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23.02.2017 // Prof. Dr. Ulrich Panne, Präsident der BAM: „Sicherheit macht Märkte“

Porträtbild von Herrn Prof. Dr. rer. nat. Panne. Foto: BAM/ Michael Danner

Die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM) in Berlin blickt auf eine lange Geschichte zurück; begonnen hat es 1871 mit der Gründung der Preußisch-Königlichen Mechanisch-Technischen Versuchsanstalt. Heute sieht der Wissenschaftsrat die BAM in seiner Evaluierung von 2016 als beispielgebende Ressortforschungseinrichtung des Bundes. „Die BAM steht für Sicherheit. Dabei ist die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland unser Ziel, denn Sicherheit macht Märkte“, fasst Professor Dr. Ulrich Panne, Präsident der BAM seit 2013, das Arbeitsfeld und das Anliegen der BAM treffend zusammen.

Die BAM: Forschen, Prüfen, Beraten „Made in Germany“
Sicherheit in Technik und Chemie – das gewährleistet die BAM. Was das bedeutet, erklärt Prof. Panne so: „Wir leisten in den Spitzentechnologien Werkstofftechnik, Materialwissenschaft und Chemie einen wichtigen Beitrag für die technische Sicherheit von Prozessen und Produkten im Lebensumfeld der Menschen.

ICE 3. Foto: Clicgauche, Wikipedia, gemeinfrei

Durch sinnvollen Technologietransfer nach erfolgter Forschung, Prüfung und Beratung können Produkte und Patente auf den Weg gebracht werden. Unsere fast 150-jährige Erfahrung und unser Erfolg sprechen für sich und überzeugen immer wieder unsere Kooperationspartner in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, aber auch den Normalbürger.“ Hierfür gibt es viele Beispiele wie die jährliche Prüfung von Silvester-Pyrotechnik, die Prüfung von Atommüll-Transportbehältern, Gutachten zum Billy-Regal von IKEA, Schadensanalyse zum Dacheinsturz der Berliner Kongresshalle, Schadensanalyse zur  gesunkenen Ostseefähre MV ESTONIA, Schadensanalyse zur Entgleisung des ICE 518 in Köln u.a.m.

Stammsitz der BAM "Unter den Eichen" im Berliner Südwesten. Foto: BAM

An drei Standorten - und damit an zwei technologisch-wissenschaftlichen Hotspots Berlins (Dahlem und Adlershof) -, ist die Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie niedergelassen: gleich doppelt an ihrem Stammsitz im Berliner Südwesten in Berlin Lichterfelde („Unter den Eichen“ und an der „Fabeckstraße“), als Zweigniederlassung in Berlin-Adlershof sowie auf dem ausgedehnten „Testgelände Technische Sicherheit TTS“ in Horstwalde .

Das Leitmotiv des Präsidenten: „Messen ist Wissen“
Ulrich Panne zeigte bereits früh große Begeisterung für die Chemie und wusste, dass für eine spätere berufliche Karriere ggf. Ortswechsel unvermeidbar sind.
Im westfälischen Hamm geboren begann nach dem Abitur im Jahr 1983 sein erster spannender Ortswechsel zum Chemiestudium an die Universität Dortmund und an das University College London (UCL). Er promovierte in Analytischer Chemie an der Technischen Universität München (TUM), wurde Post-Doc im norditalienischen Ispra am Lago Maggiore und kehrte zur Habilitation und als Privatdozent für das Fach Analytische Chemie an die TU München zurück. Im Jahr 2003 erhielt er zunächst den Ruf an die Universität Leipzig auf die Professur für Analytische Chemie. Doch Ulrich Panne entschied sich für die BAM, an der er die Abteilungsleitung für „Analytische Chemie; Referenzmaterialien“ in Berlin-Adlershof übernahm und gleichzeitig die Professur für Instrumentelle Analytische Chemie an der Humboldt Universität zu Berlin antrat. Hier lehrt Ulrich Panne weiterhin mit Leidenschaft als Honorarprofessor. Durchgängig ist sein beruflicher Lebensweg durch den Werner von Siemens zugeschriebenen Ausspruch „Messen ist Wissen“ orientiert.

Seit 2013 hat Prof. Ulrich Panne das Amt des Präsidenten der BAM inne. Seine Arbeit als Hochschullehrer mit 2 Semesterwochenstunden UND Präsident der BAM sieht er nicht als Doppelbelastung, sondern schöpft daraus „ein gesundes Maß an Demut, da ich mit vielen Menschen zusammenkomme, von denen ich immer Neues erfahren kann. Beides, Hochschulprofessur und Präsidentschaft, trafen positiv zusammen und wurden für mich zur Berufung“, kommentiert er seine Doppelaufgabe. Eine spannende Herausforderung, die er wegen des Umgangs mit Studenten, Doktoranden, Exzellenzinitiativen und  der Materie genießt, auch wenn das Wissenschafts-Management bei der BAM inzwischen zu seiner Haupt-Aufgabe geworden ist. In den Kooperationen mit internationalen Universitäten und Instituten, im Austausch mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, aber auch in nachhaltigen Doktoranden-Programmen und in der Nähe zum Kunden liegt für Panne der besondere Reiz seiner Präsidentschaft.

Persönlichkeiten und Vorbilder
Seinen Berufsweg begleiteten über die Jahre verschiedene Vorbilder, die seinem jeweiligen Wirkungskreis entstammten. Mit besonderer Hochachtung begegnet Prof. Panne dabei auch einigen Nobelpreisträgern und ihrem „besonderen Biss“, mit der sie an ihre Forschungen gingen: Beispielsweise James Watson und Francis Crick bei der Entschlüsselung der DNA-Struktur, Stefan Hell bei seiner Mikroskopie-Revolution sowie besonders den Chemikerinnen Marie Curie und Clara Immerwahr: Als eine der ersten Frauen mit Doktorgrad wagte die Pazifistin sich gegen ihren Mann, den späteren Nobelpreisträger Fritz Haber, zu positionieren.

Prof. Panne dürfte inzwischen selbst zum Vorbild seiner Zeit geworden sein, betrachtet man seine aktuellen Ehrenämter und Auszeichnungen, zu denen u.a. der Preis der GDCH-Fachgruppe Analytik (1997), der Adolf-Martens-Preis für Analytische Chemie (2001) sowie der Fresenius-Preis GOCH (2009) zählen.

Der Präsident der BAM lebt mit seiner Familie in Zehlendorf, unweit des Stammsitzes der Bundesbehörde. Kraft für den Alltag schöpft er u.a. aus dem Langstreckenlauf - mit dem Berlin-Marathon als Ziel - und aus dem geflügelten Horaz-Wort „Carpe diem“ („Genieße bzw. nutze den Tag“).

Foto: BAM-Video "Windkraftanlagen auf hoher See" auf YouTube/ Screenshot RMSW

Zukunftsperspektiven
Längst beschränke sich die Wissenschaft in Technik und Chemie nicht mehr auf ihre Fachgrenzen, vielmehr sei die Interdisziplinarität  unverzichtbarer Baustein der BAM: „Durch die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachdisziplinen entstehen viele spannende Ergebnisse“, betont der Präsident. „Die Kompetenz der BAM im vielfältigen Wissenschaftsbereich deutlich sichtbarer zu machen, dabei helfen die fünf abteilungsübergreifenden Themenfelder Energie, Infrastruktur, Umwelt, Material und Analytical Sciences.“ Die BAM ist auch im Ausland sehr gut vernetzt und als namhafte Ressortforschungseinrichtung in internationalen Gremien hervorragend vertreten. Die von den Wissenschaftlern auf höchstem Niveau anzugehenden Aufgaben sorgen für das einzigartige Leistungsprofil. Prof. Ulrich Panne ist optimistisch: „Zukünftig werden wir unsere europäischen Vernetzung noch stärker ausbauen.“

Die BAM ist für ihre exzellente Forschungsstruktur bekannt, was immer wieder internationale hochqualifizierte Wissenschaftler und Doktoranden auf sie aufmerksam macht. Dies wirkt Nachwuchssorgen entgegen, zumal die BAM als einer der besten Ausbildungsbetriebe Berlins gilt und zunehmend Gleichstellungsmaßnahmen sowie familienbewusste Arbeitsbedingungen unterstützt.

Steter Wandel ist für den Erfolg wichtig. Präsident Panne bringt es auf den Punkt: „Mit der Technologie müssen auch wir uns wandeln. Das ist die besondere Herausforderung für die Menschen, die an der BAM arbeiten.“ Bereiche wie Windkraft oder Nukleartechnische Entsorgung, die zu den Arbeitsschwerpunkten der BAM zählen und für ein Labor der Zukunft stehen, fordern das.

Bei der BAM werden im Labor chemische Farbstoffe, die auf Gase reagieren, erforscht. Dr. Jürgen Bartelmeß macht den Fluoreszenz-Effekt mit einer UV-Lampe sichtbar. Foto: BAM/Thomas Köhler

Im Berliner Südwesten fühlt sich die BAM gut vernetzt und will ihrem historischen Standort in Lichterfelde treu bleiben, nicht zuletzt da Dahlem als wichtiger Wissenschaftsstandort unverzichtbar bleibt. „Wissenschaft und Villen – das geht gut“, weiß Präsident Panne. Dass dieser Gedanke auch in die Nachnutzung der Dahlemer Museen einfließt und weitere außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie etwa ein Fraunhofer Institut und viele Startups und Spin-offs sich im Südwesten ansiedeln, das wünschen er und das Regionalmanagement Berlin SÜDWEST sich gleichermaßen. Und dass auch die Standortpolitik zukünftig stärker integriert wird. Dazu dürfte das geplante FUBIC maßgeblich beitragen und bald weiteren interessanten Partnern der Bundesbehörde Raum im Berliner Südwesten in unmittelbarer Nähe zur BAM bieten.

Text: Jacqueline Lorenz

Kontakt und weitere Informationen unter:

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
Unter den Eichen 87
12205 Berlin

Telefon: +49 30 8104-0
E-Mail: info(at)bam.de


www.bam.de



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