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10.11.2016 // Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Wissenschaftliche Geschäftsführerin des Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH (HZB)

Foto: WISTA-Management GmbH

Materialwissenschaftlerin, Werkstofftechnikerin und Universitätsprofessorin ist sie, und als Wissenschaftliche Geschäftsführerin des HZB beweist sie einmal mehr, dass Mathematik und Naturwissenschaften schon längst keine bloße Männer-Domäne mehr sind. Vielmehr vereint sie brillant Wissen und Managerqualitäten, ohne dabei an Weiblichkeit einzubüßen: Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla stellt sich mit fachlicher Neugier, spürbarer Begeisterung und einem hohen Maß an Diplomatie den spannenden Herausforderungen, die sie als Leiterin des HZB an seinen zwei sich ergänzenden Stand- und Zukunftsorten immer wieder neu erwarten: am Firmensitz in Berlin-Wannsee mit 600 MitarbeiterInnen und in Berlin-Adlershof mit 500 MitarbeiterInnen.

Der Weg
Als Mathematik– und Naturwissenschaft-begeisterte Schülerin, die beim Segelfliegen die Physikalischen Gesetze schon früh kennenlernte, suchte Anke Kaysser-Pyzalla den Weg in ein anwendungsnahes Studium und entschied sich nach dem Abitur für die Studienfächer Maschinenbau und Mechanik an der TU Darmstadt. Im Bereich Werkstofftechnik promovierte sie1995 an der Ruhr-Universität Bochum und erinnert sich noch heute gerne an ihren Doktorvater Prof. Dr.-Ing. Hans Berns († 2013): „Gerade im Bereich Werkstofftechnik in der Stahlindustrie habe ich dort viel von ihm gelernt.“ Nach der Promotion kam Anke Kaysser-Pyzalla nach Berlin zum Hahn-Meitner-Institut, wo sie eine spannende und herausfordernde Forschungs-Praxis erwartete: Als Instrumentenverantwortliche eines Neutronen-Diffraktometers untersuchte sie die Ausbreitung innerer Spannungen in Bauteilen und Werkstoffen. Stets suchte sie bei ihren Forschungsarbeiten zugleich auch neue Herausforderungen beruflicher Weiterentwicklung. Nach der Habilitation im Jahr 2001 an der Ruhr-Universität Bochum (Bereich Werkstoffwissenschaft) erhielt sie einen Ruf an die TU Wien als Professorin für Werkstoffeinsatz, Fügetechnik und Bauteilprüfung. Ihr weiterer Berufsweg führte sie als Direktorin und Geschäftsführerin an die Max-Planck-Institut-für-Eisenforschung GmbH nach Düsseldorf und als Professorin wiederum an die Ruhr-Universität Bochum.

Luftaufnahme Helmhotz-Zentrum Berlin, Standort Wannsee. Foto: HZB/ Dirk Laubner
Luft-Bild BESSY II. Fot: euroluftbild.de/Robert Grahn

Das Ziel
Seit 2008 arbeitet Anke Kaysser-Pyzalla erfolgreich als wissenschaftliche Geschäftsführerin des neuen Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie, das aus dem Zusammenschluss des Hahn-Meitner-Instituts mit der BESSY GmbH hervorging; bei der Fusion wirkte Kaysser-Pyzalla entscheidend mit. Der Geschäftssitz des HZB ist in Berlin-Zehlendorf am Standort des ehemaligen Hahn-Meitner-Instituts; die großformatige Elektronenspeicherringanlage BESSY II wurde auf dem Forschungscampus Berlin-Adlershof errichtet. Somit arbeitet das HZB mit seinen beiden Großgeräten, dem Forschungsreaktor BER II und dem Elektronenspeicherring BESSY II, an zwei Standorten. Der Wissenschaftsbetrieb am BER II mit Neutronen soll bis zum 31.12.2019 fortgeführt werden; danach stellt das HZB die Forschung mit Neutronen ein. Dies ist verbunden mit einer strategischen Neuausrichtung der Forschung und der  Ausrichtung des HZB zu einem modernen Forschungszentrum mit Schwerpunkt Energie-Materialforschung.

Das HZB kooperiert mit über 400 deutschen und internationalen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Es bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt die dienstleistungsfreundliche Möglichkeit, Spitzenforschung auf höchster Ebene zu betreiben, und ist dabei für seinen guten Service an den Großgeräten bekannt. Die Nutzer kommen aus Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, aber auch aus der Industrie, um in den unterschiedlichen Fachgebieten wie der Physik, Chemie, in den Lebenswissenschaften, aber auch in den Kulturwissenschaften mit Hilfe der HZB-Großgeräte zu forschen.

Geschäftsführerin Kaysser-Pyzalla erklärt dazu: „…Dass ich mit meiner Arbeit die Forschung in dieser Bandbreite voranbringen kann, empfinde ich als etwas ganz Besonderes…“

Anke Kaysser-Pyzalla, die privat beim Skilaufen und auf dem Rennrad Kondition für ihre Tätigkeit sammelt, setzt auf die Fortführung dieses Erfolgsweges, um das HZB auf den Gebieten der Energie-Materialien, u.a. der Photovoltaik und der solaren Brennstoffe - und damit auf dem Gebiet Erneuerbarer Energien – zukunftsweisend weiterzuentwickeln.

Anke Kaysser-Pyzalla ist zudem engagiertes  Mitglied der Akademie acatech, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und arbeitete für die wissenschaftliche Community u.a. als Senatsmitglied der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) und derzeit u.a. als Mitglied des Kuratoriums der Hochschule für Wirtschaft und Technik Berlin sowie der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt.

Beuth-Wettbewerb für Lise-Meitner-Campus 2050. 1. Preis: J. Michalak. Foto: HZB

HZB-Standorte und ihre Zukunft
Strategisch hat die Geschäftsführung des HZB mit Anke Kaysser-Pyzalla und Thomas Frederking als kaufmännischem Geschäftsführer die künftigen Handlungsfelder und Ziele des HZB fest im Blick, die sich zukünftig noch stärker auf die Energiewende ausrichten. Der Aufsichtsrat hat dem Beschluss zugestimmt, den Forschungsreaktor mit der Neutronenquelle BER II am HZB-Standort Wannsee Ende 2019 einzustellen. So gilt es jetzt, den Weg frei zu machen für die sinnvolle Nachnutzung des Geländes in Wannsee als Energie-Material-Forschungs-Campus mit umfangreicher Laborstruktur, zu dem beispielsweise auch das Zeiss Lab@Location gehört. Großinvestitionen der Helmholtz-Gemeinschaft und die Vernetzung mit hochrangig strategischen Kooperations-Partnern an der HZB-Seite, wie mit der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Universität Potsdam, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und der Beuth-Hochschule sowie u.a. der BAM, der Max-Planck-Gesellschaft und dem Konrad-Zuse-Institut, lassen auch für die Zukunft erwarten, dass die internationale Einbindung des HZB und der Wissens- und Technologietransfer in Wirtschaft und Gesellschaft stetig voranschreiten. Durch die Weiterentwicklung der Photonenquelle BESSY II zu BESSY VSR und langfristig BESSY III mit der Entwicklung einer neuen Photonenquelle nächster Generation am Großgeräte-Standort Adlershof und durch die Ausrichtung der Forschung auf Neue Materialien energierelevanter Systeme in Wannsee bleiben beide Standorte gleichberechtigt verbunden.

Diese Ausrichtung begrüßt besonders das Regionalmanagement Berlin SÜDWEST mit Focus auf das am Start stehende Gründungs- und Technologiezentrum FUBIC Berlin Südwest, das ebenfalls ein ehrgeiziges Klimakonzept der Erneuerbaren Energien im Blickfeld hat.

Anke Kaysser-Pyzalla sieht die Umgestaltung des Wannseer Campus-Bereiches mit fußgängerfreundlichen Bereichen zügig vorangehen und betont: „Die bezirkliche Stadtentwicklung und der Umweltbereich sind hier bereits sehr aktiv.“

Weniger zufrieden ist die Geschäftsführerin, die in Potsdam wohnt, mit dem öffentlichen Personennahverkehr. In Sachen BVG-Verkehrsabstimmung bestehe dringender Verbesserungsbedarf. Am Bahnhof-Wannsee vermisst sie außerdem gesicherte, bewachte Fahrradabstellplätze und Ladestationen für Elektrofahrräder und –Roller. Intelligente Konzepte, die die Pendler entlasten und auch den HZB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugutekommen würden, sind notwendig. Wenn es hier in nächster Zeit zielführende Aktivitäten geben könnte, wäre das in praktischer Sicht ein großer Schritt. Derzeit ist sie u.a. wegen der schlechten BVG-Verkehrsanbindung vielfältig mit dem Elektroroller unterwegs, auch auf ihrem Weg zum Wannseer Zukunfts-Campus HZB.

Text: Jacqueline Lorenz

Kontakt und weitere Informationen unter:

Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie
Lise-Meitner-Campus
Hahn-Meitner-Platz 1 (ehemals Glienicker Str. 100)
14109 Berlin

Telefon: +49 30 8062 - 0
Email: info@helmholtz-berlin.de


www.helmholtz-berlin.de



Das „Regionalmanagement Berlin SÜDWEST“ (RMSW) ist im Rahmen des Wirtschaftsförderprogramms Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln sowie einem entsprechenden Anteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin finanziert.

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