Wirtschaft & Unternehmen

Tradition und Innovation

Foto: Steglitz.de

Der Berliner Südwesten besitzt eine lange Industriegeschichte. Namhafte Industrielle wie Carl Paul Goerz, Johann Adolf Heese, Gustav Krone, Rudolf Fuess, Oskar Barnack, D. S. Loewe, um nur einige an dieser Stelle zu nennen, haben ihre Unternehmen im Berliner Südwesten angesiedelt. Geschichtsträchtig ist das Datum 22. September 1838. An diesem Tag fuhr die erste Eisenbahn in Preußen mit etwa 300 Fahrgästen die Strecke Potsdam-Zehlendorf und nach einer halben Stunde Pause von Zehlendorf zurück nach Potsdam. Wussten Sie auch, dass 1881 die erste elektrische Straßenbahn im Berliner Südwesten in Betrieb genommen wurde? Siemens & Halske betrieb ab 16. Mai 1881 die weltweit erste elektrische Straßenbahn vom Bahnhof Lichterfelde zur ebenfalls in Lichterfelde befindlichen Kadettenanstalt. Diese und viele andere Pionierleistungen entstammen nicht nur den segensreichen Arbeiten der Wissenschaftler in den Forschungseinrichtungen des Südwesten Berlins, sondern wurden auch von Persönlichkeiten erbracht, die darauf ihre Unternehmen begründeten – anbei einige Kostproben:

Wie IBM nach Südwest kam

Die DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen Gesellschaft mbH) wurde 1910 von Willy Heidinger in Berlin gegründet und fokussierte sich auf die Lizenznahme von Produkten der Tabulating Machine Company des Amerikaners deutscher Abstammung Herman Hollerith, dem Erfinder des nach ihm benannten Hollerith-Lochkartenverfahrens.
Lizenzschulden der DEHOMAG führten 1924 letztlich zu einer Übernahme der Gesellschaft durch die amerikanische International Business Machines Corporation (IBM) mit deutschen Standorten in Lichterfelde und Sindelfingen. Heute ist IBM weltweit in viele einzelne Kapitalgesellschaften aufgegliedert; von den Gesellschaften in Deutschland befinden sich noch zwei, IBM Deutschland Customer Support Services GmbH und IBM Deutschland Network Development GmbH am Standort Nahmitzer Damm.

Friedrich Peltzer und das Kind im Manne

Foto: wiking-peltzer.de

Friedrich Peltzer begann als Unternehmer im Jahr 1936 in der Industrievilla Unter den Eichen 101 mit seiner Produktion von Modellen, zunächst von Schiffen im Maßstab 1:1.250, dem heute weltweit geltenden Maßstab, später auch von Flugzeug- und Automodellen, weitere Modelle kamen hinzu. Nach den Kriegszerstörungen startete er bereits wieder 1948 mit dem Programm der heute legendären Wiking-Verkehrsmodelle - sie sind weltweit bekannt und ausgesprochene Sammlerobjekte.
Und der „Spiegel“ wusste 1986 zu berichten, dass „bei Wiking, der ältesten Firma am Markt, …. jährlich acht Millionen Mini Pkw und –Nutzfahrzeuge aller Klassen ….. aus verflüssigtem Kunststoff-Granulat gepresst“ werden. „Mittlerweile nämlich hat sich deutsche Sammelwut der HO-Autos bemächtigt, die vor bald 40 Jahren von dem Berliner Fabrikanten Friedrich Peltzer als Kinderspielzeug, Modelleisenbahn-Accessoires und Lehrmaterial für den Verkehrsunterricht erfunden worden sind.“
Während die Produktion seit Mitte der 1980er Jahre außerhalb Berlins stattfindet hat sich seine „Fangemeinde“ um sein Berliner Anwesen in der Straße Unter den Eichen 101 verdient gemacht – alles gestandene Erwachsene.

Steglitz: Geburtsstätte des Farbfilms?

Foto: npg-steglitz.de

Die Historie schreibt erste Versuche, die Umwelt in Farbe auf Papier oder auf die Leinwand zu bannen, einer Reihe von Wissenschaftlern, Chemikern, Physikern zu. Die Unentschlossenheit, sich auf einen Namen zu verständigen, hat wohl in erster Linie damit zu tun, welches Verfahren, welche Zusammensetzungen von Schichten und Trägermaterialien nun „die“ erste richtige war.
Eine Persönlichkeit spielt ohne Zweifel in dieser Topliga mit: Dr. Rudolf Fischer, vor über 130 Jahren in Berlin geboren, arbeitete seit 1906 als Chemiker bei der Neue Photographische Gesellschaft (NPG) in Berlin Steglitz und hatte zusammen mit seinem Mitarbeiter Dr. Hans Sigrist die grundlegende Idee für den modernen Farbfilm, die sich dann in der Erteilung zweier Patente niederschlug – eins auf seinen Namen lautend, eins auf die NPG ausgestellt. Letzteres beschreibt mehrere technische Umsetzungsmöglichkeiten zur Farbfotografie. Eine der dort beschriebenen Varianten ist die heute noch bekannte Mehrschichtfarbfilm-Technik, die auf die Grundkenntnisse dieses Patents zurückgreift. So kann Steglitz zu Recht als (eine) Geburtsstätte der Farbfilmtechnologie angesehen werden.

Seide von der Steglitzer Bergstraße

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Die im 19. Jahrhundert wieder entflammte Seidenraupenzucht im damaligen Preußen war für den Berliner Unternehmer Johann Adolf Heese Anlass, durch die Anlage einer Maulbeerplantage im Gebiet der heutigen Bergstraße daran mitzuwirken, Steglitz zum bedeutendsten Seidenraupenbaumzentrum Preußens zu entwickeln.
Nach einer abgebrochenen Lehre als Drechsler, stieg er in eine 5-jährge Lehre als Seidenwickler ein. Danach wurde er Werkleiter in einer Seidenwarenfabrik und schließlich bestand er noch die Meisterprüfung, bevor er mit dem Kaufmann Herrmann die Samt- und Seidenwarenfabrik Herrmann und Heese  gründete; schließlich eröffnete er seine eigene Firma J. A. Heese. Neben der Maulbeerbaumplantage errichtete Adolf Heese die weiteren für die Seidenproduktion notwendigen Gebäude. In guten Jahren produzierte Heese bis zu 750 kg Seide und die Heesesche Plantage avancierte Mitte des 19. Jahrhunderts zum Mekka der preußischen Seidenindustrie. Er war es auch, der das Dorf Steglitz mit seinem Unternehmen in Europa und darüber hinaus bekannt gemacht hat.

Das Wetter wird hier gemacht

Foto: musoptin.com/fuess_4023.html

Die Geschichte der Meteorologie in Berlin ist auch die Geschichte des Unternehmers Rudolf Fuess, ohne dessen Instrumente die Meteorologie nicht das wäre, was sie sein soll: präzise, verlässlich, nachvollziehbar. Rudolf Fuess, der auch zu den Mitbegründern der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt – heute Physikalische-Technische Bundesanstalt – gehörte, fertigte, in seinem im Jahr 1891 nach Berlin-Steglitz in die Dünther Straße umgezogenen Unternehmen, innovative Präzisionsgeräte für die Wissenschaft und für die Metorologie sowie Mikroskope und Hygrometer; er arbeitete dabei eng mit Forschungseinrichtungen zusammen, damals eher eine Ausnahme.
Das Fertigungsspektrum des Unternehmens von Rudolf Fuess umfasste zunächst Apothekerwaagen, Blutdruckmesser und Mikroskope. Er bekam dann Kontakt zu Wilhelm Foerster, dem Direktor der Berliner Sternwarte, für den er einen Chronographen herstellte. Es folgten Aufträge für die Normal-Eichungs-Kommission, deren Direktor Foerster ab 1870 war. Anfang der 1870er Jahre baute Fuess nach den Plänen des Mineralogen Paul Groth einen „krystallographisch-optischen Universalapparat“ und ab 1875 kam der große Geschäftszweig der Meteorologie hinzu.

Von der Präzisionsoptik zum Zylinderschloss

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Mit Carl Paul Goerz hielt ein weiterer Unternehmer der Feinmechanik- und Präzisionsoptik-Branche Einzug im Berliner Süden. Goerz, Gründer der „Optischen Anstalt C.P. Goerz“, wurde zum größten Berliner Hersteller von Präzisionsoptik. Mit der „Goerz-Anschütz-Moment-Camera“ wurde aufgrund einer seinerzeit sagenhaften Verschlusszeit von 1/1.000 Sekunde erstmals die Fotografie bewegter Objekte ermöglicht, für Goerz stellte sich damit der kommerzielle Erfolg ein. Es folgten das Goerz-Hypergon, ein anastigmatisches Weitwinkelobjektiv mit einem Bildfeld von 135 °, ein Dreifarbenprojektor nach den Plänen des Photochemikers Adolf Miethe und 1911 als erstes astronomisches Instrument ein Spiegelteleskop für die Technische Hochschule Charlottenburg. Die Firma wuchs schließlich zum zweitgrößten Unternehmen der deutschen Feinmechanik und Optik heran; die Bindung der dringend benötigten Fachkräfte gelang ihm durch seine weitsichtige Personalpolitik, in dem er bereits 1897 den achtstündigen Arbeitstag und einen bezahlten Erholungsurlaub einführte. Produziert wurde schließlich in Schönow (Zehlendorf) und später in der Goerzallee 271 und 299. Eine 53%ige Beteiligung an Goerz führte nach dem ersten Weltkrieg dazu, dass die Zeiss Ikon AG die Führung übernahm. Im Jahre 1926 wurde die Goerz AG und weitere neun Firmen zur "ZEISS IKON AG" verschmolzen.

Hören und Sehen mit Loewe

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An der Erfindung des Radios hatten die Brüder Siegmund und David Ludwig Loewe nicht mitgewirkt. Mit ihrer Gründung der Radiofrequenz GmbH im Jahr 1923 in den Räumlichkeiten der ehemaligen Mechanischen Werkstatt Grüttner & Lütgert Berlin in Berlin-Friedenau und im Oktober des gleichen Jahres mit der Gründung der Loewe-Audion GmbH zur Herstellung der Elektronenröhren waren sie aber Pioniere der modernen Übertragungstechnik für die Massen. Es folgte die Gründung der Loewe Radio GmbH zur Produktion von Lautsprechern und Widerständen und im Frühjahr 1924 wurden in Berlin-Steglitz weitere Produktionsanlagen für die Einzelteil- und Empfängerfertigung in Betrieb genommen. 1929 folgte dann die Fernsehentwicklung und die Mitbegründung der Fernseh AG; Steglitz wurde der unbestrittene Mittelpunkt der Loewe-Fertigungsstätten. Ein weiterer Höhepunkt folgte im Jahr 1931 am Loewe-Stand auf der Funkausstellung in Berlin mit der Präsentation der ersten elektronischen Fernsehübertragung vor der Weltöffentlichkeit durch den Wissenschaftler und Multipatentinhaber Manfred von Ardenne. In der 90-jährigen Geschichte wechselten die Firmenbezeichnungen von Loewe mehrmals und endeten schließlich in der heute noch bestehenden, börsennotierten Loewe AG; die hauseigene Radioproduktion endet jedoch bereits 1978 mit der Konsequenz der Schließung der Steglitzer Fertigungsstätte.

Innovationen heute

Foto: purchasing.bosch.com

Basierend auf diesem industriellen Erbe ist auch heute ein großer Anteil an Familien- und Traditionsunternehmen im Berliner Südwesten vertreten.
Wissenschaftliche Einrichtungen sind dabei ein äußerst wichtiger Wirtschaftsfaktor im Bezirk. Hohe Forschungsdichte im Berliner Südwesten, sehr enge Kooperation und Vernetzung der Unternehmen mit der Freien Universität und den zahlreichen im Bezirk ansässigen Forschungseinrichtungen bilden einen idealen Ort für die Entstehung von Ausgründungen, den sogenannten Spin-offs. Ein wichtiger Baustein ist dabei das neue Technologie- und Gründungszentrum Südwest. Für weitere Informationen zu diesem Thema klicken Sie bitte hier.

Die Wirtschaftszweige

Auf einer Gewerbe- und Industriefläche von 156 ha haben rd. 13.000 Betriebe mit 124,9 Tausend Beschäftigten* ihren Sitz im Berliner Südwesten.

So im Einzelnen:
-    Unternehmen des Tertiärsektors, zu dem Dienstleistungen, Selbständige, Handel und Handwerk gehören;  
-    Unternehmen im Sekundärsektor existieren insbesondere entlang der Wertschöpfungskette Gesundheitswirtschaft, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Materialwirtschaft;
-    Prägnant ist die Dichte an Unternehmen der Gesundheitswirtschaft im weitesten Sinne, so auf den Gebieten:
o    der Medizintechnik, Pharmazie, Biotechnologie und Umwelttechnik und  
o    im medizinischen Bereich mit der Fertigung von Prothesen, Medizinische Zementforschung, Geräte für mechanische Herzunterstützung, Analysegeräte für den technisch-wissenschaftlichen Einsatz, biotechnische und pharmazeutische Produkte.
Hier einige Beispiele von Unternehmen, die seit vielen Jahren den Wirtschaftsstandort Südwest bereichern.

* Angaben laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg für das Jahr 2012

BANDELIN electronic GmbH & Co. KG

Foto: Bandelin electronic

Das Familienunternehmen blickt auf eine über 65-jährige Erfahrung auf dem Spezialgebiet der Ultraschalltechnik zurück. Ultraschallgeräte findet man sowohl in Arztpraxen als auch in der, z.B. chemischen oder metallverarbeitenden Industrie, bei der Anwendung von Desinfektions- oder Reinigungspräparaten, die auf allen Gebieten die höchsten Ansprüche an die Reinigung und an gereinigte Oberflächen stellen. Das Spezialgebiet wird von Bandelin seit 1949 bearbeitet und mit über 20 Patenten und Gebrauchsmustern sowie 28 angemeldeten Marken verteidigt. Prompte Lieferfähigkeit und Liefertreue, in den 1980er Jahren erheblich erweiterte Fertigungsflächen und hohe Innovationskraft der Beschäftigten, sind Grundlage des Erfolges. Die Firma versteht sich als Vorreiter bei der Entwicklung neuer Ultraschallgeräte und der Erschließung neuer Anwendungsbereiche. Sie unterstützt verschiedene Gremien bei der Erarbeitung neuer Normen und Richtlinien. BANDELIN electronic ist einziger Komplettanbieter von Ultraschallgeräten und Desinfektions- und Reinigungspräparaten mit Zulassungen und Zertifizierungen nach EN ISO 9001 und der EN ISO 13485 für Medizinprodukte. Die Bandelin-Produktmarken SONOREX, SONOPULS und SONOMIC werden in Fachkreisen mit dem Begriff Ultraschall gleichgesetzt.

Berlin Heart GmbH

Das in Steglitz ansässige Unternehmen wurde 1996 als Mediport Kardiotechnik GmbH durch das Deutsche Herzzentrum Berlin und private Investoren gegründet. Gesellschaftszweck der Berlin Heart GmbH sind die Entwicklung, Produktion und Vermarktung innovativer Systeme für die mechanische Herzunterstützung. Abgedeckt wird die gesamte Bandbreite der medizinischen Indikationen für Patienten aller Altersklassen vom Neugeborenen bis zum Erwachsenen. Damit gehört das Unternehmen zu den Marktführern der Branche weltweit und will durch internationale strategische Partnerschaften weiter expandieren. Als ein Garant des Erfolges der geleisteten und noch zu bewältigenden Arbeit ist die enge Kooperation mit drei der weltweit führenden Herzzentren: dem Deutschen Herzzentrum Berlin, dem Hospital for Sick Kids in Toronto und dem Texas Children’s Hospital in Houston, USA.
Welche hohe Anerkennung die Arbeiten des Unternehmens genießen, wird dann deutlich, wenn über den Einsatz der Produkte an Kleinkindern berichtet wird. So an Kindern, die das noch vor ihnen liegende lange Leben dem Umstand verdanken können, dass es das kranke Herz unterstützende Pumpen gibt, die man einsetzen kann, bis sich ein neues Herz zur Transplantation in den kleinen Körper findet.

Biochrom AG

Foto: Biochrom.de

Die Biochrom AG wurde im Jahr 1981 gegründet und ist inzwischen einer der großen europäischen Hersteller von Medien und Seren für die Kultur tierischer und menschlicher Zellen.
Das Unternehmen beliefert weltweit seine Kunden mit Medien für die Zellkultur und mit sterilen Lösungen für die pharmazeutische Produktion; es ist Ansprechpartner für Machbarkeitsstudien hinsichtlich neuer Medienrezepturen. Aktuelle Forschungsprojekte dienen vorrangig der Optimierung von Medien; an deren Neu- und Weiterentwicklung arbeitet Biochrom in zahlreichen Forschungskooperationen mit universitären Einrichtungen und biotechnologisch arbeitenden Unternehmen zusammen.

Biomet

Das Unternehmen Biomet wurde 1977 in den USA gegründet. Im Laufe des Expansionsprozesses ist Biomet zu einem internationalen Unternehmen gewachsen und mittlerweile in über 100 Ländern weltweit vertreten - Sitz der deutschen Niederlassung befindet sich im Berliner Südwesten. Spezialisiert hat sich das Unternehmen auf Entwicklung und Produktion von hochwertigen und langlebigen Implantaten für die Orthopädie und Unfallchirurgie. Zur Produktpalette gehören darüber hinaus: Biomaterialien, Knochenzemente, Produkte für die Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie, Traumatologie, Sportmedizin, Herz/Thorax – sowie Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie. Die lange Tradition und die ununterbrochene Weiterentwicklung innovativer Technologien haben zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern aus dem Gesundheitswesen geführt.

Bogen Elektronic GmbH

Foto: Bogen Elektronic GmbH

Das seit 1951 bestehende Unternehmen Bogen Elektronic GmbH entwickelt und produziert Magnetköpfe für anspruchsvolle Anwendungen und erarbeitet kundenspezifische Lösungen. So z.B. magnetische Maßstäbe und Messsysteme zur berührungslosen Positionserfassung für lineare und rotative Anwendungen oder kundenindividuelle Magnetköpfe zum Schreiben und Lesen von Informationen auf Datenträgern wie Tickets, Banknoten und Schecks. Für das Unternehmen stellte das Jahr 1995 mit der erfolgreichen Markteinführung eines innovativen Magnetisierungsverfahrens einen Meilenstein seiner Innovationskraft dar. Damit gelang der Durchbruch zu einem international anerkannten Spezialisten auf diesem Gebiet.

fairform GmbH

Foto:fairform.de

Seit nun 34 Jahren mit Sitz in Berlin-Lichterfelde bietet fairform seinen Kunden ein Rundumpaket im Bereich Messe- und Ausstellungsbau. Nach Wunsch realisiert das Unternehmen Design, Konzeption, Ausführungsplanung und Standbau für einen perfekten und repräsentativen Messeauftritt sowohl bei nationalen, als auch internationalen Projekten. Ein multilinguales Team sorgt für kreative, wirtschaftliche Lösungen und eine zuverlässige Umsetzung der Aufträge.

Herbst Umwelttechnik GmbH

Das Unternehmen ist seit über 20 Jahren im Dienste der Umwelttechnologien tätig und bearbeitet diesen Geschäftsbereich als Ingenieurgesellschaft, die verfahrenstechnische Anlagen u. a. zur Gas-, Wasser- und Schlammaufbereitung baut. Das Spektrum ist für die eher kleinere Ingenieurgesellschaft bemerkenswert breit und umfassend angelegt. So werden Anlagen auf dem Gebiet der Gewässersanierung - mechanische als auch chemische/adsorptive Aufbereitungsverfahren - konzipiert, errichtet und betreut. Zu ihrem Sonderverfahren zählt das Unternehmen Anlagen zur Uran- und zur Schwefelwasserstoffabscheidung sowie zur Deponiegasaufbereitung. In jüngster Zeit  spezialisierte sich die Herbst Umwelttechnik GmbH auf die Abscheidung von Schwefelwasserstoff, Phosphaten, Arsen und organischen Siliziumverbindungen wie z.B. Silane und Siloxane. Und last but not least werden auch Silo- und Dosieranlagen u.a. für Polymere gebaut. Das Leistungsspektrum umfasst neben Planung und Bau der Anlagen auch die Wartung der Anlagen; in der heutigen Zeit ein ganz wichtiger Aspekt des Dienstleistungsgedankens und für die Auftragsakquisition.

HEYL Chemisch-pharmazeutische GmbH & Co. KG

Das konzernunabhängige Familienunternehmen besteht seit 1926 und hat seinen deutschen und internationalen Hauptsitz im Berliner Südwesten, in der Goerzallee. Unternehmenspolitik ist die Konzentration auf Spezialgebiete und Nischen. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in Zusammenarbeit mit den internationalen Tochtergesellschaften in der Zulassung und Vermarktung von Arzneimitteln und im Vertrieb von pharmazeutischen Wirkstoffen und Spezialchemikalien. In Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Forschungsinstituten und Universitäten wurden eine Reihe von Antidota entwickelt. Dabei handelt es sich um hochwirksame Arzneimittel, die gegen Vergiftungen durch Thallium, Arsen, durch Schwermetalle (Quecksilber, Blei) oder durch radioaktive Isotope wie Radiocäsium oder Plutonium eingesetzt werden. Antidota gehören zusammen mit den Antirheumatika, Antibiotika, Lebertranpräparaten und Vitaminen zu den fünf strategischen Hauptgeschäftsfeldern des Unternehmens.

Karl Dieringer Blechbearbeitung

Foto: Karl Dieringer Blechbearbeitung

Der mittlerweile in der vierten Familiengeneration geführte 110 Jahre alte Betrieb ist ein Beweis dafür, dass die Grenzen zwischen industrieller Fertigung und industriell orientierten Handwerksunternehmen nahezu fließend geworden sind. Denn der Handwerksbetrieb Karl Dieringer ist mit seinen 45 Beschäftigten eines der leistungsstärksten und erfolgreichsten Blechbearbeitungsunternehmen im Berliner Raum, ausgestattet mit der modernsten Bearbeitungstechnik; dies wird auch bestätigt durch preisgekrönte Arbeiten, wie der Deutsche Fassadenpreis 2009 belegt. Im Fokus des Betriebes steht die Fertigung und Montage hochwertiger und komplexer Metallfassaden und –bedachungen und die Auftragsblechbearbeitungen, die Bauteile mit hochkomplexen Konstruktionen und Strukturen einschließen. Bei den Metallfassaden sind die Arbeitsergebnisse des Betriebs u.a. am Mauerpavillion an der Bernauer Str., am Boulevard Berlin und dem Hotel Berliner Hof, an den Choriener-Höfen, dem Hackeschen Quartier Berlin, an einem Bürohaus in der Lietzenburger Straße und am Leipziger Platz zu sehen. Als prominentestes Schauobjekt bei den Metalldächern von Karl Dieringer ist zweifellos die Berliner Philharmonie zu nennen, aber auch die Sternwarte Babelsberg und das Gebäude von BESSY, der Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung. Nicht zuletzt befinden sich die Wetterschutzgitter bzw. die Lüftungslamellen der Firma am Kanzleramt und am Ritz-Carlton-Hotel.

Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt GmbH

Foto: Karl Schuke Berliner Orgelbauwerkstatt

Dass der Berliner Südwesten für seinen guten Ton bekannt ist, mag auf den ersten Blick überraschend klingen. Wenn aber der Blick auf die Karl Schuke Berliner Orgelwerkstatt fällt, dürften auch die größten Kritiker verstummen und sich an den Ergebnissen dieses Unternehmens erfreuen. Denn auch in der nunmehr dritten Generation ist der Name weiter ein Begriff für Orgeln, die ihre Heimat von Berlin aus in der ganzen Welt  gefunden haben. Für Kontinuität in der Qualität sorgen 30 Beschäftigte und Auszubildende, für deren qualifizierte Ausbildung das Unternehmen von der IHK schon mehrfach zu einem der besten Ausbildungsbetriebe gewählt wurde. Die Orgeln des Unternehmens stehen u.a. in der Berliner Philharmonie,  den Philharmonien in Luxemburg, Warschau, Bilbao, Krakau oder der Universität in Denver. Nahezu 600 Orgeln, darunter rd. 350 Kirchenorgeln unterschiedlicher Größen haben den Namen der Firma in alle Welt getragen – neben den Ländern Europas nach Asien, Australien, Russland, Südamerika, den USA und Israel. Selbstverständlich gehören die fachkundige Pflege und Wartung und die notwendigen Restaurationsarbeiten  hinzu – auch diese Arbeiten sind garantiert durch die Fachleute des Unternehmens.

Knick Elektronische Messgeräte GmbH & Co. KG

Foto: knick.de

Firmengründer Dipl.-Ing. Ulrich Knick bewies 1945 großen Mut zum Risiko, als er sich zur Gründung seiner Firma entschloss und mit der Herstellung hochgenauer nullpunktstabiler Gleichstromverstärker begann: Grundlage für die Fertigung zuverlässiger Labor-pH-Meter und anderer Präzisionsprodukte. Seit dieser Zeit ist der Name Knick Synonym für eine außerordentliche Qualität in der Herstellung elektronischer Messgeräte. Von den über 130 Beschäftigten ist jeder vierte im Bereich Forschung und Entwicklung tätig und trägt als Teil der Gesamtmannschaft dazu bei, dass der Name Knick auf einer Vielzahl von Patenten beruhend in vielen Spezialbereichen der Mess- und Regelungstechnik Marktführer ist. Die Produktpalette reicht von Trennverstärkern über Messumformer, Analysengeräte und –messsysteme bis zu Sensoren, Armaturen und Laborgeräten.
Das mit seinem Stammsitz in Zehlendorf verankerte Unternehmen verfügt über Niederlassungen in Frankreich, Brasilien und den USA. Seine Position in Asien wird durch die Neueröffnung einer 100%igen Tochtergesellschaft in Shanghai wesentlich verstärkt. Ob sich das der Firmengründer 1945 erträumt hat?

KT-Elektronik, Klaucke und Partner GmbH

Foto: kt-elektronik.de

Der Wille zur Existenzgründung, der sich durch das im Entstehen befindliche Innovations- und Existenzgründungszentrum an der Fabeckstr. ausdrückt, ist kein Ereignis der jüngsten Geschichte; Existenzgründer gibt es solange, wie es die Menschheit gibt. Beispielhaft dafür stehen auch die vier  Elektrotechnik-Studenten, die 1981 die Firma KT-Elektronik gründeten und heute mit 23 Beschäftigten, darunter 11 Ingenieuren und Informatikern in Steglitz ihre Entwicklungs- und Fertigungsstätten haben. Der Fokus liegt in der Entwicklung und Herstellung von Geräten für umweltverträgliche Technologien. Haupteinsatzgebiete sind die Heiztechniken und die Gebäudeautomation, so auf dem Gebiet der erneuerbaren Energiequellen. Produktbeispiele sind Regler für Solaranlagen, Heizungen und Heizungskessel, Wärmepumpen und Frischwasser. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Entwicklung von Komponenten für Flüssigkeitsmengenzähler in der Milchwirtschaft.  
KT-Elektronik schloss im Rahmen der Vermarktung von elektronischen Heizungsreglern eine strategische Partnerschaft mit der Samson AG, Frankfurt/Main, die in ihrer Gruppe insgesamt 3.400 Beschäftigte hat.  

Merete Medical GmbH

Foto: Merete Medical GmbH

Das 1996 gegründete Familienunternehmen mit seinem Sitz im Berliner Südwesten und einer weiteren Produktionsstätte in Luckenwalde entwickelt und produziert im Bereich Medizintechnik Implantate zur Hüftrevision, für die Fuß-Chirurgie und zur Versorgung von großen Knochendefekten, Knochentumoren, periprothetischen Frakturen und Trauma an. Der Unternehmensgründer Emmanuel Anapliotis gehört zu den Pionieren der modernen orthopädischen Implantate-Industrie in Deutschland. Zahlreiche Patentanmeldungen der Firma zeugen von innovativen Fertigungstechnologien sogar auf Wunsch einer individuellen Implantat-Sonderanfertigung. So wurde Merete Medical GmbH 2009 im Rahmen eines Projektes der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ prämiert.

Schempp & Decker Präzisionsteile und Oberflächentechnik GmbH

Foto: diehl.com

Das in Lichterfelde ansässige Unternehmen wurde 1947 gegründet und gehört heute zur Diehl Metal Applications GmbH, die ebenfalls ihren Hauptsitz in Berlin hat und zur Diehl Stiftung & Co. KG der Familie Diehl gehört. Zusammen mit dem zweiten Standort in Teltow, verfügt das Unternehmen über 500 Beschäftigte und macht einen Umsatz von 90 Mio. €.
Die Produktpalette beginnt mit dem Gießen und Walzen von NE-Metallen und setzt sich über die Stanz-, Einpress- und Galvanisiertechnik fort. Mit der Präzisionsstanztechnik hat man sich auf technisch komplexe Produkte fokussiert. Von besonderem Interesse für die Automobiltechnik ist die lötfreie Verbindungstechnik – die Schempp & Decker Einpresszonen. Hinzu kommen die Metall-Kunststoff-Verbunde und das weite Gebiet der Beschichtungstechnik.

Steiner & Co. Deutsche Arzneimittel GmbH & Co. KG

Foto: Steiner Arzneimittel

Das konzernunabhängige mittelständische Pharmaunternehmen ist inhabergeführt und hat seinen Sitz in Lichterfelde; gegründet wurde das Unternehmen in der unmittelbaren Nachkriegszeit 1945. Der seinerzeit besonders erforderliche unternehmerische Mut blieb dem Betrieb erhalten, denn sein auch heute bestehender Expansionsdrang in einem harten, globalen Markt, insbesondere im Pharmabereich, entspricht dem „spirit“ des damaligen Existenzgründers. Das Unternehmen mit seinen 90 Beschäftigten produziert und vertreibt ein ständig wachsendes Sortiment von apothekenpflichtigen pflanzlichen Präparaten und rezeptpflichtigen Arzneimitteln; am Standort Berlin werden zudem höchst anspruchsvolle Antibiotika für den Bedarf in der ganzen Welt produziert. Das Produktionsspektrum reicht von Beruhigungsmitteln, Antidepressiva und Durchblutungsmitteln über Rheuma-, Gallenwegs-, Magen-Darm-Mittel bis zu den Erkältungsmitteln. Steiner Arzneimittel ist aber nicht nur Hersteller und Anbieter hochwertiger Phytopharmaka, das Unternehmen bietet sein Know-how zur Herstellung und Konfektionierung pharmazeutischer Produkte auch anderen Herstellern an.

Wissenschaftlicher Gerätebau Dr.Ing. Herb. Knauer GmbH

Foto: Knauer.net

Ausgezeichnet mit dem Innovationspreis Berlin 1985 hat sich der 1962 von dem Ehepaar Knauer gegründete, in Zehlendorf  ansässige Spezialist von Anlagen und Modulen der Hochleistungsflüssigkeitschromatografie zu einem mit 70% Exportanteil weltweit agierenden Unternehmen entwickelt, das in 60 Ländern vertreten ist. Das Produktionsspektrum der Knauer GmbH umfasst auch die  HPLC-Trennsäulen, Systeme zur Biochromatographie, SMB-Anlagen und Mehrsäulenanlagen zur Isolierung einzelner Komponenten aus komplexen Mischungen, Software zur Steuerung aller Systemkomponenten, sowie Osmometer. Die von den rd. 100 Beschäftigten gefertigten Produkte finden Verwendung  in Medizin, Pharmazie, Chemie und Umweltschutz.
Was die Eltern vorlebten, konnte Tochter Alexandra mit dem Innovationspreis Berlin-Brandenburg 2013 der Öffentlichkeit eindrucksvoll bestätigen. Sie erhielt diese Auszeichnung am 09. Dezember 2013 für die fortgesetzte Innovationskraft des Hauses Knauer, die mit dem preisgekrönten Contichrom System die hochkarätig besetzte Jury überzeugte. Die Auszeichnung betrifft ein innerhalb der letzten vier Jahre entwickeltes Produkt, das Biomoleküle, z.B. therapeutische Proteine, in einer um bis zu 50% höheren Ausbeute und Reinheit trennen kann, als dies herkömmliche Flüssig-Chromatographen vermögen.



Das „Regionalmanagement Berlin SÜDWEST“ (RMSW) ist im Rahmen des Wirtschaftsförderprogramms Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln sowie einem entsprechenden Anteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin finanziert.

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