News & Termine


Lisa Marei Schmidt, Leiterin des Brücke-Museums in Berlin-Dahlem

Lisa Marei Schmidt. Foto: Brücke Museum
Lisa Marei Schmidt. Foto: Brücke Museum

03.05.2018: Der Beginn einer neuen Ära
Zum 01. Oktober 2017 übernahm die Kunsthistorikerin und Kuratorin Lisa Marei Schmidt die Leitung des Brücke-Museums. Sie folgte Frau Prof. Dr. Magdalena M. Moeller nach, die nach fast 30 Jahren in den verdienten Ruhestand trat.

Mit der neuen Leiterin beginnt eine weitere, vielversprechende Ära für das geschichts- und kunstträchtige Brücke-Museum. Im September 1967 eröffnet, hat es  gerade sein 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Es ist DAS Berliner Landesmuseum für die Kunst der 1905 gegründeten Künstlergruppe „Die Brücke“  und verfügt weltweit über die größte zusammenhängende Sammlung von Werken dieser expressionistischen Künstler. Begeistert vom malerischen Standort im grünen Berlin-Dahlem sowie von der einzigartigen Symbiose zwischen Architektur, Natur und der herausragenden  Kunstsammlung des Expressionismus, will Lisa Marei Schmidt diesen besonderen Schatz behutsam aufarbeiten und allen Besuchergruppen künftig in neuem, zeitgemäßen Glanz präsentieren.

Wiedererwecken und weiterentwickeln
Lisa Marei Schmidt wurde in Nordrhein-Westfalen in Frechen bei Köln geboren und wuchs in einem kunstbegeisterten Elternhaus auf. Voller Optimismus stellt sie sich mit einer guten Mischung aus Erfahrung, Entschlossenheit und rheinischem Humor der neuen Herausforderung:
„Das Haus ist ein wenig wie Dornröschen. Derzeit schneide ich noch an der Dornenhecke, um es dann wie der Prinz wachküssen und seiner lebendigen Weiterentwicklung entgegenführen zu können“, lacht sie und ergänzt, „dabei nähere ich mich dem Haus langsam an, entdecke immer wieder Spannendes und lerne den Rhythmus dieser Institution besser kennen.“

Berlin ist ihr nicht fremd: Sie hat an der Humboldt Universität und an der Freien Universität Berlin Kunstgeschichte und Neuere Deutsche Literatur sowie in Marburg und Amsterdam studiert. Den Master of Arts erwarb sie am Royal College of Art, London.

Kirchner, Die Maler der "Brücke". Foto: E. L. Kirchner, wikipedia.org, gemeinfrei
Kirchner, Die Maler der "Brücke". Foto: E. L. Kirchner, wikipedia.org, gemeinfrei

Nach bedeutenden Stationen und Praktika u.a. an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und am Museum Folkwang, wo das wegweisende Zusammentreffen mit der Fotohistorikerin und Kuratorin Ute Eskildsen stattfand, wurde Lisa Marei Schmidt schließlich Kuratorin am Hamburger Bahnhof – Museum der Gegenwart - Berlin. Strategische Überlegungen und gute Ideen für die Programmatik sind ihr  alles andere als fremd.

Zeigen, was man hat…
Mit Bestandsaufnahme, Bedarfsanalyse und dem Aufräumen und Umbauen der Museumsräume bringt die Kunsthistorikerin das Brücke-Museum - konzipiert und entstanden in enger Zusammenarbeit zwischen dem Brücke-Künstler Karl Schmidt-Rottluff und dem Architekten Werner Düttmann -  Tag für Tag seiner eigentlichen Aufgabe wieder einen Schritt näher. Das Haus besitzt noch heute diese „beglückende“ Ausstrahlung von einst. Die expressionistischen Werke von Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Emil Nolde, Otto Mueller, Fritz Bleyl und weiterer Brücke-Weggefährten werden so ins rechte Licht gesetzt. Dies kontinuierlich fortzusetzen, ist der neuen Leiterin wichtig. Doch können aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse derzeit etwa nur drei Prozent aller im Depot gelagerten Werke gezeigt werden. Auch dieses Platzproblem will sie durchdacht angehen.

Foto: Brücke Museum
Foto: Brücke Museum

Etwas mehr als 50 Jahre nach der Eröffnung sind die Teppiche aufgenommen und alte Kacheln und Fliesen wieder ans Tageslicht gekommen. UV-Folien schützen vor zu intensivem Lichteinfall und die Räume, an denen lange nichts getan wurde, scheinen spürbar durchzuatmen. Die Vorbereitungen für die Eröffnung der neuen Ausstellung „Ein Künstlermuseum für Berlin: Karl Schmidt-Rottluff, Leopold Reidemeister und Werner Düttmann“ am 6. Mai 2018 sind in vollem Gange. Lisa Marei Schmidt erklärt dazu: „Wir rekonstruieren als Hommage an die Museumsgründung die Ersteinrichtung von 1967. Zeitgleich zu diesem Rückblick zeigen wir im Garten die „Casa Isadora von Sol Calero.“

Sich auch jungen Künstlern und Kuratoren im Dialog zu öffnen, Alt und Jung einzubeziehen und sich in der Museenlandschaft noch stärker zu etablieren sind Ziele, denen Lisa Marei Schmidt mit der neuen Ausstellung ein gutes Stück näher rückt. In der „Casa Isodora“ sind Workshops und Kurse geplant, welche die hohe Internationalität des Brücke-Museum widerspiegeln und zusätzlich hervorheben werden

Verstärkte Öffentlichkeits- und zeitgemäße Einzelmaßnahmen
Als überschaubares Einstiegsmuseum und als Blicköffner, der ohne Schwellenangst betreten werden kann, empfiehlt Lisa Marei Schmidt das Brücke-Museum frischgebackenen Kunstentdeckern, Architektur-Interessierten und Jugendlichen. Wertvolle Unterstützung leisten dabei die Aufsichtspersonen im Haus, die mit viel Zuneigung zu Exponat und Besucher den richtigen Ton treffen und verständnisvolle, persönliche Ansprechpartner im Museumsalltag sind.

Die Museumsleiterin will das Museum allmählich als „diskursiven Raum“ auf den neuesten Stand bringen, die ursprüngliche Schmidt-Rottluff-Bibliothek wieder einrichten, Werke und Exponate digitalisieren und das Bewusstsein der Besucher spürbar erweitern.  „Es ist mir wichtig, zu zeigen, dass die Arbeit der Brücke-Künstler auch heute noch relevant und gegenwärtig ist“, betont Lisa Marei Schmidt und will die Künstler ins Zentrum des Hauses rücken.

Brücke Museum und Kunsthaus Dahlem. Foto: Uwe Thobae/ Wikimedia Commons, Lorenz, Montage RMSW
Brücke Museum und Kunsthaus Dahlem. Foto: Uwe Thobae/ Wikimedia Commons, Lorenz, Montage RMSW

„Die Wahrnehmung dieses besonderen Museums in der Öffentlichkeit muss verstärkt werden“, weiß sie und hat dazu erste Schritte unternommen: So setzt sie zukünftig auf Zweisprachigkeit, möchte neue Hinweisschilder an Pückler- und Finkenstraße aufstellen lassen und plädiert dafür, dass der X10 Bus in Höhe des Museums eine Haltestelle mit dem aussagekräftigen Namen „Brücke-Museum/Kunsthaus Dahlem“ erhält.

Ausbaufähiges Potential
Kooperationen zu anderen Häusern und Museen sind für Lisa Marei Schmidt unverzichtbar, um lebendige und fundierte Museumsarbeit leisten zu können. Mit dem benachbarten Kunsthaus Dahlem und dessen Leiterin Dr. Dorothea Schöne besteht reger Austausch. Als erste Amtshandlung hatte Schmidt den Jägerzaun zwischen den beiden Grundstücken entfernen lassen, sozusagen als symbolische Handlung. Das weiträumige Kunsthaus Dahlem und das überschaubare Brücke-Museum geben beiden Leiterinnen Anlass, reizvolle gemeinsame Ausstellungs-Projekte für die Zukunft zu entwickeln.

Neben jährlich drei Ausstellungen im eigenen Haus, setzt Lisa Marei Schmidt auf Gemeinschaftsprojekte mit anderen Institutionen: Mit der Freien Universität Berlin besteht zur Forschungsstelle „Entartete Kunst“ ein reger Austausch, der Eingang finden wird in die für 2019 geplante Ausstellung unter dem Arbeitstitel „Flucht in die Bilder – Die Künstler der Brücke im Nationalsozialismus“. Für die Umsetzung ihrer Ziele findet die neue Leiterin Unterstützung durch ein engagiertes Team.

Und so darf der Berliner Südwesten bei diesem Engagement - trotz des bevorstehenden Umzugs der Museumsbestände aus zwei Dahlemer Museen in das Humboldt Forum – auch von der Initiative „natürlich.Kultur – Berlins grüner Museumsbezirk“, in der u.a. das Brücke-Museum und das Kunsthaus Dahlem vertreten sind, neue Initiativen erwarten.


Text: Jacqueline Lorenz

Brücke Museum
Bussardsteig 9
14195 Berlin-Dahlem

Tel: 030-831-2029
E-mail bruecke-museum(at)t-online.de

www.bruecke-museum.de



Das „Regionalmanagement Berlin SÜDWEST“ (RMSW) ist im Rahmen des Wirtschaftsförderprogramms Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln sowie einem entsprechenden Anteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin finanziert.

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie  Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung  Berlin Steglitz-Zehlendorf

Regionalmanagement Berlin SÜDWEST
Schloßstraße 48
Gutshaus Steglitz
12165 Berlin

T +49 (0)30-707 600 84
F +49 (0)30-707 600 26
info@rm-berlin-sw.de