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Sven-René Friedel, Geschäftsführer der Berlin Heart GmbH

Sven-René Friedel. Foto: Berlin Heart
Sven-René Friedel. Foto: Berlin Heart

19.06.2018: Berlin Heart als Lebenswerk
Sven-René Friedel feiert 2019 sein 20jähriges Firmenjubiläum. Sein Berufsleben ist eng mit der Entwicklung der Berlin Heart GmbH verbunden. Bereits 1999, damals noch in der Start-Up-Phase, trat er in das damals kleine Lankwitzer Unternehmen ein und führt es nach diversen Stationen seit Oktober 2014 als Geschäftsführer zusammen mit dem Herzchirurgen Dr. med. Ares K. Menon. Berlin Heart ist spezialisiert auf die Erforschung und Entwicklung, die Produktion und den globalen Vertrieb von Herzunterstützungssystemen; zugleich ist es Weltmarktführer bei pädiatrischen und parakorporalen Anwendungen.

Die einzigartige Entwicklung der Berlin Heart GmbH vom Ingenieursteam zum Hidden Champion hat Friedel von Anfang an mit großer Begeisterung mit vorangetrieben.

Gebürtiger Dessauer und aus einer Kaufmanns-Familie stammend, studierte Sven-René Friedel nach dem Abitur zunächst in Fulda. Dann führten ihn seine Wege nach Berlin, wo er sein Studium an der Hochschule für  Wirtschaft und Recht (Bezirk Schöneberg) 1999 abschloss. Dort lebt er auch heute wieder mit seiner Familie.

Seine Studienschwerpunkte lagen in den Bereichen Rechnungswesen und Finanzierung, zugleich hatte er schon früh großes Interesse an innovativen Technologien. Entsprechend befasste er sich in seiner Diplomarbeit mit dem Thema „Innovationsmanagement“. Erste berufliche Herausforderungen suchte er dann im Gesundheitsbereich, wo er durch Zufall auf Prof. Dr. Roland Hetzer stieß. Friedel: „Vieles im Leben ist Zufall, er ist nicht vorhersehbar.“

Der bekannte Herzchirurg Prof. Dr. Roland Hetzer, bis 2014 Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) hatte - basierend auf den Entwicklungen des Herzspezialisten und Gründers des DHZB Professor Dr. Emil Bücherl - bereits 1995 erfolgreich die erste Kunstherz-Implantation vorgenommen. Mit dem Kunstherzen kann - nach Ausschöpfung aller konservativen Therapieoptionen bei lebensbedrohlich erkrankten Erwachsenen (z.B. durch Berlin Heart INCOR®, Berlin Heart EXCOR® Adult) und Kindern (z.B. durch Berlin Heart EXCOR® Pediatric) - die Zeit überbrückt werden bis ein zu transplantierendes Spenderherz zur Verfügung steht oder sich das Herz erholt. Zunehmend werden diese Systeme jedoch als Dauerimplantat verwendet.

EXCOR ist ein mechanisches, pulsatiles Links- u/o Rechtsherzunterstützungssystem, dessen Ursprünge mehr als 30 Jahre zurückreichen und welches über die Jahre immer weiterentwickelt wurde. Hetzer gründete zur Entwicklung eines völlig neuartigen, vollständig implantierbaren Kunstherzens (INCOR®) - quasi als buy-out des DHZB, mit privater Unterstützung und privatem Kapital -  1996 die Mediport Kardiotechnik GmbH als Vorläufer der 2000 gegründeten Berlin Heart GmbH.

GF Friedel mit EXCOR/ INCOR Torso. Foto: Lorenz
GF Friedel mit EXCOR/ INCOR Torso. Foto: Lorenz

Auf der Karriereleiter
Friedel war sofort begeistert und fing nach Studienabschluss als Kaufmann in dem kleinen Unternehmen inmitten eines Teams von rund 15 Entwicklungsingenieuren an. Seine Aufgabe bestand u.a. darin, Investoren für die Finanzierung der INCOR-Entwicklung zu akquirieren -INCOR® ist ein implantierbares Linksherzunterstützungssystem; die Blutpumpe arbeitet quasi verschleißfrei und hat eine geringe Größe). Dies erforderte seinen vollen Einsatz, denn die Entwicklung wurde teurer und langwieriger als erwartet, - das geniale natürliche Herz ist nur schwer in seiner Leistung zu imitieren.

Zur gleichen Zeit erhielt das innovative Antriebssystem EXCOR® mobil die CE-Zulassung – CE steht für EU-weite harmonisierte Vorschriften. EXCOR® mobil ermöglichte damals erstmalig, dass parakorporal versorgte Patienten aus dem Krankenhaus entlassen werden können.

Geschäftsführer Friedel, der 2001 bereits Leiter Finanzen bei Berlin Heart wurde, erinnert sich: „Mit meinen Aufgaben bei Berlin Heart wuchs auch mein medizinisches und technisches Interesse. Die Zusammenarbeit mit hochspezialisierten Menschen aus vielen unterschiedlichen Disziplinen fasziniert mich bis heute. Gepaart mit dem hehren Ziel Menschenleben zu retten bzw. die Lebensqualität schwer herzinsuffizienter Patienten, insbesondere Kinder, zu verbessern ist für mich einmalig. – Auch wenn es nicht nur Erfolge, sondern auch Rückschläge gab. Daraus die richtigen Erfahrungen zu sammeln, gehört zu meinem Erfolgsweg.“

2002 schließlich konnte die von Berlin Heart als erste weltweit entwickelte vollmagnetisch gelagerte Blutpumpe INCOR® im Rahmen einer klinischen Studie zur Überbrückung der Wartezeit auf ein Spenderherz bei einem 42-jährigen Patienten von Professor Hetzer für eine Dauer von sechs Monaten eingesetzt werden. Nach erfolgreichem Abschluss der Studie erhielt INCOR® bereits ein Jahr später die CE-Zulassung. Das Wachstum hielt an: 2009 wurde INCOR® am DHZB bereits zum 500. Mal implantiert.

Foto: Berlin Heart
Foto: Berlin Heart

Mit EXCOR auf den Weltmarkt
Als die New York Times im Jahr 2004 die Geschichte des erst sechs Monate alten EXCOR-Pediatric-Patienten Miles Coulson auf die Titelseite stellt, hat das auch Folgen für Berlin Heart: Die Nachfrage nach EXCOR nimmt stetig zu. Sven-René Friedel geht in die USA und baut 2005 gemeinsam mit einem amerikanischen Kollegen - heutiger CEO der Firma - die US-Tochtergesellschaft Berlin Heart Inc. auf.

Ein Jahr später erfolgt die vollständige Veräußerung der Berlin Heart an die heutige Gesellschafterin, die voll hinter dem Engagement für schwerkranke Menschen und den Innovationszielen des Unternehmens steht.

2008 übernimmt Friedel bei wachsendem Geschäftsvolumen die kaufmännische Leitung des Unternehmens und zugleich seine erste Geschäftsführerposition bei der ECP Entwicklungsgesellschaft mbH ebenfalls in Berlin. Mit in der Spitze 30 Forschern und Entwicklern wird unter seiner Leitung in sechs Jahren ein hochinnovatives, katheterbasiertes Herzunterstützungssystem für primär kardiologische Interventionen entwickelt. Das Unternehmen wird 2014 erfolgreich an den US-amerikanischen Marktführer verkauft. Im selben Jahr wird er zum  Geschäftsführer bei Berlin Heart ernannt: ein verdienter Aufstieg im ehemaligen Start-Up-Unternehmen.

Nach erfolgreicher Multi-Center Studie erhält das EXCOR-Pediatric System, welches seit 2004 über Einzelfallgenehmigungen der US-Behörden eingesetzt wird, die volle Marktzulassung für Nordamerika. Nun geht es Schlag auf Schlag: Es folgen Japan, Südkorea und andere Länder.

Foto: Lorenz
Foto: Lorenz

Weiter, besser, nachhaltiger
Nicht ohne Stolz erklärt Geschäftsführer Friedel: „Rund 40 Prozent unseres Umsatzes investieren wir in Forschung- und Entwicklung. – Und das, um immer effizientere und nebenwirkungsreduziertere Produkte auf den Markt der Herzunterstützungssysteme bringen zu können.“ Reger Austausch besteht dazu mit der Charité Universitätsmedizin Berlin, dem DHZB, der TU und FU Berlin sowie einer Vielzahl international ausgewiesener Kooperationspartner rund um den Globus mit dem Ziel, die Kunstherz-Therapie weiter zu verbessern, hin zu mehr Lebensqualität für die Erkrankten.

Friedel beschreibt ein Highlight seiner Arbeit: „Es ist einfach toll, mit welch´ hochmotivierten und hochintelligenten Menschen ich immer wieder gerade von klinischer und Forschungsseite aus zu tun habe!“ Die Berlin Heart GmbH hat derzeit 230 Mitarbeiter, davon 65 allein in Forschung und Entwicklung.

Für den Berliner Südwesten und das Regionalmanagement Berlin SÜDWEST ist die Berlin Heart GmbH ein Leuchtturm und hochkarätiger Unternehmenspartner im Bereich des Gesundheitssektors, insbes. wegen ihrer forschungsgetriebenen Entwicklung auf höchstem Niveau, die sich weltweiter Aufmerksamkeit erfreut. Mit Sven-René Friedel und der Berlin Heart GmbH hat der Bezirk beim jährlichen LIFE SCIENCE DAY im Rahmen von „Health Capital – Cluster Gesundheitswirtschaft Berlin Brandenburg“ einen überaus wertvollen  Unterstützer an seiner Seite. Die Berlin Heart GmbH und ihre Geschäftsführung stehen am Zukunftsort Berlin SÜDWEST für die enge Verbindung von umsetzungsorientierter Wissenschaft und anwendungsorientierter Wirtschaft, die nachhaltig viele weitere Innovationen und qualitatives Wirtschaftswachstum erwarten lässt.

Text: Jacqueline Lorenz

Berlin Heart GmbH
Wiesenweg 10
12247 Berlin

Telefon: +49(0)30-81 87 26 00
E-Mail: info(at)berlinheart.de

www.berlinheart.de



Das „Regionalmanagement Berlin SÜDWEST“ (RMSW) ist im Rahmen des Wirtschaftsförderprogramms Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln sowie einem entsprechenden Anteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin finanziert.

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