Foto: DERDEHMEL/Urbschat
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17.05.2018: Ein Fisch ist auch nur ein Mensch
Pünktlich zur Sommersaison bietet Hausherr Dieter Hallervorden seinem Publikum mit dieser deutschsprachigen Erstaufführung Fisch als leichte Kost, die in der warmen Jahreszeit weder schwer im Magen noch auf der Seele liegen wird.

- Auch wenn es nur ein Goldfisch ist, der in der französischen Komödie von Francis Veber das Maul recht voll nimmt: Er, Kasimir, ist das eigentliche Highlight dieses amüsanten Stückes. Schließlich hat kein Geringerer als Dieter Hallervorden selbst ihm seine Stimme geliehen und so manch schnodderige Pointe ins Fischmaul gelegt.

Tierfreunde dürfen aufatmen, da Kasimir als Fisch-Hologramm immer wieder Dank visueller Technik von Axel Martin geschickt in Szene gesetzt wird und dabei seinen lebenden Artgenossen täuschend ähnlich durchs Becken schwimmt. – Ein Platz im vorderen Saalbereich ist dem Besucher daher anzuraten, um in den vollen Genuss der Komödie kommen zu können.

Worum geht´s?
Bei er erfolgreichen Innenarchitektin Christine (Ulrike Frank) und ihrem Mann Henri (Dieter Landuris), einem politischen Journalisten, ist die Eheluft raus. Um wieder Leben in die kinderlose Bude zu bringen und die etwas müde gewordene Gattin aus der Streit-Reserve zu locken, überrascht Henri sie mit einem Goldfisch auf dem Wohnzimmertisch anstelle des von ihr heiß ersehnten Yorkshire-Terriers. Der „Erfolg“ bleibt nicht aus: Christine will empört die Scheidung und sich obendrein mit ihrem einstigen Freund Hans Peter (Markus Majowski) an ihrem unsensiblen Mann rächen.

Als begabter Zuhörer schafft Kasimir es jedoch immer wieder, die Ehepartner dazu zu bringen, sich vor seinem Becken so einiges von der Seele zu reden. Fast unbemerkt hat er  sich in ihr Herz geschwommen. Doch ein Fisch ist auch nur ein Mensch, und so lässt er von Zeit zu Zeit manch passenden Kommentar Richtung Publikum los.

Als Hans Peter - arbeitsscheu und alles andere als ein Traummann – schließlich auf der Bildfläche erscheint und außer linkischer Bemühungen Christine zurück zu erobern auch noch die kaukasischen Escort-Dame Dounia (Katharina Maria Abt) mitbringt, wird´s munter: Sie ist es, die Henri vor fünf Jahren als „Geburtstagsgeschenk“ von seiner Redaktion bekommen hatte. - Das hastige Auspacken des appetitlichen Präsents war nicht ohne Folgen geblieben. Und so hütet nun im Kaukasus die Ziegen ein Mini-Henri, der die gleichen Augen wie sein Vater hat. Doch dies krumm zu nehmen, bleibt für Christine kaum Zeit: inzwischen von ihrem russischen Kunden in dessen Hotelsuite nach allen Regeln der Kunst sexuell rangenommen, schwebt sie noch auf Lustwolke sieben, die schließlich auch den Gatten einhüllt und ihn zurück an ihre Seite bringt.

So ist es nur mehr als sinnvoll, dass Hans Peter und Dounia Richtung Kaukasus und Mini-Henri durchstarten und die beiden wieder-zueinander-Gefundenen sich und ihrer frisch auflodernden Liebe überlassen; Didi-sprachlich kommentiert von Kasimir, der angesichts des Happy End kopfschüttelnd weiter seine Runden schwimmt.

Amüsanter Sommerspaß für alle
Einmal mehr hat Schauspieler und Intendant Hallervorden ein Stück ins Deutsche übersetzt, das bereits in Frankreich erfolgreich war. In der Inszenierung von Holger Hauer nimmt der Abend zu Beginn langsam Fahrt auf. Manche Szenen-Pausen sind eine Idee zu lang, und Frank/Landuris reißen schauspielerisch noch nicht vom Theaterhocker. Doch Kasimir, eingestreute Pointen à la Hallervorden und geschickte Lichttechnik wirken dem erfolgreich entgegen.

Nach der Pause mit dem Auftritt von Abt/Majowski kommt mehr Schwung auf die Bühne: Katharina Maria Abt überzeugt mit wunderbar russischem Akzent, das ist „klar wie Briehe von Kloss“, und lockert die stellenweise etwas langatmig anmutenden Texte auf.– Dass sie für die Rolle der liebenswert-naiven Dounia extra mit einer Russin sprachlich trainiert hat, zahlt sich für das Stück aus. Und auch Markus Majowski bringt mit seinem komödiantischen Talent das Publikum ganz in seinen Bann, das am Ende dann auch reichlich applaudiert.

Ein Stück, das unkompliziert und amüsant in die Ferienzeit passt und auch den jüngeren Zuschauern Spaß machen dürfte.

„Kasimir und Kaukasus“ wird gespielt um jeweils 20 Uhr (sonntags um 18 Uhr bzw. 16 Uhr) vom 13. – 17. Juni 2018 und vom 27. Juni – 1. Juli sowie vom 5. – 22. Juli und vom 26. Juli – 12. August,  vom 16. – 26. August und vom 30. August – 2. September.

Im Juli und August wieder freier Eintritt für Schüler/innen bis 16. Jahren!!

Weitere Informationen unter:

www.schlossparktheater.de



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