ZIB

Forschungsinstitut mit Leuchtturmfunktion
Besonderes Augenmerk legt Präsident Schütte in der ZIB-Forschung auf anwendungsnahe Mathematik, deren Schwerpunkt in der 
Modellierung, Optimierung und Visualisierung komplexer Prozesse liegt und 
Anwendungsproblemen, u.a. in den Bereichen Logistik, Transport und Energie, 
Lösungen biete. Hier arbeiten alleine 120 der über 230 Forschenden des ZIB.
International gemischt sind die ZIB-Mitarbeiter. Vom Gast-Spitzenwissenschaftler bis zum Nachwuchs erfolgt ein Forschungs-Austausch auf oberster Ebene. Auch Forschungssoftware sei hier für Studierende besser zu entwickeln als an den Universitäten, betont Prof. Schütte.

 „Deutschlands Wissenschaft“, lobt Prof. Schütte, " ist gut ausgestattet und in der Forschung besser aufgestellt als an anderen europäischen Standorten." 
Doch dies müsse gepflegt und ausgebaut werden, um langfristig den Standortvorteil 
halten zu können.

Mathematiker Christof Schütte stellt die Frage, wie die stetig wachsenden Anforderungen der Forschung und der Wirtschaft nach Rechenleistung und Kapazität zur Datenverarbeitung in der Region befriedigt werden können. Es müsse ein Netzwerk ausgebaut werden, dass dezentrale Komponenten mit starken zentralen Infrastrukturen an den Berliner Knotenpunkten (FUB, TUB, HUB, Charité und ZIB) zu verbinden erlaubt.

Das ZIB als Forschungsinstitut werde weiterentwickeln, was man am Standort in fünf Jahren und danach brauche, verspricht Schütte. Für den Zukunftsstandort Berlin SÜDWEST, der mit seiner Struktur künftig noch näher an der wirtschaftlichen Verwertung liegt, heißt dies, die rechentechnischen Erfordernisse bspw. im Bereich der Digital Health optimal für erfolgreiche spin-offs, start-ups und schnell wachsende Unternehmen optimal erfüllen zu können.

Text: Jacqueline Lorenz


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