Neues aus dem Botanischen Garten Berlin

Blick auf das winterliche Mittelmeergewächshaus | Foto: © I. Haas / BGBM
Blick auf das winterliche Mittelmeergewächshaus | Foto: © I. Haas / BGBM

20. Januar 2021: Im neuen, randvollen Newsletter des BGBM erfahren Sie unter anderem wie die Öffnungszeiten durch die aktuellen Maßnahmenlage angepasst werden, welche die Pflanzen des Jahres 2021 sind und wo sie das Pflanzenwissen der Welt online wiederfinden.
Viel Spaß beim lesen wünscht Ihnen das Regionalmanagement Berlin SÜDWEST!

Entdecken Sie den Botanischen Garten im Winter!

Wie Puderzucker legt sich an frostigen Januartagen eine feine Schneeschicht auf unsere Gartenanlagen - doch über und unter dem nassen Weiß lässt sich bei einem Spaziergang so einiges entdecken. Wer genau hinsieht, findet an zahlreichen Orten – von der Pflanzengeographie bis zum Duft-und Tastgarten – zauberhafte Winterblüher: Vom Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum) mit seinen strahlend gelben Blüten über die zart rosablühende Schneeheide (Erica carnea) bis zu den weißen Blüten der Nieswurz (Helleborus orientalis). Die blattlosen Silhouetten der Bäume und Sträucher geben den Blick frei auf ein weiteres Winter-Highlight: Die geflügelten Bewohner*innen des Gartens. Die Vielfalt der Wintervögel ist nun besonders gut zu beobachten. Neben Kohlmeise, Buntspecht oder Eichelhäher sind im Winter auch weniger bekannt Arten wie etwa die Rotdrossel im Botanischen Garten zu Besuch.

Ende des Jahres 2020 wurde beim BGBM ein wichtiger Meilenstein zum Schutz der Artenvielfalt erreicht

Gemeinsam mit den weltweiten Partnern hat der Botanische Garten Berlin in einem einzigartigen Projekt erstmals alle bekannten Landpflanzenarten in einer Online-Ressource zusammengebracht. Unter dem Namen “World Flora Online” ist nun eine Gesamtliste der etwa 350.000 bekannten Landpflanzenarten allgemein zugänglich, sowie Beschreibungen der Arten und – soweit bekannt – Hinweise auf ihren Gefährdungsstatus. Mit der World Flora Online wurde ein wichtiges Projekt zu den Zielen der UN-Konvention für biologische Vielfalt von 1992 umgesetzt und eine wertvolle Grundlage für den Schutz der Artenvielfalt geschaffen. Sie wollen mehr erfahren? Dann lesen Sie das Interview mit Prof. Thomas Borsch, Direktor des Botanischen Gartens und Botanischen Museums, bei RiffReporter.

Pflanzen des Jahres ernannt

Die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium) wurde zum Baum des Jahres 2021 gewählt. Mehrere Exemplare wachsen bei uns in der Pflanzengeographie Europa im Wald rund ums Moor. Die weiblichen Exemplare helfen mit ihren roten Früchten Rotdrosseln und anderen Vögelnüber den Winter. Der auf Feuchtwiesen heimische Große Wiesenknopf (San-guisorba officinalis) ist die Blume des Jahres – und da es immer weniger Feuchtwiesen gibt, ist sein Bestand in Mitteleuropa rückläufig. Bei uns im Garten ist er in der Pflanzengeographie Asien im Amur-Gebiet zu finden. Die Orchidee des Jahres, das Kriechende Netzblatt (Goodyera repens), ist sehr selten in moosige Kiefern- oder Fichtenwäldern zu finden. Bei uns wächst sie nur im nicht-öffentlichen Bereich.

Ganz anders die Wasserpflanze des Jahres, die wunderschöne Wasserfeder (Hottonia palustris). Das im Wasser lebende Primelgewächs ist bei uns im Sumpf-und Wasserpflanzengarten zu finden. Die Heilpflanze des Jahres ist der Meerrettich (Armoracia rusti-cana) und im Arzneipflanzengarten als harntreibendes Mittel folglich im Beet der Niere anzutreffen. Die Arzneipflanze des Jahres ist bekannt als eine der Gaben der Heiligen Drei Könige: der Myrrhenbaum (Commiphora myrrha). Diese Art ist bei uns nicht in Kultur, aber ganz ähnlich ist Commiphora dulcis, die mit je einem Exemplar im Großen Tropenhaus und im Haus der afrikanischen Sukkulenten wächst.

Die Giftpflanze des Jahres, der Schlafmohn (Papaver somni-ferum), steht bei uns im Arzneipflanzengarten bei den Giftpflanzen von humanmedizinischer Bedeutung. Die Schafgarbe (Gattung Achillea) ist die Staude des Jahres und sollte auch – besonders in der heimischen Wildform – in keinem Garten fehlen. Bei uns im Garten sind mindestens 45 Arten in Kultur und zeigen die Vielfalt dieser Gattung. Am einfachsten ist die heimische Achillea millefoliumbei uns im Arzneigarten im Beet Magen-Darm zu besuchen. Der Kaktus des Jahres ist vielen durch seine Früchte bekannt: die Drachenfrucht (Hylocereus undatus) wächst entsprechend ihrer Heimat Mexiko und Zentralamerika bei uns im Kakteengewächshaus.

Das Gemüse des Jahres, die alte Kulturpflanze Mais (Zea mays), wächst im Duft- und Tastgarten. Pflanzen formen typische Landschaften – und als solche ist die Pflanzengesellschaft des Jahres, der Hartholz-Auenwald, bei uns am besten zwischen dem Garteneingang am Königin-Luise-Platz und den Alpen zu erleben. In einem Waldstück mit kleinem Bachlauf erleben Sie mit Stiel-Eiche, Esche, Flatter-Ulmeund Schwarz-Pappel sowie Lianen wie Waldrebe, Hopfen und Weinrebeeine für den Hartholz-Auenwald typische Gesellschaft.

Veränderte Öffnungszeiten und Covid-19 Informationen

Das Freigelände bleibt im Januar für Besucher*innen geöffnet, die Gewächshäuser bleiben geschlossen. Der Einlass ist weiterhin ausschließlich mit einem vorab erworbenen Onlineticketmöglich. Bitte beachten Sie auch, dass bis Ende Januar 2021 der Besuch nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet ist. Am Montag, 18. Januar 2021 öffnet der Garten erst um 11 Uhr. Wir bitten um Ihr Verständnis. Grund: Dienstbesprechung des Besucherservices.

Individuelle Führungen im Januar

Sie vermissen unsere Führungen? Angehörige eines Haushalts können auch im Januar den winterlichen Garten bei einer individuellen Führung im kleinen Kreis erkunden. Sie bestimmen das Thema und den Zeitpunkt – und Botaniker*innen entführen Sie in die faszinierende Welt der Pflanzen. Lernen Sie einen der drei bedeutendsten Botanischen Gärten der Welt auf ganz besondere Art kennen!

Quelle: www.bgbm.org/sites/default/files/documents/pr/2021_01_newsletter.pdf



Das Regionalmanagement Berlin SÜDWEST wurde im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mit Bundesmitteln und Mitteln des Landes Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe gefördert und durch die Senatsverwaltung für Finanzen kofinanziert.

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