24.03.2016 // Die Grasse Zur Ingenieurgesellschaft mbH: Gründer-Duo mit innovativem Schub

v.l.n.r.: Dr. Malte Zur und Dr. Fabian Grasse. Foto: Grasse Zur

Am Zehlendorfer Industriestandort Hegauer Weg/Hohentwiehlsteig etabliert sich seit 2013 ein junges Spin-off-Unternehmen auf dem Gebiet der Materialprüfung faserverstärkter Kunststoffe jeder Dimension. Das Unternehmen „Grasse Zur Ingenieurgesellschaft mbH ist aus der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM) hervorgegangen und gilt bereits heute als „Hidden Champion von Berlin SÜDWEST“.

Das erfolgreiche Spin-off der BAM konnte 2014  als mehrfacher Innovationspreisträger  von Berlin Brandenburg einerseits und des Deutschen Instituts für Normung (DIN) andererseits schon früh deutlich machen, welch großes Marktpotential es für sich auf dem Gebiet der Materialprüfung sieht. Dabei setzt  das  Jungunternehmer-Duo mit Dr.-Ing. Fabian Grasse und Dr.-Ing. Malte Zur  auf ein breit gefächertes Angebot:  von der Werkstoffprüfung als Dienstleistung bis zur innovativen Hardware-Entwicklung nebst zugehörigen Fach-Schulungen.

Sprungbrett BAM
Die beiden Vollblut-Ingenieure fanden während ihres gemeinsamen Maschinenbau-Studiums an der Technischen Universität Berlin zum eingespielten Team, das gerne gestaltete und Verantwortung übernahm.„Vielleicht können wir das ja besser?“ stellten sie sich während des Studiums häufiger die Frage  und glaubten fest daran,  die passenden Antworten später als Unternehmer geben zu können.

Nach dem Studium und während der Promotion fanden sie motivierende Persönlichkeiten und spannende Aufgaben bei der BAM in der Abteilung Werkstoffprüfung. Prof. Dr. -Ing. Dipl. –Phys. Volker Trappe stand und steht ihnen auch heute noch zur Seite und unterstützt sie bei der Umsetzung ihrer innovativen Entwicklungsideen.

Das Schubprüfsystem GZ S-80 / S-100 / S-100 HT. Foto: Grasse Zur

„Da die BAM in Forschung und Wirtschaft gleichermaßen anerkannt ist, hat sie einen wichtigen Bezug zur Industrie“, lobt Dr. Grasse die Bundesanstalt, die für beide Unternehmensgründer zum Sprungbrett geworden ist:

Als dort der Prototyp eines neuen Prüf-Schubrahmen konstruiert und auf der Messe vorgestellt wurde, meldete sich als erster Kaufinteressent die BASF.

Die beiden Ingenieure erkannten ihre Marktchance. Nach einem beruflichen Exkurs des  Werkstoff-Fachmanns Malte Zur beim ZF Technologiekonzern in Friedrichshafen, kehrte er nach Berlin zurück. Malte Zur erklärt: „Uns war von Anfang an klar, dass wir gemeinsam ein Unternehmen aufbauen werden.“ Von der BAM auch in diesem Gedanken unterstützt, gründeten sie 2011 die „Grasse Zur Ingenieurgesellschaft mbH“ und nutzten bis 2013 ihre Zeit an der BAM, um den dort entstandenen Prototypen zur Marktreife weiterzuentwickeln.

Foto: Grasse Zur

Im Firmensignet des jungen Unternehmens üben der Berliner Bär (Fabian Grasse) und der Baden-Württemberger Löwe (Malte Zur) Schub miteinander anstatt gegeneinander aus.  Sie sehen optimistisch ihrem Ziel entgegen, mittelfristig eine vollständige Charakterisierung eines Werkstoffes erstellen und geschulte Mitarbeiter mit ihrem Wissen in andere Firmen entsenden zu können.

Vom Spin-off zum Zukunftsunternehmen
Als sich erste Aufträge aus der Industrie ankündigen, wagen die Gründer den Sprung zum „Vollzeit-Unternehmer“. Eine weiche Landung mit großem öffentlichem Interesse bereitet ihnen dabei 2014 die Verleihung von zwei Innovationspreisen: den des mit 10.000 Euro dotierten Innovationspreises  der Bundesländer Berlin Brandenburg und den des DIN-Innovationspreises für ihren Forschungstransfer des Schub Prüfsystems GZ S-80. Das System setzt die Prüfzeit von vier Stunden für zwei Personen auf erstaunliche zehn Minuten für eine Person herab.

Zurückzuführen ist der elegante Start des Unternehmens auch auf die umfassende Betreuung durch die „Gründungsförderung profund“ der Freien Universität Berlin, die  das junge, innovative Gründungsklima im Bezirk immer wieder optimiert. Sie  gab den beiden Gründern wichtige Informationen zu Förderprogrammen und Finanzierungshilfen.

Fabian Grasse bringt es auf den Punkt: „profund ist einfach ein tolles Netzwerk, das uns auf die speziell für uns passenden Förderprogramme aufmerksam gemacht hat.“

Foto: Lorenz

Nach erstem Firmenstandort in der Gründervilla der Freien Universität Berlin, in direkter Nachbarschaft zur BAM, ist das Unternehmen nun am Hohentwiehlsteig 6a in Zehlendorf angekommen. Dort ist es Nachbar und Geschäftspartner der deutschen Niederlassung der MTS Systems Corporation, Anbieter für Hochleistungsprüftechnik. In Sichtweite zur Knauer Wissenschaftliche Geräte GmbH hat sich die Ingenieurgesellschaft inzwischen bereits vergrößern können und residiert aktuell mit  ihren sechs Mitarbeitern auf 420 Quadratmeter Büro- und Laborfläche im dritten Stock. „Mit den besten Mitarbeitern, die es gibt“, wie Dr. Grasse betont, „durch die eine hervorragende Zusammenarbeit im Team auf Augenhöhe möglich geworden ist“. Wachstum ist programmiert.

Die Vorzüge des Standortes erklären die Firmengründer so: „Unsere Branche hat direkten Bezug zu den Forschungseinrichtungen hier in der Nähe, wie der Freien Universität Berlin,  dem Helmholtz-Zentrum Berlin oder anderen wissenschaftlichen Highlights. Der schnelle Weg zum Berliner Ring und der  Autobahn ist für uns ebenso von Vorteil, da wir unseren Kunden in der Carbon-Spitzencluster-Region München-Augsburg-Ingolstadt dadurch zeitlich  näher rücken. Und die Lage Berlins innerhalb Deutschlands ist ebenfalls attraktiv. Berlin war Industriestandort. Warum sollte die Stadt als Innovationsregion mit hohem Gründer-Potential das nicht wieder werden als Industriestandort 4.0?“ fragt Grasse mit vorausschauendem Blick. Er denkt dabei sowohl an das entstehende FUBIC-Technologie- und Gründungszentrum auf dem Dahlemer Wissenschaftscampus als auch an das wiederbelebte Goerzwerk im Industrie- und Gewerbegebiet an der Goerzalle. Mit Steglitz-Zehlendorf verbindet der geborene Zehlendorfer viel; er wuchs hier auf, machte hier sein Abitur und ist nun beruflich zusammen mit seinem Firmenpartner nach Zehlendorf zurückgekehrt.
 
Vorwärts mit breitem Leistungsspektrum
Schnell war dem Gründer-Duo klar, dass die von ihnen entwickelte Hardware den Käufer zuerst durch ihre Zuverlässigkeit überzeugen muss. So fährt das Unternehmen zweigleisig und bietet neben dem Hardware-Verkauf verschiedenste Dienstleistungen an, die im Rahmen mechanischer Werkstoffprüfung Zug-, Druck-, Schub-, dynamische und Biegeprüfung beinhalten; weiter werden auch thermische Werkstoffanalyse, Probekörperfertigung, Bestimmung eines Faservolumengehalts und die Vermessung von Probekörpern angeboten. Neu dazugekommen ist ein zerstörungsfreies, berührungsloses Prüfverfahren, das derzeit weiterentwickelt wird.

Ab April 2016 führt die „Ingenieurgesellschaft Grasse Zur“ in ihren Räumen zusätzlich ein- bis zweimal monatlich Wissens- und netzwerkerweiternde Schulungen durch, u.a. zu Themen wie „Polymeranalytik“ und „Normenübersicht“.

Mit innovativen Entwicklungen will das Unternehmen durch die Arbeit mit den faserverstärkten „Kunststoffen von morgen“ im Kraftfahrzeug-Bereich Fuß fassen und hofft, bald die Genehmigung zu erhalten, auch Flugzeugbauteile prüfen zu dürfen. – Halten innovative leichte Kunststoffe doch auch dort vermehrt Einzug, ebenso wie im ressourcenschonenden Windkraftbereich.

Hochrangige Referenzen. Foto: Grasse Zur

Dass sich das junge Unternehmen gerade zur richtigen Zeit am Markt präsentiert, zeigen seine hochrangigen Referenzen, die es nach relativ kurzer Zeit vorweisen kann mit großen Namen aus der Wirtschaft wie beispielsweise BMW, OPEL und Siemens, aber auch BASF und der BAM.

Um am Markt eine noch größere Präsenz zu erreichen, ist das aufgeschlossene und neugierige Gründer-Duo Grasse/Zur vielfältig aktiv unterwegs: Sei es auf Messen, auf der Online-Plattform oder beim Innovationspreis Berlin Brandenburg 2016, der im Herbst im Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin in Dahlem verliehen wird.

Und dann sind da noch die Gespräche mit Menschen verschiedenster Bereiche.
- Auch das gehört zum Erfolgs-Rezept des Unternehmers Malte Zur: „Wichtig ist es, miteinander zu sprechen. Davon ist noch niemand dümmer geworden. Lernen macht Spaß, schließlich lernen wir ein Leben lang.“

Foto: Grasse Zur/ Innovationspreis Berlin Brandenburg 2014

Text: Jacqueline Lorenz

Kontakt und weitere Informationen unter:

Grasse Zur Ingenieurgesellschaft mbH
Hohentwielsteig 6a
14163 Berlin

Tel.: +49 (0) 30 7790791-40
info@grassezur.de

www.grassezur.de



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