IDEENWerkstatt MUSEEN: Kulturlobbyist in Brüssel, interregionale Vernetzung und Geber-Konferenz in Dahlem

„Welche Impulse gibt Europa den Museen? fragten die Initiatoren der IDEENWerkstatt MUSEEN am 5. März 2018 bei der Podiumsdiskussion im Ethnologischen Museum, Museumsstandort Dahlem. Antworten auf diese Frage gaben auf dem Podium Prof. Dr. Marion Ackermann, Generaldirektorin Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dr. Volker Hassemer, Vorstandsvorsitzender Stiftung Zukunft Berlin, Cerstin Richter-Kotowski, Bezirksbürgermeisterin Steglitz-Zehlendorf, Dr. Susanne Rockweiler, ehem. stellv. Direktorin Martin-Gropius-Bau und Prof. Dr. Elisabeth Tietmeyer, Direktorin Museum Europäischer Kulturen. Es moderierte Harald Asel, Inforadio, rbb.  

„Museen sind nicht außerhalb von Europa, denn Europa macht Museen lebendig. Wir brauchen Impulse aus der Politik“, so Marion Ackermann. Für Elisabeth Tietmeyer spiegelt ihr Museum, das Museum für Europäische Kulturen (MEK) die europäische Kultur und Realität wieder: „Der Standort hier ist nicht tot.“ Cerstin Richter-Kotowski ist stolz darauf, dass das MEK in Dahlem ist. Aber auch in anderen Einrichtungen wie beim UNESCO-Welterbegebiet beiderseits der Glienicker Brücke ist Europa erlebbar in seinen  Baustilen der Schlösserwelt, zum Beispiel– aus Italien, Schweiz, Frankreich und England. Susanne Rockweiler sieht in Museen Orte, die deutlich die Geschichte Europas zeigen. Das sei vor allem wichtig, wenn Länder wie bspw. Deutschland und Polen ein nicht immer spannungsfreies  Verhältnis haben. Aber im Museum funktioniere der Informationsaustausch besser, weil „Museen da mehr Spielräume als die Politik haben“. Für Volker Hassemer beginne die Zukunft der Museen erst jetzt, denn „kulturelle Orte werden eine größere Bedeutung als bisher haben. Museen sind stark, weil sie ständig da sind, aber von ihnen wird  viel abverlangt.  Museen haben eine große, aber anstrengende Zukunft.“

Susanne Rockweiler wünscht sich auf europäischer Ebene einen „Kunst- und Kulturlobbyisten“ in Brüssel. Beispielsweise werde die Kultur nur mit 1, 7 Mrd. € von der EU  gefördert, die Agrarwirtschaft dagegen mit 300 Mrd. € bei annähernd gleichen Beschäftigtenzahlen. Und sie wünscht sich einmal im Monat einen Familientag mit freiem Eintritt wie es ihn schon früher gab. Dafür sollte die Politik auf die Museen zugehen. „Um jüngere Zielgruppen anzusprechen, reichen Familien- und Schulklassen-Besuche nicht aus“, sagt Marion Ackermann. „ Kinder müssen gemeinsam etwas entwickeln können. Werkstätten funktionieren z.B. sehr gut. Dabei wird auch das Handwerk stärker in den Fokus gerückt. Außerhalb von Ballungsräumen ist unser Problem  oft auch die ungenügende Anbindung der Museen an Busse und Bahnen.“

Volker Hassemer fordert, dass im Museums- und Kulturbereich die Regionen große Anstrengungen entwickeln und miteinander kooperieren sollten, auch über die Landesgrenzen hinaus, um als Schwergewichte wahrgenommen zu werden: „Nicht jeder hat so fabelhafte Nachbarn wie wir mit Potsdam.“ Europa findet für ihn an der Basis, in den Kommunen statt. Das MEK solle sich daher nicht nur als Museum wahrnehmen, sondern auch neue Themen setzen: „Europa ist Einheit in Vielfalt. Vielfalt ist Energiereichtum. Im MEK gibt es Antworten auf Europa. Politiker haben Hunger nach solchen Orten und Akteuren wie in Steglitz-Zehlendorf.“ Weil sich das Humboldt-Forum in Mitte nicht mit Europa beschäftigt, sieht er darin eine Chance für Dahlem und für das MEK, sich neu aufzustellen. Deshalb schlägt er vor, eine „Geber-Konferenz“ zu initiieren. 2019 feiert das MEK sein 20-jähriges Jubiläum, ein vielleicht guter Zeitpunkt.

Die Diskussion wurde aufgezeichnet und wird im Rahmen des "Forums im Inforadio" voraussichtlich am Sonntag 11. März 2018, 11 Uhr ausgestrahlt (Wiederholung 20 Uhr).

Die IDEENWerkstatt MUSEEN ist eine Initiative des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf in Kooperation mit dem Regionalmanagement Berlin SÜDWEST. Die Podiumsdiskussionen werden 2018 zu unterschiedlichen Themen weitergeführt.

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