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Prof. Dr. Rolf Budde: 1. Vorsitzender der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin e.V.

Prof. Dr. Rolf Budde. Foto: Lorenz
Prof. Dr. Rolf Budde. Foto: Lorenz

25.09.2017: Schutzpatron der Max-Liebermann-Villa am Wannsee

Lang ist die Liste seiner Aufgaben und Ämter. Sie zeigt eindrucksvoll, dass der promovierte Jurist Rolf Budde auf vielen Gebieten gefragt und erfolgreich tätig ist - wie im Kulturbereich etwa als Bewahrer der Liebermann-Villa.

Was wäre der Berliner Südwesten ohne die Liebermann-Villa am Großen Wannsee? Sie ist ein Kleinod  der Berliner Kulturlandschaft und zugleich ein überaus  geschichtsträchtiger Ort in unmittelbarer Nachbarschaft zum Haus der Wannsee-Konferenz. Beide Villen haben heute für den Besucher- und Tourismusverkehr regional wie überregional hohe Bedeutung und hohe Symbolkraft. Sie sind ein „Muss“ auf der Wannseeroute. Prof. Dr. Rolf Budde ist es ganz wesentlich zu verdanken, dass es 1995 zur Gründung der Liebermann-Gesellschaft Berlin und im April 2006 dann zur Wiedereröffnung der Liebermann-Villa nach einer vierjährigen Phase der Rekonstruktion und des Umbaus kam.  Nicht von ungefähr hat er ein besonderes Verhältnis zu diesem Ort.

Bezug zum Berliner Südwesten
1956 in Berlin geboren, wuchs Rolf Budde im Bezirk Zehlendorf in der Sophie-Charlotte-Straße auf. Die elterliche Wohnung lag gegenüber vom Wohnhaus Paul Grasses, mit dem Rolfs Vater seit dem Jahr 1946 zusammenarbeitete und Kinos betrieb. Mit dem Umzug der Familie nach Berlin-Grunewald blieb der neunjährige Rolf dem Bezirk verbunden. Er ging in die Zinnowwald-Schule und wohnte Jahre später mit seiner Frau am Zinsweiler Weg.

In Dahlem studierte Rolf Budde ab 1976 Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin. Nach dem 2. Staatsexamen 1983 hielt er als Geschäftsführender Gesellschafter Einzug in das Familienunternehmen der Musikverlagsgruppe Rolf Budde Musikverlage in Berlin-Wilmersdorf, 2003 übernahm er alle Geschäftsanteile.

Nachdem seine Familie sich vergrößert hatte, zog Rolf Budde mit Frau und Kindern im Jahr 1986 in das Haus des inzwischen verstorbenen Paul Grasse in die Sophie-Charlotte-Straße, mit Blick auf das einstige Elternhaus. Seine vier Kinder besuchten die John F. Kennedy School, der Bezug zum Heimatbezirk und dem damit verbundenen großen Maler Liebermann blieb weiterhin bestehen. 1996 promovierte Rolf Budde zum Dr. jur. und ging sechs Jahre später als Honorarprofessor an das Institut für Kultur- und Medienforschung der Freien Universität Berlin.

Foto: Lorenz
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Liebermann-Villa. Foto: Lorenz
Liebermann-Villa. Foto: Lorenz

Annäherung zur Liebermann-Villa
Doch wie eigentlich fand der Jurist zur Liebermann-Villa?

Rolf Budde erinnert sich: „Nach der Wende gab es viele Diskussionen um die Neugestaltung des Pariser Platzes in Berlin-Mitte, in die auch Überlegungen über die Zukunft des dort zerbombten Elternhauses von Max Liebermann einflossen. Dabei lernte ich Annette Ahme und Wolfgang Immenhausen kennen. „Man begann erst langsam, sich wieder um die Wohnorte Liebermanns Gedanken zu machen. Wir fragten uns, warum man sich für einen Neubau des Elternhauses am Brandenburger Tor einsetzte, anstatt die am Wannsee gelegene, unzerstörte Sommer-Villa Max Liebermanns wiederzubeleben.“ Nach dem Krieg war in ihren Räumen die Männerchirurgie des Krankenhauses Heckeshorn untergebracht gewesen, zu diesem Zeitpunkt diente sie einem Tauchclub als Unterkunft.

Nachdem ein privater Kunsthandel 1992 eine Verkaufsausstellung in Wannsee veranstaltet hatte, auf die Immenhausen Rolf Budde hingewiesen hatte, setzte Rolf Budde sich gemeinsam mit Gleichgesinnten für die Villa als Kulturort ein. So wurde das Sommerhaus wiederentdeckt. Im Raum stand der Gedanke zur Gründung einer Liebermann-Gesellschaft, die dem einstigen Ehrenbürger Berlins und Präsidenten der Akademie der Künste, Max Liebermann (1847-1935), ein würdiges Angedenken ermöglichen sollte.

Zu Rolf Budde und den Befürwortern dieses Gedankens gesellten sich bald zahlreiche Gleichgesinnte und man einigte sich, dass sich die Liebermann-Gesellschaft an beiden Wohnorten Liebermanns einsetzen werde.

Viele der am Großen Wannsee gelegenen Flächen und Villen waren nach dem Berliner Mauerbau 1961 von Sportvereinen bezogen worden, denen der Weg ins Umland abgeschnitten war. „Vielleicht war diese Nutzung durch Wassersport-Vereine auch ein Glück – sonst wären eventuell viele der alten Gebäude abgerissen worden und hätten Neubauten weichen müssen“, erklärt Rolf Budde.

„Die Blumenterassen im Wannseegarten nach Südwesten“ - entstanden im Garten der de:Villa Liebermann am Wannsee. Foto: Scan aus Im Garten von Max Liebermann. wikimedia.org
„Die Blumenterassen im Wannseegarten nach Südwesten“ - entstanden im Garten der Villa Liebermann am Wannsee. Foto: Scan aus Im Garten von Max Liebermann. wikimedia.org

Mitglied der ersten Stunde in der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin
Auch die Liebermann Sommervilla war an den Wassersport verpachtet, wobei dieser Pachtvertrag vom Bezirk noch einmal eine 20-jährige Verlängerung erfuhr – genau einen Tag vor der Gründung der Max-Liebermann-Gesellschaft. Überzeugt von ihrer Mission, gründeten 15  Personen am 16. März 1995 den Verein, zu denen neben Prof. Budde und Annette Ahme auch überzeugte Anhänger wie Wolfgang Immenhausen („Mutter Fourage“), Irene und Dr. Gerhard Pahl, Anna Teut, und Manuela Müller gehörten. Die Gesellschaft entwickelte sich als eine Art Bürgerbewegung.

„Wir waren entschlossen, für unsere Ziele einzutreten und ein Ersatzgrundstück für die noch in der Sommervilla untergebrachten Tauch-Sportler zu finden. Von 1994 bis 2001 haben wir dafür gekämpft“, betont Rolf Budde, der in seinem Musikverlag der neugegründeten Liebermann-Gesellschaft einen Raum als Vereinsbüro zu Verfügung gestellt hatte.

Die Zahl der Mitglieder wuchs stetig, und im Jahr 2002 konnte schließlich der Sportclub aus dem Liebermann-Sommerhaus in seine neue Unterkunft auf der anderen Uferseite umziehen. Prof. Budde führt diesen Erfolg auch auf die Unterstützung aus der Berliner Senatskanzlei zurück, die ausging von deren damaligem Chef, André Schmitz und vom damaligen Finanzsenator Peter Kurth. Beide wurden später Mitglieder der Max-Liebermann-Gesellschaft-Berlin, der inzwischen fast 2000 Kulturfreunde angehören. Bei relativ geringem Beitragssatz zeigen sich die Vereinsmitglieder dieser auf der Welt einzigartigen Gesellschaft spendenwillig, wenn es um bestimmte Liebermann-Projekte geht. „Es sind dabei alle Mitglieder gleich wichtig – egal, ob sie 10 oder 1000 Euro spenden“, erklärt Prof. Budde - Träger des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland und des französischen Ordens „Chevalier dans l´ordre des Artes & Lettre“ - als ihr Vorstands-Vorsitzender mit großem kaufmännischen und juristischen Know-how.

Die Liste seiner Ehrenämter ist lang und reicht vom Vorsitz des Kuratoriums der Ernst-Reuter-Gesellschaft der Freunde der Freien Universität Berlin bis zum Vorsitz der Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches e.V.

Mit großer Liebe zum Menschen Max Liebermann und zu seinem Werk setzt sich Prof. Budde engagiert für das Angedenken und Erbe des großen Künstlers ein, den er als „absoluten Gentleman mit spitzer Zunge“ bezeichnet, und der in seinem malerischen Sommerhaus am See mit spitzer Feder und farbsattem Pinsel ständig tätig war; sei es beim Briefe-Schreiben oder Malen. „Ich bin wie ein Uhrwerk“, hat Liebermann seinen Tatendrang einmal selbst beschrieben.

Der Vorstand der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin und das Museumsteam der Liebermann-Villa, April 2016. Foto: Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin
Der Vorstand der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin und das Museumsteam der Liebermann-Villa, April 2016. Foto: Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin

Die Max-Liebermann-Villa: Kulturkleinod mit hohem Engagement
Dass die Villa wieder zum touristischen Anziehungspunkt werden konnte und ein besonderes Kulturkleinod im Berliner Südwesten darstellt, dafür hat die Liebermann-Gesellschaft in vielen Einzelschritten gesorgt, die aus eigenen Mitteln - unterstützt von Spendern, Sponsoren und Aufwendungen der Deutschen Klassenlotterie Berlin - finanziert werden. Dabei weiß die Gesellschaft zahlreiche ehrenamtlich Engagierte hinter sich und den 10 Mitarbeitern, die in Haus, Garten und Ausstellungsräumen zum Einsatz kommen und die Kulturstätte für die kommenden Generationen weiterentwickeln. So finden regelmäßig auf dem Areal Malschulen für Kinder statt. Derzeit laufen die Vorbereitungen für eine unterirdische Kellererweiterung, „um mehr Archiv-Platz zu erhalten“, wie Prof. Budde erklärt, und auch der Sanitärbereich soll ausgebaut werden.

Prof. Budde und sein Team stehen in Kooperation mit namhaften Museen wie der Kunsthalle in Bremen oder der Nationalgalerie Berlin und sehen es als Ansporn, um „noch größere Internationalität zu erreichen“. Die Ausstellungsplanung mit internationalen Einrichtungen läuft, und auch die Zusammenarbeit mit der Stiftung Brandenburger Tor ist erfolgreich.

Zum Wirken und zur Person  Max Liebermann wird unermüdlich gesammelt, dokumentiert und geforscht. Direktion und kaufmännische Führung der Liebermann-Villa liegen in Händen von Dr. Martin Faass. Prof. Budde und der Vorstand der Liebermann-Gesellschaft verstehen sich dabei in ihrer Funktion als indirekter Aufsichtsrat.

Foto: Lorenz
Foto: Lorenz

Zeugnis vergangener Tage und Kultur-Highlight mit Zukunft
Auf den ersten Blick unschuldig verträumt am Ufer des Wannsees liegend, zeugt das Sommerhaus Max Liebermanns dennoch von der Tragik, die am Ende seines schaffensreichen Künstlerlebens ob der politischen Verhältnisse einer dunklen Zeit stand, ihm seine letzte Kraft nahm und seine Witwe in den Selbstmord trieb.

Als touristisches Highlight, das schon jetzt rund 70.000 Besucher jährlich anzieht, bietet die Villa ausgewählte Erinnerungskultur mit Liebermann-Werken, Museum sowie beeindruckende Familien- und Zeitgeschichte in privat anmutendem Ambiente. Die nach Vorbild des Originalgartens neugestaltete Gartenanlage stellt ein eigenes kleines Kunstwerk dar, lädt zum Entschleunigen und Nachdenken ein und würde in ihrer heutigen Form bestimmt die Zustimmung des Ästheten Max Liebermann gefunden haben.

Für die Zukunft sehen das Regionalmanagement Berlin SÜDWEST und Prof. Rolf Budde dessen einstiges Sommerhaus mit Garten und reizvollem Ausstellungsangebot als weitere herausragende Haltestation an der zum geplanten „Tourismus Besucher Zentrum Glienicke“ führenden Kulturroute, die damit auch dem Angedenken des großen Künstlers Max Liebermann gerecht wird.

Aktuelle Sonder-Ausstellung vom 15. Oktober 2017 bis 12. Februar 2018: „Käthe Augstein – Fotografien“ ausgehend von einer Liebermann-Porträtserie der Pressefotografin aus dem Jahr 1930.

Text: Jacqueline Lorenz

Kontakt und weitere Informationen unter:

Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin e.V.
Colomierstraße 3/ Ecke Am Großen Wannsee
14109 Berlin

Tel. 030 / 805 85 900
E-Mail: info(at)liebermann-villa.de

www.liebermann-villa.de



Das „Regionalmanagement Berlin SÜDWEST“ (RMSW) ist im Rahmen des Wirtschaftsförderprogramms Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln sowie einem entsprechenden Anteil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin finanziert.

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