Wirtschaftsgespräche Berlin Südwest 2014: Neue industrienahe Arbeitsplätze für Steglitz-Zehlendorf

Am 20. November 2014 trafen sich mehr als 130 Unternehmer und Unternehmerinnen aus Steglitz-Zehlendorf bei den Wirtschaftsgesprächen Berlin Südwest in der BMW und Mini-Welt Riller & Schnauck. Eröffnet wurde der Abend vom Geschäftsführer Dierk Harneid. Die 2004 im ehemaligen Straßenbahn- und Omnibusdepot eröffnete „BMW und Mini-Welt“ zählt zu den besten Autohäusern in Deutschland und beeindruckt durch seine Architektur. Inzwischen werden hier neun Marken vertrieben, darunter Aston Martin, Ferrari, Rolls-Royce und Bentley.

Norbert Kopp, Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, hob in seinem Grußwort die Schwerpunkte der bezirklichen Wirtschaft hervor: Voranbringen des Technologie- und Gründungszentrum SÜDWEST, Analyse des Industrieareals Goerzallee im Hinblick auf erweiterte Nutzungsmöglichkeiten. Wichtig ist für ihn ist die laufende Zusammenarbeit und Kommunikation der bezirklichen und überbezirklichen Akteure ausWirtschaft, Politik / Verwaltung und Wissenschaft zur Umsetzung von Projekten.

Michael Pawlik, Leiter der Wirtschaftsförderung Steglitz-Zehlendorf, war stolz, dass es dem Bezirk gelungen sei, bisher über 3,5 Millionen Euro Fördermittel für bezirkliche Projekte zu akquirieren, darunter für die Ladenstraße am U-Bahnhof Onkel-Toms-Hütte und für ein Tourismuskonzept. Für Neuansiedlungen und Expansionen gibt es drei Gewerbestandorte: Goerzallee-Beeskowdamm, Hegauer Weg und Haynauer Straße, die aber nicht vergleichbar sind mit frei bebaubaren Flächen in anderen Bezirken. 2015 soll das neue „Business Improvement Districts“-Gesetz (BID), das 2014 in Berlin in Kraft tritt, im Bezirk umgesetzt werden. Es geht darum, in räumlich klar abgegrenzten Bereichen die Standortqualität mit den Grundeigentümern und Gewerbetreibenden zu verbessern. Die Maßnahmen sollen aus einer selbst auferlegten und zeitlich befristet erhobenen Abgabe finanziert werden. Die Erarbeitung eines neuen Tourismuskonzepts mit dem Ziel, den Bezirk stärker als bisher in den Tourismusboom der Stadt einzubinden, ist ein weiterer Schwerpunkt im kommenden Jahr. Bestehende Veranstaltungs- und Netzwerkformate wie der LIFE SCIENCE DAY, die Entdeckertour und der Best-Western-Unternehmens-Stammtisch sollen weitergeführt werden. 2015 werden die ersten Ergebnisse des Pedelec-Projekts vorliegen. Das Pedelec Elektrofahrrad wird als neues Verkehrsmittel durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Betrieben im Berliner Bezirk Steglitz- Zehlendorf und in den angrenzenden Umlandkommunen bis zum Herbst 2015 getestet.

Für Marc Pappert, Projektmanager Unternehmensservice von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie, war 2014 „ein hervorragendes Jahr mit tollen Signalen für den Wirtschaftsstandort Steglitz-Zehlendorf“. In den von Berlin Partner begleiteten Expansionsprojekten investierten die Unternehmen im zweistelligen Millionenbereich. Es wurden in beträchtlichem Maße neue, innovative und industrienahe Arbeitsplätze geschaffen. Dabei sei es der Anspruch der Wirtschaftsförderung auf Bezirks- und Landesebene, in jedem Jahr die 50 bis 100 innovativsten Firmen im Bezirk „auf dem Radar“ zu haben und ihnen aktive Unterstützung anzubieten. Vor allem in den Life Sciences - Branchen wie Biotechnologie, Medizintechnik und Pharmaforschung wachsen die Unternehmen im Bezirk - ebenso wie im produzierenden Gewerbe. „Haben sich Unternehmen für den Wirtschaftsstandort Berlin entschieden“, so Pappert, „beeinflussen bei der Suche nach einem geeigneten Firmensitz zunehmend weiche Faktoren wie Wohnen, Kinderbetreuung, Schule und Erholung die Entscheidung für einen Standort.“ Das gilt umso mehr für das Ansiedlungsgeschäft, das Berlin Partner ebenfalls verantwortet. „Da ist Steglitz-Zehlendorf eine sehr gute Adresse“, so Pappert.

Dr. Reinhard Baumgarten, Leiter des Regionalmanagements Berlin SÜDWEST (RMSW), sieht das RMSW als „Ideengeber und Ideenbeschleuniger“ für den Bezirk in allen Projekten. Für ihn ist die Nähe zur Freien Universität Berlin und den vielen Forschungsinstituten im Berliner Südwesten ein sehr wichtiger Standortvorteil im Zusammenhang mit Unternehmensgründungen. Doch um junge Gründerinnen und Gründer im Bezirk zu halten, brauche der Bezirk dringend das Technologie- und Gründungszentrum SÜDWEST (TGZ SW), in dem 60 bis 80 Spin-Offs arbeiten könnten. Um das TGZ SW voranzubringen, arbeite der Bezirk inzwischen mit der WISTA Management GmbH zusammen. Für 2015 wünscht sich Baumgarten, dass noch mehr Mitarbeiter von Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen Unternehmen gründen und dass noch mehr Innovationen im Berliner Südwesten umgesetzt werden: „Wir müssen aber auch das Berliner Umland einbeziehen und gemeinsame Konzepte entwickeln, beispielsweise das Gebiet des UNESCO-Welterbes rund um die Glienicker Brücke. Es soll für Berliner, Potsdamer und Touristen noch bekannter und spannend erlebbar gemacht werden. Dort soll ein Tourismus- Informationszentrum entstehen. 2016 jährt sich zum 200. Mal das Jubiläum der ersten Gartenbauarbeit von Peter Josef Lenné, dem großen Gartenbau- und Landschaftsarchitekten, in der Nähe der Glienicker Brücke. Ihn wollen wir feiern.“


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