LIFE SCIENCE DAY 2015: Neue Netzwerke für die bessere Versorgung, Behandlung und Pflege älterer Patienten

Beim diesjährigen LIFE SCIENCE DAY „Zukunft Altersmedizin“ am 15. Oktober 2015 in der Freien Universität Berlin stellten Vertreter der Gesundheitswirtschaft und des Gesundheitswesens, Mediziner und Medizintechniker die neuesten Entwicklungen sowie neue Netzwerke für die Behandlung und Pflege älterer Patienten vor. 150 Besucher nahmen an der Fachtagung im Henry-Ford-Bau teil.

Netzwerke und Kooperationen im Bereich Altersmedizin spielen auch für den Gastgeber des LIFE SCIENCE DAY eine große Rolle. Prof. Dr. Peter-André Alt, Präsident der Freien Universität Berlin, sagte in seiner Begrüßungsrede: „Mit Fördermitteln des Exzellenzwettbewerbes haben wir fünf Focus Areas eingerichtet, darunter 2013 die Focus Area DynAge, die sich dem Thema der Erforschung von Alterungsprozessen widmet. Hier arbeiten Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften mit Experten der Charité - Universitätsmedizin Berlin zusammen, um die vier wichtigsten Krankheiten im Alter - Krebs, kardiovaskuläre Erkrankungen, kognitive Störungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates - gemeinsam zu erforschen. Das regionale Netzwerk bezieht auch die Universität Potsdam ein, das Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin-Dahlem, die Fraunhofer Gesellschaft, mehrere Institute der Max-Planck-Gesellschaft, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung und das Deutsche Institut für Urbanistik. Die enge Zusammenarbeitet mit dem Campus Benjamin Franklin ist eine Selbstverständlichkeit.“
 
Der Campus Benjamin Franklin / Charité - Universitätsmedizin Berlin (CBF) mit einem Schwerpunkt bei der Altersmedizin ist im vergangenen Jahr erheblich modernisiert worden. Prof. Karl Max Einhäupl, Vorstandvorsitzender der Charité - Universitätsmedizin Berlin führte dazu aus: „Die Kardiologie ist neu berufen worden. Sie befasst sich sehr stark mit dem Thema der kardiovaskulären Gefäßerkrankungen und dem Herzinfarkt bei älteren Patienten. Die Gefäßchirurgie ist neu und bietet sehr gute Voraussetzungen für die Schaffung eines Gefäßzentrums im CBF. Ab Juni 2016 gibt es, das ist auch neu, eine Klinik für Geriatrie mit 45 Betten, für die Frau Prof. Dr. Müller-Werdan berufen wurde. Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, geleitet von Frau Prof. Heuser, ist auf den Campus Benjamin Franklin gezogen. Für den Umbau der OP-Säle wurden 19 Millionen Euro investiert, für die Erneuerung des Stromleitungsnetzes 13,7, für die Hochschulambulanz 4,5 und für die Rettungsstelle 1,5 Millionen Euro.

Wir effizient die fächerübergreifende Zusammenarbeit sei, erläuterte Prof. Dr. Rajan Somasundaram von der Rettungsstelle am CBF am Beispiel der „Charité-Haube“, die mit Medizinern, Medizintechnikern und Kommunikationswissenschaftlern entwickelt wurde. Prof. Dr. Andreas Greiner von der Klinik für Gefäßchirurgie am CBF hatte  zwei Projekte, Prothesenmaterial und Muskelphysiologie, in denen er sich eine Zusammenarbeit mit anderen Partnern wünsche. Einen schnelleren Informationsaustausch von Daten im Gesundheitsbereich fordert Kristian Meinck vom IMD Institut für Medizinische Diagnostik. Für Lutz Freiberg von der KV Brandenburg ist die moderne Kommunikation im ländlichen Raum und eine mögliche interaktive Behandlung von  geriatrischen Patienten ein wichtiges Thema. Sein Ziel ist es, solche Patienten im häuslichen Umfeld zu behandeln und zu pflegen. Für die Entwicklung möglicher Konzepte sucht er Partner aus der Wissenschaft, Medizin und Medizintechnikunternehmen.

Bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Altersmedizin heute und morgen“ waren sich die Teilnehmer einig, dass die Prävention wichtig sei. „Wir müssen die Frage thematisieren, wie wir Krankheiten verhindern“, forderte Dr. Franz Dormann vom Gesundheitsstadt Berlin e.V. „ Allein die Behandlungskosten ernährungsbedingter Erkrankungen belaufen sich auf 80 Milliarden Euro“.  Insgesamt sind ältere Menschen heutzutage agiler als früher. Brauchen sie überhaupt eine Geriatrie? Frau Prof. Ursula Müller-Werdan von der Charité - Universitätsmedizin Berlin bejaht diese Frage und  wünscht zugleich bei der Behandlung von älteren Patienten mehr Schnittstellen mit den Organmedizinern. Für Dr. Matthias Suermondt von der Sanofi-Aventis GmbH ist die ganzheitliche Betrachtung bei der Behandlung von älteren Menschen zu verbessern. Dr. Kai Uwe Bindseil von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie appelliert an die Mediziner, abzuwägen, wann Operationen und Medikationen die gewünschten Erfolge bringen. Das finanzielle Problem der Gesundheitswirtschaft, so Prof. Dr. Karl Max Einhäupl,  resultiert vor allem aus  den steigenden medizinischen Möglichkeiten. Deutschland habe das beste Gesundheitssystem der Welt, aber in 10 bis 15 Jahren werde es kostenmäßig nicht mehr in der Lage sein, das Solidarprinzip aufrecht zu erhalten. „Warum erforscht eine Exzellenz-Universität wie die Freie Universität Berlin nicht Abwehrmechanismen für die Entsolidarisierung des Gesundheitssystems? Dieses Thema ist eine Chance für den Standort Dahlem.“

Der LIFE SCIENCE DAY wurde vom Bezirk Steglitz-Zehlendorf und dem Regionalmanagement Berlin SÜDWEST in Kooperation mit der Freien Universität und der Charité-Universitätsmedizin Berlin im Rahmen der Berlin Health Week veranstaltet.  

 

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