Neues aus dem Botanischen Garten Berlin

Rosenblüte um den Rosen-Pavillon | Foto: © I. Haas, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin
Rosenblüte um den Rosen-Pavillon | Foto: © I. Haas, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin

03. Juni 2020: Im neuen, randvollen Newsletter des BGBM erfahren Sie unter anderem was im Frühsommer in Ihrem Garten blüht, wie sich der Botanische Garten für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzt und ab wann der Vorverkauf für ermäßigte Tickets startet. Viel Spaß beim Lesen!

Schönster Frühsommer

Der Garten bietet gerade die allerschönsten Reisemöglichkeitenin Berlin: Wanderschuhe an und los geht’s in die Alpen. Es blüht das Berg-Laserkraut prächtig und wird von Rosenkäfern, Streifenwanzen, Fliegen, Wildbienen und Co wie kaum eine andere Pflanze umringt. Die Alpenrosen beginnen mit ihrem Flor. Die Osteuropäische Steppe gleicht einem wogenden Meer aus Österreichischem Lein mit Schwarzpurpurnem Lauch und lässt an die schönsten Stellen der ungarischen Puszta denken. Auf den Karpaten ragen die Schwertlilien empor. Akelei, Wolfsmilch und vieles mehr sorgen für richtig bunte Berge. Auf dem Olymp blüht eine der letzten Pfingstrosen. Im Kaukasus wartet der Falsche Orient-Mohnmit handtellergroßen Blüten auf. Die wilden Rosen verströmen ihren lieblichen Duft. Viele wilde Orchideenarten stehen in Blüte. In den Wiesen blühen der Wiesen-Salbei, Margeriten und Klappertopf. Im Sumpf und Wassergarten lockt die Weiße Seerose Flieger in ihre Blüte ein. Der Garten ist erfüllt vom Vogelgesang: Zilpzalp, Singdrossel, Mönchs-grasmücke, Zaunkönig, Schwanzmeisen, Sommergoldhähnchen, Amseln, Grünspechte ... sind da nur einige Beispiele. Wir freuen uns auf Ihren Besuchim schönen Garten.Die Gewächshäuser sind noch behördlich geschlossen. Dort blühen nicht nur die beiden Riesenseerosen Victoria amazonicaund Victoria cruzianagerade gleichzeitig.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch – die wichtigsten Änderungen:

Einlassmanagement in Zeiten von Corona: Der neue Besuchsablauf und das Onlineticketing mit Zeitslots haben sich seit Wiedereröffnung gut etabliert. Da auch dank Ihrer Mithilfe und Akzeptanz der neuen Regelungen der Start gut gelaufen ist, haben wir nun eine gute Nachricht: Ab 10. Juni 2020 ist der Besuch bei uns wie-der zum ermäßigten Tarif (3 Euro statt 6 Euro, nachweispflichtig) und freiem Eintritt (nachweispflichtig) möglich. Weiterhin gilt: Tickets können ausschließlich online erworben werden, auch alle freien Eintritte erwerben bitte ein Onlineticket (Einlassticket 0 EUR). Es gibt weiter keinen Kartenverkauf vor Ort. Der Online-Vorverkauf für ermäßigte und freie Eintritte startet am 8. Juni 2020.

Nach dem Bericht des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) vom vergangenen Jahr sind in den kommenden Jahren und Jahr-zehnten eine Million Arten vom Aussterben bedroht – Pflanzen wie Tiere.

Immer schneller zerstört der Mensch seine eigentlichen Lebens-grundlagen, untergräbt die Kapazität der Natur, sich selber zu regenerieren.„Wir müssen den Verlust unserer natürlichen Um-gebung verlangsamen“, forderte IPBES-Präsident Robert Watson in seinem Bericht. Was kostet unsder Verlust Natur? Was kostet die Natur? Wir Menschen müssen handeln. Was kann und muss getan werden? Welche Schritte sind notwendig? Diese Fragen diskutieren auf dem Podium: Prof. Dr. Thomas Borsch (Direktor des Botanischen Gar-tens und Botanischen Museums Berlin) Derk Ehlert (Wildtierexperte der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Verkehr und Umweltschutz) Dr. Kirsten Thonicke (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, Abteilung Erdsystemanalyse, Sprecherin des Projektes „Biodiversität, Ökosystemleistungen und Klimawandel“). Die Moderationführt Thomas Prinzler, Wissenschaftsredakteur vom Inforadio (rbb). Eigentlich sollte dieser Treffpunkt "WissensWerte" als öffentliche Podiumsdiskussion im Botanischen Garten stattfinden, wird aber nun aufgrund der Corona-Pandemie im kleinen Kreis im Studio realisiert. Dennoch haben Sie zwei Möglichkeit, bei dieser spannenden und wichtigen Diskussion dabei zu sein: Sie können bis zum 5. Juni 2020 eine Zuhörerfrage an die Experten*innenstellen die vielleicht in der Diskussion aufgegriffen wird. Wie gewohnt wird die Podiumsdiskussion „Treffpunkt Wissens-Werte“ mitgeschnitten und im Programm von Inforadio (rbb) 93,1 am Sonntag, 14. Juni um 9:22 Uhr und 13:22 Uhr gesendet. Sie ist anschließend als Podcast auf www.inforadio.de und in der ARD Audiothek verfügbar. Treffpunkt WissensWerte ist eine gemeinsame Veranstaltung von Technologiestiftung Berlin und Inforadio (rbb).

Die Globale Koalition für Biodiversität wurde im März 2020 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen.

Die Europäische Kommission zielt in ihrer Initiative darauf ab, das Bewusstsein für den Schutz unserer biologischen Vielfalt bei Politik, Wirtschaft und in der Gesellschaft allgemein zu verbessern. Als eine der weltweit bedeutendsten Pflanzensammlungen und Forschungszentrum der Botanik unterstützen wir diese Initiative. Mit unseren botanischen Sammlungen, der Erhaltungskultur und unseren Vermittlungsaktivitäten sind wir zusammen mit dem weltweiten Netzwerk der Botanischen Gärten, Nationalparks, Naturkundemuseen, Zoos, Aquarien und weiteren ein Botschafter für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Wir freuen uns über alle Menschen, die den Botanischen Garten besuchen, um Pflanzen und der Natur nah zu sein sowie bei uns darüber zu lernen. Doch ist es unser noch größeres Ziel mit unserer Arbeit einen Beitrag zu leisten, dass Pflanzen in ihrer gesamten Vielfalt nicht nur in einem Botanischen Garten zu sehen sind, sondern auch weiterhin in der freien Natur. Denn nur dort, unter natürlichen Bedingungen, hat eine Art eine Chance langfristig zu überleben. Dafür ist vor allem der Lebensraumschutz entscheidend. Das Artensterben weltweit ist eng mit der Klimakrise verbunden. Die andauernde Lebensraumzerstörung (z.B. durch Entwaldung oder Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung auf entwässerten Moorflächen) führt nicht nur zum Artenverlust sondern auch direkt zur Freisetzung beträchtlicher Mengen an Klimagasen. Umgekehrt wirkt sich Naturschutz auch positiv auf das Klima aus. Eine gesunde Natur bildet zudem die Basis für zukünftiges menschliches Wohlergehen, Nahrung, Gesundheit und eine gute Wirtschaftslage. Die Biodiversitätskrise und Klimakrise darf nicht angesichts der Corona-Krise in Vergessenheit geraten. Denn viele Expertinnen und Experten prognostizieren für die Menschheit noch fatalere Konsequenzen aufgrund von Naturzerstörung und Klimawandel als momentan die Corona-Krise von allen abverlangt. Es ist wichtig und richtig, dass jeder Mensch die Stimme erhebt, wenn es der Natur an den Kragen geht. Auch in der Corona-Krise kann man regionale, biologisch erzeugte Lebensmittel kaufen und übermäßigen Fleischkonsum vermeiden. Oder sich die globalen Zusammenhänge des eigenen Konsums vor Augen führen und globale Lieferketten auf den Prüfstand stellen (können wir verantworten, dass beispielsweise Soja aus Amazonien als Futtermittel für die Massentierhaltung importiert wird?). Ebenso gilt es auch vor unserer Haustür darauf achten, dass die wenigen noch vorhandenen artenreichen Lebensräume erhalten bleiben. Torffreie Blumenerde ist aktiver Moorschutz. Außerdem kann man sich jederzeit beispielsweise online für den Erhalt des tropischen Regenwaldes einsetzen und Unterschriften sammeln. Es gibt tausende Möglichkeiten. Wir freuen uns über jeden kleinen Schritt, den jeder in seinem Rahmen und Umfeld für einen Erhalt der biologischen Vielfalt geht. Wir sind Teil der Natur, wir brauchen die Natur und in dieser von Menschen gemachten Krise braucht es uns alle Menschen, diese Krise zu lösen.

... für mehr Service, mehr Information und mehr Einblicke in die wissenswerte Welt der Botanik! Unsere Bauprojekte - neu im Juni:

Gute Grundlagen: inzwischen ist die Bodenplatte vom neuen Besucherzentrum fertig gegossen – eineffektvoller Anblick vom Botanischen Museum aus. In den nächsten Wochen wächst der Bau dann in die Höhe, es werden die Wände errichtet, so dass gegen Spätsommer das Dach gesetzt werden kann. Wir freuen uns auf die weiteren Aussichten! Eiligen Schrittes: einige haben sie bereits vermisst: die schön-altmodischen Toilettenfiguren vor der Toilette am Duft- und Tastgarten. Wurden die Dahineilenden gar Opfer der Modernisierung? Nein, ganz und gar nicht. Unser Museumsteam arbeitet die Figuren auf, damit sie nach Abschluss der Baumaßnahmen wieder auf der Rasenfläche aufgestellt werden können. Es wird zwar noch etwas dauern – aber sie werden auch in Zukunft den Weg begleiten...
Alle Maßnahmen werden gefördert aus Mitteln des Bundes und des Landes Berlin im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

Arbeiten in der grünen Oase

Wir suchen eine Fachkraft für unseren Besucherservice. Zu den Aufgaben gehören insbesondere: Pforten- und Streifendienste (Aufsicht im Gartenbereich und den Räumen des Museums); Erteilen von allgemeinen Auskünften; Kassentätigkeiten wie Ticket- und Broschürenverkauf; unterstützende Tätigkeiten im Rahmen der Arbeitssicherheit; Aufbau- und Transportarbeiten von Veranstaltungsgegenständen. Eine Bewerbung ist noch bis 08.06.2020 möglich.

Corona lässt unseren Veranstaltungskalender schmelzen

Die sonst zweijährig stattfindende Orchideen Show wird vom ursprünglich 25.-27.09.2020 auf voraussichtlich September 2021 verschoben. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Wir danken für Ihr Verständnis.

Pilzberatung und Spannendes aus der Pilzwelt

Wer nicht sicher ist, welchen Pilz er gefunden hat oder sein pilzkundliches Wissen auffrischen und erweitern möchte, sollte die kostenlose Pilzberatung nutzen. Die Pilzberatung ist weiterhin per Mail erreichbar unter h.beyer@bgbm.org
Keine Sprechstunden zur Pilzberatung vor Ort im Botanischen Museum. Wir danken für Ihr Verständnis.

 

Quelle: https://www.bgbm.org/sites/default/files/documents/pr/2020_06_newsletter.pdf



Das „Regionalmanagement Berlin SÜDWEST“ (RMSW) ist im Rahmen des Wirtschaftsförderprogramms Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln sowie einem entsprechenden Anteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin finanziert.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie  Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung  Berlin Steglitz-Zehlendorf

Regionalmanagement Berlin SÜDWEST
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