Neues aus dem Botanischen Garten Berlin

Die Prärie Nordamerikas mit blühendem Kalifornischen Goldmohn | Foto: © I. Haas / BGBM
Die Prärie Nordamerikas mit blühendem Kalifornischen Goldmohn | Foto: © I. Haas / BGBM

11. August 2020: Im neuen, randvollen Newsletter des BGBM erfahren Sie unter anderem was im Hochsommer in Ihrem Garten blüht, wie ein neues Forschungsprojekt das Verständnis zwischen Mensch und Pflanze erweitern soll und wann der Vorverkauf für den Christmas Garden anläuft. Viel Spaß beim lesen wünscht Ihnen das Regionalmanagement Berlin SÜDWEST!

Bevor sich der Herbst breit macht, zeigt sich der Sommer noch einmal prächtig!

Der blühende Blutweiderich leuchtet weit im Sumpf- und Wasserpflanzengarten. In den Berganlagen fruchten die Disteln und wandeln die Köpfe in haarige Schöpfe. Pünktlich sind die Stieglitze zur Stelle, um die reifen Samen herauszupicken. Und werden ihrem anderen Namen, Distelfink, ganz gerecht. Die Bernsteindistel, Zungen-Kratzdistel, Elfenbeindistel ... eine schöner als die andere. Die blühende Wilde Weinrebe duftet und belohnt besonders die Nasen abendlicher Gäste. Jetzt ist die Blütezeit vieler Kardengewächse entlang der Berganlagen. Wildbienen und Hummeln tummeln sich an den Schuppenköpfen, Skabiosen, Witwenblumen und Karden. Im Arzneipflanzengarten blüht die Artischocke, so schön, dass man sich fast schwören könnte, keine Artischocke mehr zu essen, sondern sie lieber blühen zu lassen. In der Steppe Zentralasiens wiegt das Steppen-Federgras und leuchten rosa die Blütenbälle des Asiatischen Berglauchs. Am Himalaja sorgt die Perovskie für blaue Hänge. Die Herbst-Anemone beim Japan-Pavillon deutet auf den noch folgenden Herbst. Auch die Früchte der Eberesche,Scheinmispeln und Aronstäbe bieten Vögeln bereits fruchtige Happen. Im Garten warten noch so viel weitere Entdeckungen.

Anthropologie trifft Botanik

"Wir Menschen denken anthropozentrisch, also vom Menschen aus und auf den Menschen bezogen und berücksichtigen dabei selten andere Lebensformen“, sagt Sozial-und Kulturanthropologin Sandra Calkins von der Freien Universität Berlin. „Gerade Pflanzen, die aus unserer Sicht passiv erscheinen und deren Ausdrucksformen wir nicht gut lesen können, nehmen wir nicht als empfindsames Gegenüber wahr.“ Vor dem Hintergrund von Klimawandel, Artensterben und der fragilen Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt könne es aber hilfreich sein, diese auf den Menschen zentrierte Haltung zu hinterfragen. In einem neuen, interdisziplinären Forschungsprojekt, unter Leitung von Sandra Calkins und Albert-Dieter Stevens, Leiter der Biologischen Sammlungen des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin (BGBM), wird nun die Alltagsbegegnung zwischen Menschen und Pflanzen im Botanischen Garten auf ihr affektives Potenzial hin untersucht. „Wir möchten insbesondere die Rolle sinnlicher Erfahrung in dieser Interspezies-Begegnung herausarbeiten und ihr Potenzial erforschen, um institutionelle Ordnungen, die Mensch und Pflanze kategorisch trennen, zu bestätigen oder zu transformieren“, sagt Sandra Calkins.

Clubmusik aus dem Botanischen Garten

Während Clubs aufgrund von Corona geschlossen bleiben müssen –holt arte mit der Initiative United WeStream Clubmusiker zu Streaming-Festivals zusammen. Eines fand im Botanischen Garten statt – mit dabei u.a. Recondite, Christian Löffler & Paramida. Den Live-Stream zum kulturellen Crossover aus unseren Gewächshäusern gab es am 25.7.2020 (natürlich ohne Publikum) und ist noch bis 25.07.2021 zu hören. Das Streaming-Festival ist kostenfrei und ruft zu Spenden für die Berliner Clubkultur und soziale Zwecke auf.

Christmas Garden findet in diesem Winter statt

Auf einem rund zwei Kilometer langen Rundweg können Besucher vom 20. November bis 10. Januar 30 individuellen Lichtinstallationen, eingebettet in die traumhaften winterlichen Anlagen des Botanischen Gartens, bestaunen. Millionen Lichtpunkte verwandeln den Garten in ein vorweihnachtliches Glanzmeer mit einmaligem Weihnachtsflair. Wer den Spaziergang gemütlich ausklingen lassen möchte, kann beim Genuss regionaler kulinarischer Köstlichkeiten an urigen Feuerstellen verweilen oder auf der 300 m² großen Eisbahn direkt vor dem Großen Tropenhaus mit Groß und Klein unter Sternen Schlittschuh laufen.

 

Quelle: https://www.bgbm.org/sites/default/files/documents/pr/2020_08_newsletter.pdf



Das „Regionalmanagement Berlin SÜDWEST“ (RMSW) ist im Rahmen des Wirtschaftsförderprogramms Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln sowie einem entsprechenden Anteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin finanziert.

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