Ein Wald zieht um

Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin | Foto: © BGBM Berlin
Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin | Foto: © BGBM Berlin

10. Dezember 2019: Rund 800 Rotbuchen aus dem Botanischen Garten Berlin sollen im Verlauf der nächsten zwei Wochen in einen „Klimawald“ am Stadtrand „umziehen“. Die Bäume (Fagus sylvatica L.) stammen aus dem gesamten europäischen Verbreitungsgebiet der Rotbuchen – von Süd-Schweden bis Sizilien und von Nord-Spanien bis Griechenland. Der neue Forst wird im Grunewald entstehen und soll der Forschung dienen. Betreut wird das Projekt von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts für Biologie der Freien Universität Berlin – Arbeitsgruppe Ökologie der Pflanzen – in Zusammenarbeit mit den Berliner Forsten und dem Waldmuseum der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Sie untersuchen die Auswirkungen des Klimawandels unter realen Bedingungen, vor allem die Anpassungsfähigkeit europäischer Rotbuchen-Provenienzen an extrem trockene Sommermonate sowie an Spätfröste im Frühjahr.

Ein Großteil der Rotbuchen wird am Donnerstag, dem 12. Dezember, im Botanischen Garten verladen und zum „Klimawald“ transportiert. Einige Bäume ragen bereits mehr als sechs Meter in die Höhe. Medienvertreterinnen und -vertretern bietet sich die Möglichkeit, das Verladen und auch den „Umzug“ der Bäume zu begleiten. Die Buchen sollen am 19. und 20. Dezember auf der Forschungsfläche eingepflanzt werden. Freiwillige Unterstützerinnen und Unterstützer können bei der Pflanzung des Klimawaldes mithelfen. Die Teilnahme ist freiwillig, sie erfolgt auf eigene Gefahr und eigene Verantwortung. Bei allzu schlechter Witterung müssen die eingeschlagenen Bäume zunächst in provisorischen Gruben verbleiben und werden erst im neuen Jahr eingepflanzt.

Die Forscherinnen und Forscher wollen unter anderem untersuchen, ob europäische Rotbuchen etwa aus Sizilien oder Südschweden im Vergleich zu den einheimischen Pflanzen besser an den Klimawandel angepasst sind. Außerdem stellen sie sich die Frage, was für unterschiedliche Anpassungsstrategien Rotbuchen in Hinblick auf die Phänologie (Entwicklungsstadien) ihres Blattwerks, ihr Wachstum und ihren Wasserbedarf verfolgen.

Viele der 800 Rotbuchen wachsen bereits seit mehr als 13 Jahren im Botanischen Garten heran. Die Bäumchen sind in Berlin als Jungpflanzen oder Keimlinge gesetzt oder aus Samen (Bucheckern) herangezogen worden. Auf der Forschungsfläche im Grunewald werden die Rotbuchen während der nächsten Jahrzehnte wachsen und eine Höhe von bis zu 20 Metern erreichen. Dafür wird noch ein modernes Bewässerungssystem mit Bodenfeuchtesensoren benötigt. Angelegt wurde der „Klimawald“ im Jahr 2013 im Rahmen der Lehrveranstaltung „Angewandte Gehölzökologie und Klimawandel“ an der Freien Universität Berlin unter der Leitung des Umweltforschers PD Dr. Manfred Forstreuter in Zusammenarbeit mit der Revierförsterei Eichkamp und dem Förster Klaus Micknaus.

Der Einsatz der für die Umpflanzung notwendigen Baumaschinen und Transportfahrzeuge wird gesponsert und unterstützt von den Firmen E/D/E, Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler GmbH, Schmidt-Elsner GmbH, Bohr- und Sprengtechnik Adolf Alexander KG GmbH & Co sowie LAT Fernmelde-Montagen und Tiefbau GmbH.

Weitere Informationen:

Freiwillige Helferinnen und Helfer für die Pflanzung im „Klimawald“

- Donnerstag und Freitag, 19. und 20. Dezember 2019 von 9.00 bis 15.30 Uhr
- Treffpunkt bei der „Klimawald“-Forschungsfläche auf dem Gelände des Waldmuseums des SDW im Grunewald, Königsweg 4, 14193 Berlin

Kontakt

Privatdozent Dr. Manfred Forstreuter, Institut für Biologie der Freien Universität Berlin, E-Mail: manfred.forstreuter@fu-berlin.de, Telefon: 030 / 838-53164

 

Quelle: https://www.fu-berlin.de/presse/informationen/fup/2019/fup_19_383-klimawald-rotbuchen/index.html



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