3. IDEENWerkstatt MUSEEN: Wir brauchen im Museum keinen Frontalunterricht.

Foto: Andreas Simon, RMSW
Foto: Andreas Simon, RMSW

30.05.2018: „Was bieten Museen den Generationen Y und Z?“, fragten die Initiatoren der IDEENWerkstatt MUSEEN am 28. Mai 2018 bei der Podiumsdiskussion „Müde Museen – wache Museen“ im AlliiertenMuseum Berlin. Antworten auf diese Frage gaben auf dem Podium Katrin Boemke, Geschäftsführerin Jugend im Museum e.V., Gregor Lersch, Leiter Wechselausstellungen Jüdisches Museum Berlin, Prof. Dr. Tobias Nettke, Hochschule für Technik und Wirtschaft / Museumskunde, Ellen Roters, Pädagogische Leiterin Jugend Museum Schöneberg und die Jugendlichen Thalia Amann, Zoë Sankofa Winkler und Corin Baurmann. Es moderierte Dr. Susanne Rockweiler, ehem. stellv. Direktorin Martin-Gropius-Bau. Eröffnet wurde der Abend von Dr. Jürgen Lillteicher, Direktor des AlliiertenMuseums und Cerstin Richter-Kotowski, Bezirksbürgermeisterin Steglitz-Zehlendorf. Anschließend stellte Andrea Prehn vom Institut für Museumsforschung, Staatliche Museen zu Berlin „Studien und Statistiken über Kinder, Jugendliche und Museen“ vor; sie definierte die Altersgruppen Y und Z als heute 25- bis 34-Jährige bzw. 15- bis 24-Jährige.  

In einem kurzen Filmbeitrag vom Kinder- und Jugendbüro Steglitz-Zehlendorf, Leitung Deborah Kröger, wurde eingangs eine Straßenumfrage unter Jugendlichen anschaulich in Interviewform zum Thema des Abends gezeigt. Tobias Nettke bescheinigte den Museen viele Angebote für die Generationen Y und Z zu haben, aber die Breite der Bevölkerung werde nicht erreicht. Die Angebote sollten für jede Zielgruppe aufbereitet werden. Bei Museumsbesuchen gehe es auch darum, „Wohlfühlsein, Vertrauen und Nutzen auf vielen Ebenen zu schaffen“. Die Jugendlichen auf dem Podium denken nicht unmittelbar an den Nutzen, wenn sie ins Museum gehen. Corin Baurmann möchte in Museen etwas lernen auch mit digitalen Mitteln: „Digitalisierung darf sich nicht ausschließen egal für welche Zielgruppe. Ich sehe in QR Codes, VR Brillen und anderen Dingen Möglichkeiten mein Wissen zu erweitern.“ Um Interesse für Museen zu wecken, würde er primär Instagram und YouTube nutzen, aber auch klassische Werbung wie Plakate, wenn sie „ästhetisch“ sind, so Thalia Amann. Zoë Winkler würde auch „Influencer“ nutzen. „Wir tun uns mit dem Digitalen immer noch schwer, müssen aber die technikaffine Generation erreichen“, sagte Gregor Lersch.  „Wir arbeiten vor allem mit Schulklassen aus Kreuzberg zusammen und haben beispielsweise die Ausstellung über verschiedene Aspekte des jüdischen Lebens mit ihnen entwickelt. Ausgangspunkt sind ihre Fragestellungen, die von Kuratoren dann erweitert werden“. Wie Jugendliche für die Museumsarbeit interessiert werden, zeigt das auch das Jugend Museum Schöneberg. Man müsse, forderte Ellen Roters, Zugänge zu den Museen schaffen und „dabei kann man den Kindern und Jugendlichen durchaus mehr zumuten, man muss sie einbinden und immer wieder neue Anknüpfungspunkte suchen“. Die klassische, analoge Führung müsse aufgelöst werden, forderte Tobias Nettke und schlug andere Formen wie Tandem-Führungen vor: „Mitdiskutieren, gemeinsam erörtern, Sprechblasen verwenden. Der Führende wird zunehmend zum Moderator. Solche Führungen könnten auch mit Fotos und Instagram arbeiten.“ Für Katrin Boehmke ist es wichtig, sich auf Augenhöhe ernst zu nehmen und authentisch zu sein. Dabei komme es auch auf das Alter und die Art der Ausstellung an. Entscheidend ist, was die Gruppe sehen will. Ellen Roters hat sehr gute Erfahrungen, wenn Kinder und Jugendliche vor dem Museumsbesuch erfahren, was Objekte und Ausstellungen sind. „Es ist gut, eine Einleitung zu bekommen“, ergänzte  Zoë Winkler, „und dann alles selbst zu entdecken. Wir brauchen im Museum keinen Frontalunterricht.“ Auf die abschließende Frage der Podiumsdiskussion, mit welchen Ideen Museen die Generationen Y und Z erreichen würden, wünschte sich Tobias Nettke vielfältige, partizipative Methoden, Formate und Inhalte, um Interesse zu wecken.

Die nächste Veranstaltung ist im September 2018 zum Thema „Museum 5.0 I Muss alles digital sein?

Die IDEENWerkstatt MUSEEN ist eine Initiative des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf in Kooperation mit dem Regionalmanagement Berlin SÜDWEST.  www.rm-berlin-sw.de   

Kontakt: Bärbel Petersen, Regionalmanagement Berlin SÜDWEST, Tel. 030/ 707 600 84, mail: presse@rm-berlin-sw.de  



Das „Regionalmanagement Berlin SÜDWEST“ (RMSW) ist im Rahmen des Wirtschaftsförderprogramms Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln sowie einem entsprechenden Anteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin finanziert.

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